Regensburg will "Division Spezielle Operationen" behalten

Eingreifkräfte

Die Stadt Regensburg verstärkt ihren Widerstand gegen die Verlegung der "Division Spezielle Operationen" nach Stadtallendorf in Hessen. Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) rechnete am Dienstag vor, dass die Umsiedelung der Bundeswehreinheit den Steuerzahler erheblich teurer käme als eine Modernisierung des Standorts Regensburg.

Er verfüge über Informationen aus der Bundesverwaltung, wonach am hessischen Standort Investitionen in Höhe von insgesamt mehr als 50 Millionen Euro erforderlich seien. In Regensburg würden nach seinen Angaben rund zwölf Millionen Euro ausreichen. Die Verlegung sei somit aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht zu rechtfertigen und auch aus militärischer Sicht nicht erforderlich, argumentierte der Kommunalpolitiker.

In einem Brief an Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) forderte Schaidinger, den noch von der rot-grünen Vorgängerregierung getroffenen Umzugsbeschluss der Division zu revidieren. Im Antwortschreiben des Ministeriums heiße es aber, dass eine nochmalige Überprüfung keine neuen Erkenntnisse ergeben habe. Man halte deshalb an der Stationierungsentscheidung fest.

Die Division Spezielle Operationen

Die Division Spezielle Operationen (DSO) ist eine zukünftig etwa 10.000 Mann starke Division des deutschen Heeres, derzeit mit Sitz des Stabes in Regensburg und unterstellten Truppenteilen in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Bayern und Baden-Württemberg. Die Division bündelt alle luftlandefähigen Kräfte des Heeres. Teile der Division sind als Eingreifkräfte klassifiziert. Die in der Öffentlichkeit bekannteste unterstellte Einheit ist das Kommando Spezialkräfte (KSK).

Als Vorläufer der Division wurde 1956 die 1. Luftlandedivision in Esslingen (ab 1964 Bruchsal) aufgestellt. Diese wurde 1992 in Somalia eingesetzt.

1994 wurde die 1. Luftlandedivision außer Dienst gestellt, im Gegenzug jedoch die 4. Panzergrenadierdivision, die 1956 als 4. Grenadierdivision in Regensburg aufgestellt worden war, in Kommando Luftbewegliche Kräfte (KLK)/4. Division umbenannt. Ihr unterstanden anfänglich drei Luftlandebrigaden. 1995 wurde das KLK/4. Division in Kroatien eingesetzt.

1996 wurde die Luftlandebrigade 25 in das Kommando Spezialkräfte umgegliedert. 1997 wurde der Verband in Sarajevo als Teil des deutschen SFOR-Kontingents eingesetzt. Ebenfalls 1997 evakuierten Einheiten des Verbandes Deutsche aus Tirana. 1998 verlegten Teile des Verbandes nach Tetovo in Mazedonien. 1999 folgten Einsätze in Albanien (AFOR) und im Kosovo (KFOR).

2001 wurde der Verband in "Division Spezielle Operationen" umbenannt. 2002 war die Division Leitdivision für den ISAF-Einsatz in Afghanistan.

2003 wurde die Luftlandefernmeldekompanie 100 neu aufgestellt. 2003 wechselte das Fernmelderegiment 4 zur Division Luftbewegliche Operationen, im Gegenzug wechselte die Luftlandefernmeldekompanie 9 aus Dillingen als Luftlandefernmeldekompanie 200 zur Division.