Protest gegen Bundeswehr auf Leipziger Buchmesse

Messe lobt Bundeswehr-Angebot

Ein Bündnis von Autoren und Verlegern, darunter Harry Rowohlt, Gerhard Zwerenz und Peter Handke, protestiert gegen die massive Präsenz der Bundeswehr auf der Leipziger Buchmesse. Sie fordern die Leitung der Buchmesse auf, die Bundeswehr künftig nicht mehr zur Messe zuzulassen und kritisieren die Privilegierung eines branchenfremden Ausstellers. Für Samstag ist eine Protestkundgebung angekündigt.

Unter dem Titel "Leipzig schießt - Keine Bundeswehr auf der Buchmesse" kritisiert das Bündnis die "Militarisierung der Buchmesse". Die Bundeswehr stellt keine Bücher aus, "sondern nutzt die Messe, um für ihr neues Konzept weltweiter Militäreinsätze besonders unter Jugendlichen und Lehrern zu werben", heißt es im Aufruf.

Die Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr habe bereits auf die Anwesenheit der Bundeswehr verzichtet.

Die Leipziger Buchmesse erklärte, die man habe die Kritik gemeinsam mit der Bundeswehr ausgewertet. "Danach stand die Entscheidung fest, dass die Bundeswehr mit ihrem Bildungsprojekt 'POL&IS' auch auf der kommenden Leipziger Buchmesse teilnehmen wird", so die Messe. Das Spiel vermittle umfassende Einblicke in die komplexen Zusammenhänge und Strukturen von Politik und Wirtschaft und ordne sich in die zielgruppenspezifischen Angebote der Leipziger Buchmesse für Jugendliche der Gymnasialstufe ein. Für die Leipziger Messe sei es selbstverständlich, dass sie keinerlei Zensur bezüglich der von den Buchmesseausstellern präsentierten Produkte, Dienstleistungen und Informationsangebote ausübe.

Die Protestkundgebung ist für Samstag um 13 Uhr am Bundeswehr-Stand in Halle 2, Stand F 400, angekündigt.