Erhöhte Radioaktivität an Atomtransportbehälter

Castortransport

Bei Messungen an einem Atomtransportbehälter im Kernkraftwerk Stade ist eine deutlich erhöhte Radioaktivität festgestellt worden. Die Gutachter hätten an einem "Handhabungszapfen" des Behälters eine Strahlung zwischen 3.000 bis 7.000 Becquerel pro Quadratzentimeter festgestellt, sagte die Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums, Jutta Kremer-Heye, am Freitag. Erlaubt sei ein maximaler Grenzwert von 4 Becquerel. Menschen seien aber zu keiner Zeit gefährdet gewesen.

Ob die Kontamination Auswirkungen auf den für Dezember geplanten Abtransport von verbrauchten Brennelementen in die französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague hat, sei derzeit noch unklar. Geplant war ein Zug mit drei Behältern des Typs TN 17/2, die jeweils 17 abgebrannte Brennelemente aufnehmen können. Das Umweltministerium erwarte noch im Laufe des Tages ein Gutachten über die Ursachen der Verstrahlung, sagte Kremer-Heye.

Bei der Messung des dritten Behälters war der stark erhöhte Wert festgestellt worden. Jetzt müsse geprüft werden, ob die Belastung aus der Beladung im Abklingbecken des Kraftwerks in Stade herrühre oder der Behälter schon kontaminiert aus Frankreich eingetroffen sei, sagte die Sprecherin. Sollte der Behälter bereits kontaminiert angeliefert worden sein, wäre dies nach dem Atomrecht ein meldepflichtiger Vorfall. Wegen der Kontamination zahlreicher Behälter waren die Transporte im Jahr 1998 vorübergehend eingestellt worden.