Günter Grass war Mitglied der Waffen-SS

"Elite-Einheit"

Literaturnobelpreisträger Günter Grass ("Die Blechtrommel") war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen-SS. "Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich ein Buch geschrieben habe. Das musste raus, endlich", sagte Grass der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er habe sich freiwillig gemeldet, aber nicht zur Waffen-SS, sondern zu den U-Booten, "was genauso verrückt war". "Aber die nahmen niemanden mehr. Die Waffen-SS hingegen hat in diesen letzten Kriegsmonaten 1944/45 genommen, was sie kriegen konnte", sagte der 1927 geborene Schriftsteller.

Für ihn, da sei er seiner Erinnerung sicher, "war die Waffen-SS zuerst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Elite-Einheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war". Er diente in der zehnten SS-Panzerdivision "Frundsberg".

Unter dem Titel "Beim Häuten der Zwiebel" erscheint im September im Steidl-Verlag ein Erinnerungsbuch, in dem der Literaturnobelpreisträger seine Kindheit in Danzig, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft sowie seine Anfänge als Künstler im Nachkriegsdeutschland schildert.

Hervorgegangen war die Waffen-SS aus Adolf Hitlers persönlicher Verfügungstruppe sowie aus KZ-Wächtern der "Totenkopf-Verbände". Zu Kriegsbeginn bestand die Truppe aus Freiwilligen. Vom Nürnberger Gerichtshof wurde sie als verbrecherische Organisation eingestuft.