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NATO wieder auf Kooperationskurs mit Russland

"Die NATO und Europas Osten"

Die NATO will nach den schweren Differenzen mit Russland wegen des Kaukasus-Konflikts wieder enger mit Moskau zusammenarbeiten. Das beschlossen die NATO-Außenminister am Donnerstag in Brüssel. Wieder aufgenommen werden soll dazu die Arbeit des NATO-Russland-Rates. Deutschland hatte sich wiederholt dafür stark gemacht, mit Russland trotz der politischen Unstimmigkeiten eine "enge und verlässliche Partnerschaft" aufzubauen.

Krieg im ölreichen Kaukasus

Südossetien

Im Krieg um Südossetien im ölreichen Kaukasus hat Russland gegenüber Georgien offenbar die Oberhand. Im Schwarzen Meer sollen russische Kriegsschiffe einen georgischen Raketenträger versenkt haben. Der georgische Raketenträger habe zuvor auf die Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte gefeuert, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Medienberichten zufolge hatte das georgische Militär den Krieg mit einer Großoffensive begonnen, um Südossetien zurückzuerobern. Daraufhin hatten zahlreiche russische Panzer die russisch-georgische Grenze überschritten.

Russland testete neue Interkontinentalrakete RS-24

Atomstreitkräfte

Russland hat am 29. Mai "erfolgreich" seine neue ballistische Interkontinentalrakete RS-24 getestet. Die Rakete sei mit mehreren Sprengköpfen ausgerüstet, die unabhängig voneinander ins Ziel gesteuert werden können, teilte die Moskauer Nachrichtenagentur "Nowosti" mit. Der schwere Träger sei auf dem nordrussischen Kosmodrom Plessezk gestartet worden. Er soll die veralteten RS-18 (NATO-Code: SS-19 "Stilet") und RS-20 (NATO-Code: SS-18 "Satan") der strategischen Atomstreitkräfte ablösen.

Merkel betont EU-Interesse an strategischer Partnerschaft mit Moskau

Blockierte Fleischexporte

Einen Tag vor Beginn des EU-Russland-Gipfels in der Wolgastadt Samara hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Interesse der Europäischen Union an einem partnerschaftlichen Verhältnis zu Moskau unterstrichen. Im Bundeskabinett betonte Merkel am Mittwoch nach Angaben des stellvertretenden Regierungssprechers Thomas Steg, dass auf dem Treffen deutlich werden solle, dass die EU gegenüber Moskau geschlossen auftrete und zugleich ein "nachdrückliches Interesse an einer strategischen Partnerschaft mit Russland" habe.

Nach Super-GAU soll Moskau das Wetter manipuliert haben

Tschernobyl

Der russische Major Alexei Gruschin hat in einer BBC-Dokumentation bestätigt, dass die Russen nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl angeblich das Wetter manipuliert haben. Dadurch sollen die Wolken ihre radioaktive Strahlung schon über Weißrussland abgeregnet haben. Als Grund gab er an, dass das Militär russische Großstädte und vor allem Moskau vor der Strahlung schützen wollte. Seine Angaben wurden offiziell nicht bestätigt.

Militärexperte warnt vor den Gefahren abgefangener Raketen

"US-Raketenschild"

Mit einer erfolgreichen Abwehr angreifender Raketen durch den US-Raketenschild in Osteuropa wäre nach Darstellung des russischen Militärexperten Juri Saizew die Gefahr noch keineswegs gebannt. Im Falle der Zerstörung einer solchen Rakete verfehle deren Sprengkopf zwar das vorprogrammierte Ziel, könne aber beim Absturz entlang der Flugtrasse verheerenden Schaden unter der Zivilbevölkerung anrichten, sagte Saizew in Moskau. Die Sprengköpfe gingen praktisch nie auf das Land nieder, das die Interkontinentalrakete abgeschossen habe. Berechnungen zeigten, dass der Sprengkopf einer bei einer Geschwindigkeit von 3,9 Kilometern pro Sekunde abgefangenen Rakete noch rund 2000 Kilometer selbstständig weiterfliegt, behauptet Saizew.

USA werben für Raketenschild

"Keine Verteidigung Europas"

US-General Henry Obering hat am Donnerstag bei Bundesregierung und Bundestag für den geplanten Aufbau eines Raketenabwehrschildes in Europa geworben. Obering sprach unter anderem im Kanzleramt, im Auswärtigen Amt und im Verteidigungsministerium vor. Obering wies als Chef des Raketenabwehrprogramms im Pentagon die russische Kritik zurück. Das Projekt bedeute keineswegs eine Konfrontation mit Russland, versicherte er im ZDF. Die höchstens zehn Abwehrraketen in Polen und das Radarsystem in der Tschechischen Republik seien im Übrigen "nicht vergleichbar mit den Hunderten von russischen Raketen und den Gefechtsköpfen". SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels wies Oberings Behauptung zurück, das geplante US-Raketenabwehrsystem ziele darauf ab, Europa zu verteidigen.

Minsk und Moskau offenbar vor Einigung

Ölstreit

Im Streit um Öllieferungen und Transitgebühren zwischen Minsk und Moskau scheint eine Lösung in Sicht: Die weißrussische Regierung signalisierte am Mittwoch eine Einigung. Minsk erklärte sich offiziell bereit, auf die neue erhobene Gebühr für die Durchleitung russischen Öls zu verzichten. Das hatte Russland gefordert und den Ölhahn für das früher eng verbündete Nachbarland geschlossen. Die Einzelheiten der Einigung sollen spätestens Freitag vorliegen.

Keine "Freundschaft" zwischen Moskau und Minsk

Ölhahn zu

"Druschba" heißt Freundschaft. So nennt sich auch die wichtigste Erdölleitung, die Rußlands Fördergebiete via Belarus (Weißrussland) und Polen mit Deutschland verbindet. Am Montag kam das Öl aus dieser Leitung nur noch tropfenweise oder gar nicht mehr bei polnischen, ukrainischen und deutschen Raffinerien an. Angeblich soll Weißrussland die Öl-Pipeline blockiert haben. Minsk und Moskau machten sich gegenseitig für die Blockade verantwortlich. Die noch zu realsozialistischen Zeiten gebaute Pipeline ist eine der wichtigsten Energie-Adern für die Bundesrepublik.

Nach der Wiederwahl Lukaschenkos sollen 26 Journalisten verhaftet worden sein

Weißrussland

Fünf Tage nach der Wiederwahl Alexander Lukaschenkos seien in der Nacht vom 23. auf den 24. März bei Razzien 13 Journalisten verhaftet worden. Seit Beginn der vergangenen Woche wurden in Weißrussland nach Darstellung von Reporter ohne Grenzen 26 unabhängige Journalistinnen und Journalisten festgenommen. Siebzehn von ihnen seien noch immer hinter Gittern und müssten zum Teil Gefängnisstrafen zwischen fünf und 15 Tagen absitzen, schreibt die Organisation. Reporter ohne Grenzen forderte die sofortige Freilassung der Inhaftierten.

Russland feiert 50. Jahrestag der ersten U-Boot-Rakete

Deutsche Medien betonen deutsche "Idee"

Noch am Dienstag hat Russland vor "unüberlegten amerikanischen Schritten" zur Veränderung der US-Atomwaffen-Doktrin gewarnt. Jetzt "feiert" Russland Presseberichten zufolge den 50. Jahrestag der weltweit ersten U-Boot-Rakete. Am 16. September 1955 war es der Sowjetmarine "gelungen", von einem dieselgetriebenen U-Boot im Weißen Meer versuchsweise eine ballistische Rakete abzuschießen. Dieses Datum gilt seither als Geburtsstunde der U-Boot-Raketen-Waffe.

Staatliches Museum Schwerin zeigt Sonderschau zu Carel Fabritius

"Torwache"

Die Schweriner "Torwache" bekommt Gesellschaft aus Europa und Übersee. Das Gemälde des Rembrandt-Schülers Carel Fabritius ist ein auch international bekanntes Erkennungszeichen des Staatlichen Museums Schwerin. Das Bildnis eines müden Soldaten und eines kleinen Hundes gehört zu den herausragenden Werken des im Alter von nur 32 Jahren bei einem Unglück ums Leben gekommenen Malers (1622-1654). Fabritius zählt zu den bedeutendsten holländischen Künstlern des 17. Jahrhunderts.

Zeitreise durch DDR-Geschichte im Maxim Gorki Theater

Sozialisationserfahrungen

Das Berliner Maxim Gorki Theater widmet sich ab Januar in einer Veranstaltungsreihe 40 Jahren DDR-Geschichte. In einer so genannten Glaubenswerkstatt soll vom 14. Januar bis 15. April täglich ein Jahr DDR-Vergangenheit aufgearbeitet werden, wie Theaterintendant Volker Hesse am Mittwoch in Berlin sagte. Insgesamt sind unter dem Titel "...und der Zukunft zugewandt" 56 Lesungen, Inszenierungen und Performances geplant.

Tschetschenische Vertriebene werden zur Rückkehr gezwungen

Inguschetien

98 Prozent aller Tschetschenen, die derzeit in Inguschetien in Zelten leben, wollen nicht in ihre Heimat zurückkehren. Die meisten fürchten in Tschetschenien um ihr Leben. Dies ergab eine Studie der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, die am Dienstag in Moskau vorgestellt wurde. Ärzte ohne Grenzen ruft den Präsidenten der Republik Inguschetien sowie die russischen Bundesbehörden auf, die Menschen nicht zu einer Rückkehr zu zwingen.

300.000 Menschen fordern Hilfe von Präsident Putin für Arjan Erkel

Entführung

Genau 232 Tage nach der Entführung ihres Mitarbeiters Arjan Erkel in Dagestan fordert die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit mehr als 300.000 Menschen den russischen Präsidenten Vladimir Putin dazu auf, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Erkels sofortige Freilassung zu bewirken. Am Mittwoch übergab die Organisation mehr als 300.000 Unterschriften an das Büro des russischen Präsidenten in Moskau. Auch in Berlin, Genf, Den Haag und anderen Städten wurden in den Vertretungen der russischen Regierung Kopien der Unterschriften überreicht.

Erster Dokumentarfilmpreis geht an "Russenbus"

Berlinale

Der erstmals vergebene Planet & stern Dokumentarfilmpreis geht an den Dokumentarfilm "Russenbus – Fremde Brüder" von Axel Brandt und Irina Roerig. Im Rahmen der Filmfestspiele Berlin sollte die Auszeichnung am Mittwochabend verliehen werden. Anlass ist die Premiere des Films beim Berlinale Talent Campus im Haus der Kulturen der Welt, teilten die Veranstalter mit.

Taz berichtet über Greuel der russischen Besatzer gegen Tschetschenen

Tschetschenien

In einer Reportage von den sogenannten „Säuberungen“ im Ort Awtury beschreibt der Korrespondent: „Bei der Suche nach vermeintlichen Rebellen lässt sich das Militär nicht auf die Finger schauen. Denn diese Finger rauben, quälen, morden, stehlen, erniedrigen und vergewaltigen - ungestraft, im Namen des Antiterrors.“ Die Gegend um Awtury nennen Einheimische Todeszone. Wegen der nahen Berge, die den Rebellen als Rückzugsort dienen, finden dort ständig Säuberungen statt. Außerdem, so flüstert man, operiere in der Gegend eine Todesschwadron, die SSG 1.

Narkosegas war Halothan

Nach der Geiselnahme in Moskau

Das bei der Moskauer Geiselbefreiung eingesetzte Gas ist zum Teil identifiziert. Es handle sich um das Narkosegas Halothan und ein noch unbekanntes Nervengas, teilte die Toxikologische Abteilung des Münchner Uniklinikums "Rechts der Isar" am Mittwoch mit. Dort waren die beiden betroffenen Deutschen behandelt worden.

Deutsche Geiseln aus Münchner Klinik entlassen

Nach dem Geiseldrama von Moskau

Die beiden deutschen Überlebenden des Moskauer Geiseldramas sind aus dem Münchner Krankenhaus entlassen worden, wo sie wegen der Folgen des Gaseinsatzes des russischen Einsatzkommandos behandelt worden waren. Schon am Montagabend hätten die junge Frau aus Bayern und der Mann aus Baden-Württemberg das Uniklinikum "Rechts der Isar" verlassen, teilte die Toxikologische Abteilung mit.

Rebellen fordern Ende des Krieges in Tschetschenien

Geiselnahme in Moskau

Tschetschenische Rebellen haben am Mittwochabend bis zu 700 Besucher in einem Musical-Theater in Moskau als Geiseln genommen. Nach Angaben einer Sprecherin des Auswärtigen Amtes befinden sich darunter auch drei Deutsche. Das Selbstmordkommando fordert die Einstellung des Krieges in Tschetschenien und den Abzug der russischen Truppen aus der Kaukasus-Republik. Für den Fall, dass der Forderung nicht stattgegeben werde, drohten die Rebellen mit der Sprengung des Theaters.