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Eingeschleppte Milbe tötet Bienen

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 270.000 Bienenvölker vernichtet - dreißig Prozent der Honigbienen in Deutschland. Nach Angaben der Bundesstiftung Umwelt ist eine aus Asien eingeschleppte Milbe der Grund. Diese sei der weltweit gefährlichste Bienenparasit. Die Folgen des Bienensterbens seien fatal, da die Tiere wichtige Aufgaben in der Natur erfüllten und als Honigproduzenten auch wirtschaftlich bedeutend seien. So liege ihr volkswirtschaftlicher Wert pro Jahr bei etwa 2,2 Milliarden Euro. Die blutsaugende Milbe überträge Bakterien und Viren, die Bienen töten, sofern sie nicht regelmäßig mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt würden.

Gegen die chemische Keule spreche jedoch spricht einiges: sie werde immer wirkungsloser, weil sich die Milben an sie gewöhnt hätten. Zudem belaste sie die Umwelt und sie könne Rückstände in Bienenprodukten hinterlassen.

Das Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität (Halle-Wittenberg) und das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf ( Brandenburg ) suchen nun nach Bienen, die für die Milbe weniger anfällig sind. Sie wollen widerstandsfähige Bienenvölker züchten und damit das Ökosystem in der Balance halten. Das Projekt, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird, wolle neue, umweltfreundliche Wege gehen. Die Forscher untersuchten unter anderem Bienen darauf, ob sie an die Varroa-Milbe angepasst sind und einen Befall gut überstehen.

"Eine gezielte Züchtung auf Varroa-Resistenz ist schwierig, weil sie durch viele Gene bestimmt wird und erst nach Jahren feststeht, ob Bienen trotz Befalls überlebt haben", erklärt Martin Beye, Leiter der Gruppe Bienengenetik der Universität Halle. Deshalb wollten Beye und sein Team ein Diagnosesystem entwickeln, das Auskunft über vorhandene Abwehrkräfte liefert. Mit Hilfe des neuen Verfahrens sollen die widerstandsfähigeren Bienenvölker schnell ausgemacht und gezielte Zuchtempfehlungen für Imker erarbeitet werden.