Demonstration gegen Hotel-Verkauf an NPD in Warmensteinach

"Warmensteinach ist bunt, nicht braun"

Gegen den geplanten Verkauf eines Hotels in Warmensteinach (Bayern) an die NPD formiert sich Widerstand. Für Samstag (16. August) ist eine Protestkundgebung in der Fichtelgebirgsgemeinde geplant. Ab 14.00 Uhr wollen besorgte Bürger und Politiker unter dem Motto: "Warmensteinach ist bunt, nicht braun" demonstrieren, wie die Projektstelle gegen Rechtsextremismus am Mittwoch in Bad Alexandersbad mitteilte.

Gegen eventuell geplante Veranstaltungen der NPD am Wochenende erließ das Landratsamt Bayreuth am Mittwoch vorbeugend eine Verbotsverfügung. Noch sei aber nichts dergleichen angemeldet worden, sagte die Sprecherin der Regierung von Oberfranken, Andrea Weustink.

Ein führender NPD-Aktivist hatte im Internet zum "nicht-öffentlichen Gedenken" an Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß aufgerufen. Am Sonntag jährt sich der Todestag von Heß, der als verurteilter Kriegsverbrecher 1987 in einem Berliner Gefängnis starb. Die Polizei kündigte an, das Veranstaltungsverbot "mit aller Entschiedenheit" durchzusetzen.

Der Verkauf des Hotels an die NPD ist nach Angaben von Weustink offenbar noch nicht erfolgt. Angeblich soll das Hotel für 1,8 Millionen Euro einem führenden NPD-Funktionär angeboten worden sein. Weustink sagte, von behördlicher Seite wäre das Geschäft wohl nicht zu verhindern. Projektstellenleiterin Simone Richter forderte: "Warmensteinach darf weder ein Treffpunkt für die Neonazi-Szene werden noch ein NPD-Zentrum bekommen."

Aus der 20 Kilometer entfernten Stadt Wunsiedel, die wegen des dort gelegenen Grabes von Heß seit Jahren mit Neonazi-Umtrieben kämpft, wird Bürgermeister Karl-Willi Beck nach Warmensteinach kommen. Mit Hilfe von Gerichten wurden geplante Gedenkkundgebungen von Neonazis in Wunsiedel verboten.