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NABU kritisiert geplanten Gifteinsatz im Wald

Naturschutz

Der Naturschutzbund NABU hat die Pläne des Landesbetriebs Hessen-Forst zum Gifteinsatz gegen den Borkenkäfer kritisiert. Das Kontakt- und Fraßgift "Karate" sei keineswegs ungefährlich, sondern zeichnet sich durch große Breitenwirkung aus und kann bienengefährlich sein. "Der Borkenkäfer ist die Folge einer verfehlten Forstwirtschaft", so Prof. Rüdiger Wagner, Landesvorsitzender des NABU. Die PEFC-Zertifizierung erweise sich als "Feigenblatt"

Laubwälder, wie sie in Hessen eigentlich heimisch wären, bleiben vom Borkenkäfer verschont. Daher ist ein naturnaher Wald gegenüber der massenhaften Vermehrung von Insekten viel unempfindlicher, als Fichtenreinbestände. Der Naturschutzbund fordert die Landesregierung daher auf, in Zukunft stärker als bisher auf den Aufbau naturnaher Wälder zu setzen. Kritik übt Wagner auch an der "Pseudo-Zertifizierung" des Holzes im Staatswald: Es zeige sich nun, dass das sogenannte PEFC-Zertifikat, dass der Hessen-Forst vertritt, geringwertig sei, denn es lässt den Gifteinsatz zu. Hingegen gelte bei der von den Naturschutzverbänden geförderten FSC-Zertifizierung ein grundsätzlicher Verzicht auf Düngemittel oder chemische Biozide.

Gifteinsatz im Wald sei immer ein Eingriff in die Nahrungskette und schädigt das Ökosystem im Wald. Dem kurzfristigen Erfolg stehen langfristige Nachteile gegenüber. Es sei ein kurzfristiges Kurieren von Symptomen, statt wirklicher Ursachenbekämpfung. Neben der Förderung naturnaher Bestände gehört dazu nach Auffassung des NABU nach wie vor ein wachsamer Blick auf die Luftreinhaltung. Denn wo die Käfer geschwächte Nadelholzbestände vorfinden, haben sie ein leichtes Spiel.