In Bayern entstanden 2005 mehr Solarstromanlagen als in USA und Japan

Erneuerbare Energie

Im vergangenen Jahr seien in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 912 Megawatt (MW) neu installiert worden, berichtet das Solarstrom-Magazin PHOTON in seiner November-Ausgabe. 2004 seien es 597 MW gewesen. Die Zahlen seien deutlich höher als bisher angenommen. Eine neue Datenbasis erlaube nun sichere Aussagen. Alle in Deutschland auf Dächern und Freiflächen installierte Solaranlagen hätten im Jahr 2005 mit insgesamt 0,26 Prozent zur deutschen Stromproduktion beigetragen, schreibt das Magazin.

Allein in Bayern seien im vergangenen Jahr 419 MW installiert worden, mehr als in den weltweit zweit- und drittgrößten Märkten Japan (290 MW) und USA (100 MW) zusammen. PHOTON-Chefredakteurin Anne Kreutzmann: "Vielleicht schon 2006 werden bundesweit bei allen Stromverbrauchern rund eine Milliarde Euro für die Solarstromvergütung eingesammelt. Rund die Hälfte davon wird dann an bayerische Anlagenbetreiber überwiesen, die es wieder in den regionalen Wirtschaftskreislauf investieren können."

Die von PHOTON veröffentlichten Zubauzahlen für Deutschland und die einzelnen Bundesländer seien aufgrund schriftlicher Bestätigungen von über 90 Prozent aller deutschen Netzbetreiber nachgewiesen. Sie basierten nicht auf Hochrechnungen oder Schätzungen. Alle Netzbetreiber, von welchen PHOTON keine Auskunft vorliege, seien in den Zahlen nicht berücksichtigt. Wenn man die noch ausstehenden Zahlen als Hochrechnung mit einbeziehe, komme man auf einen Zubau von 675 MW im Jahr 2004 und 993 MW im Jahr 2005.

Bisher sei PHOTON für 2005 von einer Stagnation des Zubaus in Deutschland ausgegangen. Allerdings zeige sich jetzt: Während in den weniger sonnigen Bundesländern die neu installierte Leistung stagniere oder sich der Zubau auf niedrigem Niveau abspiele, sei die Neuerrichtung von Solarstromanlagen in Baden-Württemberg und Bayern steil nach oben gegangen. Für 2006 rechne PHOTON hingegen mit einem deutlichen Rückgang des Zubaus auf rund 700 MW.