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Eliteförderung in München und Karlsruhe

"Spitzenuniversitäten"

Die Bundesregierung will 873 Millionen Euro zusätzlich in die universitäre "Spitzenforschung" pumpen. Drei deutsche Universitäten haben sich als so genannte Spitzenuniversitäten durchgesetzt. Im Wettbewerb in der ersten Förderrunde der "Exzellenzinitiative" von Bund und Ländern wurden sie aus zehn Hochschulen ausgewählt. Für ihre Zukunftskonzepte werden die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Technische Universität München (TUM) sowie die Universität Karlsruhe (TH) als Spitzenuniversitäten gefördert. Darüber hinaus erhalten 18 Graduiertenschulen und 17 Exzellenzcluster besondere Fördermittel.

Die Entscheidung des zuständigen Bewilligungsausschusses fiel nach Darstellung der Bundesregierung einstimmig. Der Ausschuss setzt sich zusammen aus Bundesforschungsministerin Annette Schavan, den 16 Wissenschaftsministern der Länder und den 26 wissenschaftlichen Mitgliedern der Gemeinsamen Kommission von Deutschem Forschungsgemeinschaft (DFG) und Wissenschaftsrat.

Schavan sprach von einem "bedeutenden Tag für die Wissenschaft in Deutschland". Die Exzellenzinitiative habe in den Hochschulen "viel Dynamik ausgelöst", die der gesamten Hochschullandschaft in Deutschland zugute kommen werde.

Gefördert werden außer den drei Hochschulen bundesweit 18 Graduiertenschulen und 17 Exzellenzcluster. Für die Förderung der an insgesamt 22 Hochschulen angesiedelten Initiativen sind in dieser ersten Runde pro Jahr rund 174,7 Millionen Euro bewilligt worden.

"Leuchttürme der Wissenschaft"

Die Bundesregierung greift den aktuellen Sprachgebrauch auf: Mit der Förderung durch die Exzellenzinitiative sollten "Leuchttürme der Wissenschaft" entstehen. Das seien Forschungsseinrichtungen "mit internationalem Ruf". Dafür stünden im Rahmen der Exzellenzinitiative bis zum Jahr 2011 insgesamt 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Bund soll davon 75 Prozent tragen.

Beim Wettbewerb Exzellenzinitiative gehe um "projektorientierte Förderlinien": Graduiertenschulen sollen strukturierte Promotionsprogramme innerhalb eines exzellenten Forschungsumfeldes und eines breiten Wissenschaftsgebietes anbieten. Etwa 40 Graduiertenschulen sollen jeweils durchschnittlich eine Million Euro pro Jahr erhalten. Insgesamt stünden für diesen Bereich jährlich 40 Millionen Euro zur Verfügung.

"Mit Exzellenzclustern sollen an den Universitäten international sichtbare und konkurrenzfähige Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen etabliert werden". Sie zeichneten sich dadurch aus, dass sie mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und der Wirtschaft kooperieren. Für jedes dieser etwa 30 geförderten Cluster stehen den Angaben zufolge pro Jahr durchschnittlich 6,5 Millionen Euro zur Verfügung, in Summe damit insgesamt 195 Millionen Euro pro Jahr.

Mit der Förderung von "Zukunftskonzepten" zum Ausbau so genannter universitärer Spitzenforschung solle das Forschungsprofil von bis zu zehn ausgewählten Universitäten weiter gestärkt werden. "Sie werden oft auch als Spitzen- oder Eliteuniversitäten bezeichnet." Die Voraussetzung: Die Hochschule müsse mindestens ein Exzellenzcluster, eine Graduiertenschule sowie eine schlüssige Gesamtstrategie zu einem weltweit anerkannten "Leuchtturm der Wissenschaft" vorweisen können. Für diesen Bereich seien insgesamt 210 Millionen Euro pro Jahr eingeplant. Der Umfang jedes Fördervorhabens soll bei durchschnittlich 21 Millionen Euro liegen.

Deutsche Forschungsgemeinschaft entscheidet über Mittelvergabe

Zwei Förderrunden sind für den Zeitraum 2005-2011 vorgesehen. Die Auswahl der Anträge der Hochschulen erfolge durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Wer in der ersten Runde scheitere, könne sich erneut bewerben. Die endgültigen Entscheidungen in der zweiten Runde sollten im Oktober 2007 getroffen werden. Im Oktober 2007 sollen die Gewinner der zweiten Förderrunde bekannt gegeben.

Die Bundesregierung will in dieser Legislaturperiode zusätzliche sechs Milliarden Euro in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE) "investieren". Diese Mittel sollten dazu beitragen, "dass der Innovationsstandort Deutschland auch zukünftig international zur Spitze zählt. Zudem werden damit auch Forschungsinvestitionen der Wirtschaft angestoßen." Nur so könne Deutschland auf den Märkten von morgen bestehen, heißt es zur Begründung.

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