Elfenbeinhandel in Afrika blüht weiterhin

Touristen mitschuldig

Afrikas illegaler Markt mit Elfenbein blüht weiter. Dies ist das Ergebnis einer am Montag vom WWF veröffentlichten Studie. In drei Städten Ägyptens fanden Mitarbeiter von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, bei einer Untersuchung im März und April diesen Jahres 10.000 illegale Elfenbeinprodukte. Der WWF warnte alle Afrika-Urlauber vor dem Kauf von Elfenbein-Schnitzereien. Der für Afrikas Elefanten "tödliche Kreislauf" aus Wilderei und Schwarzmarkt dürfe nicht durch ahnungslose Touristen angeheizt werden, sagte Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzexperte. Touristen aus Deutschland, Spanien und Italien zählen laut WWF zu den wichtigsten Konsumenten von Elfenbeinprodukten.

Laut WWF wird in Afrika trotz internationaler Verbote jedes Jahr das Elfenbein von 4.000 bis 12.000 Elefanten gehandelt. Doch die Herkunftsländer hätten auf der Weltartenschutzkonferenz CITES im vergangenen Oktober in Bangkok angekündigt, sie wollten ihre Märkte trockenlegen. Ziegler: "Es gibt Fortschritte beim Kampf gegen den illegalen Handel. Aber es geht nur sehr schleppend voran."

Obwohl Ägypten zu den größten Elfenbeinmärkten Afrikas zähle, griffen die CITES-Bestimmungen hier noch nicht. Zwar habe sich die Zahl der illegalen Produkte in Ägypten dank schärferer Kontrollen seit 1998 halbiert. "Doch trocken gelegt ist der Markt für das weiße Gold noch lange nicht", so Ziegler. In Ägypten lebten keine Elefanten, das Land beziehe das Elfenbein zu 80 Prozent aus dem Sudan.

Der WWF sieht aber auch positive Beispiele. So habe man bei Stichproben in Äthiopien nur noch 78 illegale Elfenbeinprodukte gefunden. Ein Jahr zuvor seien es noch 3.500 gewesen. "Äthiopien liefert ein gutes Beispiel dafür, wie man mit wenigen, effektiven Maßnahmen binnen kurzer Zeit den Elfenbeinmarkt austrocknen kann", lobt Ziegler. Vor allem stärkere Grenzkontrollen und ein besseres Informationssystem haben laut WWF zu dem Erfolg beigetragen.

Neben Ägypten zählen nach Angaben des WWF Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, der Sudan und Nigeria zu den wichtigsten Elfenbein-Schwarzmärkten. Außerhalb Afrikas blühe das Geschäft mit dem weißen Gold vor allem in den asiatischen Staaten China und Thailand. Zugenommen habe auch der Schmuggel über das Internet. Der kommerzielle Handel mit Elfenbein ist seit 1989 international verboten.