Friedens- und Umweltgruppen fordern sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke

Informationskampagne

In einem bundesweit erscheinenden Informationsblatt fordern Gruppen der Friedens- und Umweltbewegung gemeinsam ein sofortiges Abschalten aller Atomkraftwerke. Rechtzeitig vor den Gedenktagen an die Atombombenabwüfe auf Hiroshima und Nagasaki wollen die über 40 unterstützenden Gruppen interessierten Menschen auch konkrete Tipps geben, was auch der oder die Einzelne für ein Ende des Atomzeitalters tun kann.

Für Mitinitiatorin Kathrin Vogler (Bund für Soziale Verteidigung) hätten die schrecklichen Bombenanschläge in London erneut gezeigt, wie gefährdet moderne Gesellschaften gegenüber dieser Art von Bedrohung seien. Die meisten Atomkraftwerke seien gegenüber Flugzeugabstürzen nur unzureichend gesichert. "Nur abgeschaltete Atomkraftwerke sind keine potenziellen Atombomben in der Hand von Terroristen."

Über die Sicherheit von Atomkraftwerken ist seit den Anschlägen vom 11. September 2001 heftig diskutiert worden. Erstes Ergebnis war im Frühjahr 2004 die Ankündigung der großen Kraftwerksbetreiber EON, EN-BW, RWE und Vattenfall, mittels Phosphornebels, das von Rheinmetall geliefert werden würde, ihre Kraftwerke vor Angriffen zu schützen. Bundesumweltminister Trittin hielt das für nicht ausreichend.

Weiterhin fordert die Initiative aus der Friedens-und Umweltbewegung nach Angaben von Kathrin Vogler, dass ein Atomwaffenverzicht im Grundgesetz verankert wird. Ein erster Schritt dazu wäre der sofortige Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und den Ausstieg der Bundesregierung aus der "atomaren Teilhabe" im Rahmen der NATO.

"Bei den Bundestagswahlen im September" - so Vogler weiter - "kann jeder die kandidierenden Parteien und Politiker daraufhin testen, ob sie diese Forderung umsetzen werden. Wir raten allen Menschen, zu ökologischen Stromanbietern zu wechseln, die keinen Atomstrom ins Netz einspeisen. So kann man dazu beitragen, dass alternative Energien stärker werden."