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Köhler warnt vor Bioenergie-Kulturen auf Kosten der Ernährungslage

Agrar-Monokulturen in Entwicklungsländern

Bundespräsident Horst Köhler warnt vor neuen Agrar-Monokulturen in Entwicklungsländern auf Kosten der dortigen Ernährungslage. Monokulturen zur Herstellung von Biotreibstoff seien ohnehin keine adäquate Antwort auf das Problem des Klimawandels, sagte Köhler zum Welternährungstag am 16. Oktober in Rom. Dies gelte aber vor allem dann, wenn damit die Wasserprobleme in den Entwicklungsregionen noch zunähmen oder die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais oder Weizen enorm stiegen. Köhler mahnte laut Redemanuskript: "Bioenergie darf nicht zulasten von Ernährungssicherheit gehen."

Der Bundespräsident erinnerte daran, dass in der Vergangenheit bei der Agrarförderung in den Entwicklungsländern "viele Weichen falsch gestellt" worden seien. Auch Europa sei daran beteiligt gewesen, weite Teile der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern auf Monokulturen für den Export umzustellen. So sei statt Maniok für den Eigenbedarf Kakao für den Weltmarkt angebaut worden. "Schlimm wäre es, wenn wir die Fehler der Vergangenheit wiederholen würden", Köhler.

Köhler für dezentrale Energieversorgung - in Entwicklungsländern

Es sei aber eine interessante Idee, Bioenergie direkt zur Bekämpfung der Armut zu nutzen. "Anstatt nur Autos zu bewegen, könnte die Bioenergie in Entwicklungsländern auch der dezentralen Energieversorgung im ländlichen Raum zugutekommen", sagte Köhler.

Der Präsident betonte, Nahrungsmittelhilfe bleibe ein unverzichtbares Instrument der humanitären Hilfe. Nothilfe dürfe aber nicht selbst zum Problem werden. "Zuviel und ständige Hilfe von außen kann die Eigeninitiative lähmen und häufig sogar Abhängigkeiten begründen", so Köhler. Die Lebensmittel würden konsumiert, die Äcker blieben unbestellt. "Nahrungsmittelhilfe sollte auch nicht dazu dienen, Agrarüberschüsse in den Industrieländern dauerhaft in Entwicklungsländern unterzubringen."

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