Anschlag beweist Fortsetzung des Krieges im Kaukasus

Inguschetien

Die jüngsten Angriffe tschetschenischer Rebellen in Inguschetien sind der traurige Beweis: Die Kaukausus-Region ist von einem Ende der Gewalt weit entfernt. Genau zu diesem Ergebnis kommt auch der neueste Bericht von Amnesty International (ai): "Russian Federation: Chechen Republic - ‚Normalization’ in whose eye?"."Die jüngsten Angriffe auf Zivilisten in Inguschetien zeigen, dass der Krieg in Tschetschenien nicht beendet ist, sondern vielmehr droht, auf die Nachbarrepubliken überzugreifen", so das Urteil der Russland-Expertin von ai, Bettina Giesecke.

In dem Tschetschenien-Bericht weist ai darauf hin, dass sowohl russische Truppen als auch tschetschenische Kämpfer für massive Menschenrechtsverletzungen in der Kaukausus-Republik verantwortlich sind. "Extralegale Hinrichtungen, willkürliche Verhaftungen, Folter und Misshandlungen sind immer noch trauriger Alltag in Tschetschenien", so ai-Expertin Giesecke. Immer öfter seien auch Frauen betroffen. Einige schilderten im Gespräch mit ai-Mitarbeitern, sie seien in Haft vergewaltigt und mit Elektroschocks misshandelt worden.

Tschetschenische Kämpfer attackieren Mitarbeiter der russischen Verwaltung. Zivilisten werden regelmäßig Opfer von Bombenanschlägen. amnesty international ruft die Internationale Staatengemeinschaft dazu auf, ihr Engagement für Tschetschenien und Inguschetien zu intensivieren. Außerdem fordert ai mehr politischen Druck auf die russische Regierung. "Moskau muss endlich die zahlreichen Menschenrechtsabkommen, die es unterschrieben hat, einhalten."