Zunahme an psychischen Erkrankungen unter Arbeitnehmern

Betriebskrankenkassen

Die Betriebskrankenkassen registrieren eine deutliche Zunahme an psychischen Erkrankungen unter Arbeitnehmern. Wie der BKK-Bundesverband am Montag in einer Halbjahresbilanz mitteilte, gehen derzeit 8,9 Prozent aller Krankentage auf psychische Störungen zurück. 1976 lag dieser Anteil bei zwei Prozent. Wie die BKK weiter mitteilte, nahmen die betrieblichen Fehltage bei psychischen Erkrankungen zwischen 2001 und 2006 um 17 Prozent zu, während in allen anderen Krankheitsarten ein Rückgang der Fehlzeiten um 15 Prozent zu Buche stand. Besonders auffällig sei die Zunahme so genannter affektiver Störungen wie Depressionen. Hier wurde im Zeitraum 2001 bis 2006 allein ein Anstieg um 35 Prozent registriert.

Arbeitnehmer, die an psychischen Erkrankungen leiden, fallen den Angaben zufolge auch deutlich länger aus. Während die normalen Ausfallzeiten im Schnitt bei 12,2 Kalendertagen liegen, sind psychisch Kranke im Mittel 30,4 Tage lang dienstunfähig. Nur in Fällen von bösartigen Tumorerkrankungen werden mit 35,5 Tagen noch längere Fehlzeiten registriert. 2006 verursachte ein Depressionsfall im Durchschnitt offenbar 44 Fehltage.

Im Gesamtjahr 2006 lag der Krankenstand bei 3,4 Prozent oder 12,4 Kalendertagen. Der Trend sinkender Krankenstände in den vergangenen Jahren werde sich aller Voraussicht nach 2007 nicht fortsetzen, hieß es. Die Erhebungen für das erste Halbjahr 2007 deuteten auf einen leicht erhöhten Krankenstand gegenüber 2006 hin. 2006 wurden den Angaben zufolge die geringsten Fehltage seit 30 Jahren ausgewiesen.