Umweltbundesamts weist BDI-Studie zu Klimaschutzkosten zurück

"Industrie rechnet sich künstlich arm"

Der Präsident des Umweltbundesamts, Andreas Tröge, weist die Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) zu den Möglichkeiten einer Reduzierung von Treibhausgasen zurück. Eine Studie, nach der bis 2020 allenfalls eine Reduzierung der Treibhausgase um 31 statt wie von der Bundesregierung gefordert um 40 Prozent möglich ist, berücksichtige kostengünstige Möglichkeiten zur Kohlendioxideinsparung nur unzureichend, sagte Troge der "Passauer Neuen Presse". So gehe der BDI für die nächsten Jahre lediglich von einem relativ geringen Anteil der Energieerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung sowie von relativ wenig Einsatz erneuerbarer Energien aus. Auch unterstelle der BDI einen viel zu niedrigen Ölpreis.

"Die deutsche Industrie könnte sich mit Fug und Recht beim Klimaschutz mehr zutrauen", meint Troge. Nach Ansicht seiner Behörde sei eine deutlich stärkere Senkung der Treibhausgas-Emissionen wirtschaftlich verkraftbar.

Sein Haupteinwand sei, dass sich die Industrie mit der Studie künstlich arm rechne. Sie lege einen viel zu niedrigen Ölpreis zugrunde. Deshalb falle die errechnete Energiekostenersparnis bei Investitionen im Klimaschutz zu gering aus. Die Vermeidung von Kohlendioxid rentiere sich nach dieser Berechnung weniger schnell und verursache höhere Kosten.

Troge sagte, er rechne damit, dass der Treibhausgasausstoß in Deutschland bis spätestens 2010 deutlich zurückgeht. "Dann nämlich werden die Klimaschutz-Maßnahmen der Vergangenheit mehr Wirkung zeigen und auch die Vereinbarungen der Kabinettsklausur von Meseberg. Insbesondere im Gebäudebereich werden wir dann deutlich geringere Emissionen haben", sagte Troge.