Fliegen verursacht tödliche Klimaschäden

Doppelt so starke Belastung wie angenommen

Umweltverbände haben zum Auftakt der Internationalen Tourismusbörse (ITB) am Freitag vor Klimaschäden durch den Flugverkehr gewarnt. Neue, bisher unveröffentlichte Untersuchungen im Auftrag der EU-Kommission belegen, dass Fliegen das Klima etwa doppelt so stark belastet wie lange angenommen. Neben Treibhausgasemissionen wurden weitere klimaschädliche Effekte wie Kondensstreifen und künstliche Wolkenbildung berücksichtigt. Der Anteil des Flugverkehrs am globalen Treibhauseffekt beträgt demnach mittlerweile fast 9 Prozent. Der Arbeitskreis Flugverkehr der Umweltverbände fordert von der Bundesregierung bis Ende 2004 einen Aktionsplan gegen den Trend zu immer mehr Flugreisen.

Besonders Finanzminister Hans Eichel und Umweltminister Jürgen Trittin müssten zeigen, wie sie das Problem der Klimaschäden durch den Flugverkehr in den Griff bekommen wollen. Als Sofortmaßnahme müsse die Bundesregierung eine Kennzeichnungspflicht für Flugtickets einführen. Durch deutliche Warnhinweise sollten Reisende über die Klimaschädlichkeit des Fliegens informiert werden.

"Die neuen Ergebnisse sind bestürzend. Der Flugverkehr verändert die Bewölkung und greift damit direkt in das lokale Klima ein", sagt Dietrich Brockhagen von Germanwatch. Den Schaden, den ein durchschnittlicher Autofahrer in fünf Jahren verursacht, schaffe ein Flugzeugpassagier auf der Reise von Frankfurt nach Los Angeles und zurück. Monika Lege von Robin Wood ergänzt: "Die Klimaschäden durch den Flugverkehr sind über Jahre dramatisch unterschätzt worden. Die Konsequenz kann nur heißen: Flugverkehr vermindern." Es sei viel zu wenig bekannt, dass das Flugzeug die schlechteste Klimabilanz von allen Verkehrsmitteln habe.

Zum Arbeitskreis Flugverkehr gehören der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), der Deutsche Naturschutzring (DNR), das Forum Umwelt und Entwicklung, Germanwatch, Robin Wood und der Verkehrsclub Deutschland (VCD).