THW-Hochwassereinsatz in Südfrankreich beendet

Nach der Flut

Der Hochwassereinsatz des Technischen Hilfswerks (THW) im südfranzösischen Katastrophengebiet ist beendet. Nach knapp acht Millionen Kubikmetern Pumpleistung und 14 Tagen Arbeit werden die letzten der insgesamt 1.300 THW-Einsatzkräfte am Samstag zu Hause erwartet. 850 von ihnen waren in der Nacht zum 5. Dezember im Auftrag von Bundesinnenminister Otto Schily und auf Ersuchen der Europäischen Kommission in die Hochwasserregion um die Stadt Arles entsandt worden.

Das Kontingent des THW in Südfrankreich setzte sich aus 40 Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen sowie Führungs-, Logistik und Elektroversorgungseinheiten der THW-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie der THW-Länderverbände Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Bremen, Niedersachsen zusammen.

Mit einer Pumpleistung von rund 670 Kubikmetern pro Minute - das entspricht in etwa einem 25-Meter Standardschwimmbecken - kämpften die Hochwasserspezialisten gegen die Fluten. Der Einsatz konzentrierte sich zunächst auf die 50.000-Einwohnerstadt Arles und die Ortschaften Moulès und L'Ardoise in den Départements Gard und Bouches-du-Rhône. In Arles war ein Drittel der bebauten Fläche überflutet, 7.000 Einwohner waren davon direkt betroffen, 4.200 mussten evakuiert werden. Später wurde ein weiterer Einsatzabschnitt in Sylvéréal eingerichtet und der zunächst für eine Woche geplante Einsatz auf Ersuchen der französischen Regierung verlängert.

Weitere THW-Einsatzkräfte wurden zur Ablösung in das Katastrophengebiet gebracht. In Sylvéréal - etwa 35 Kilometer südwestlich von Arles - wurde mehrere Tage lang, mit einer Pumpleistung von über 100.000 Litern pro Minute Wasser in die kleine Rhône umgeleitet, damit die aufgestauten Fluten besser ins Meer abfließen konnten.

Mittlerweile konnten die Pumparbeiten in der Region zum größten Teil eingestellt werden. Nur im nördlichen Stadtgebiet von Arles muss noch gepumpt werden, da der Grundwasserspiegel dort noch nicht auf Normalniveau gesunken ist. Diese Arbeit wird nun im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit im Zivil- und Katastrophenschutz von der belgischen Protéction Civile übernommen.

Der erfolgreiche Einsatz hat den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des THW in der französischen Presse erneut zum Beinamen "Blaue Engel" verholfen. Diesen erhielten sie bereits während des Einsatzes nach den verheerenden Unwettern 1999/2000 wegen ihrer blauen Einsatzanzüge und -fahrzeuge. Damals beteiligten sich mehr als 1.500 Helferinnen und Helfer an dem bislang größten THW-Auslandseinsatz, um im Südwesten Frankreichs in der Region rund um Bordeaux das staatliche französische Stromversorgungsunternehmen bei der Beräumung von zerstörten Anlagen, der Reparatur des Stromnetzes - vom Freileitungsanbau bis zum Hausanschluss - und bei der Notstromversorgung zu unterstützen.