Heißer Herbst für Atomtransportgegner auf der Straße und im Gerichtssaal

Castor-Transporte

Während die Vorbereitungen für den diesjährigen Atommülltransport ins Zwischenlager nach Gorleben bereits auf Hochtouren laufen, wird in einer Reihe von Prozessen vor dem Amtsgericht Hannover immer noch die Rechtmäßigkeit von Bußgeldbescheiden überprüft, die an die TeilnehmerInnen einer Blockade vom November vergangenen Jahres ergangen sind. Damals hatten insgesamt ca. 150 Anti-Atom-AktivistInnen aus dem Umfeld der gewaltfreien Kampagne "X-tausendmal quer" einen Castor-Transport bei Rohstorf/Landkreis Lüneburg mit einer Gleisblockade aufgehalten.

Über die ursprünglich verhängten Bußgeldbescheide in Höhe von 150 Euro zzgl. Auslagen entschieden die Hannoveraner RichterInnen in mehr als zehn bereits gelaufenen Prozessen höchst unterschiedlich, nachdem die Mehrzahl der Beschuldigten Einspruch dagegen eingelegt hatte- von einem Freispruch über eingestellte Verfahren und Bußgelder im Bagatellbereich bis hin zur Verdoppelung der Bußgelder reichte die Palette bei gleichem Sachverhalt. Am kommenden Montag haben zwei AktivistInnen ihre Verhandlungen.

Die Beschuldigte Ulrike Laubenthal wird eine Vernehmung der Physikerin Oda Becker als Sachverständige beantragen, um zu beweisen, daß die Sicherheit und Ordnung nach Eisenbahnrecht durch den Castortransport gefährdet wird, nicht durch Sitzblockaden wie die der Kampagne "X-tausendmal quer". Frau Becker wird während der Verhandlung am Montag zugegen sein. Weitere Prozeßtermine sind für den 12.11. (13:30 Uhr) und 17.11. (12:00 Uhr) ebenfalls vor dem Amtsgericht Hannover/Altbau im Volgersweg 1 (Räume beim Pförtner erfragen) angesetzt.

Am Samstag, den 06.11. wird die Auftaktdemonstration gegen den diesjährigen Atommülltransport in Dannenberg stattfinden; der Zug mit zwölf Castor-Behältern wird am 08.11. im Wendland erwartet. "X-tausendmal quer" plant Aktionen des gewaltfreien Zivilen Ungehorsams auf dem letzten Streckenabschnitt, der Straße zwischen Dannenberg und Gorleben.