14-jähriges Opfer rechtsextremistischer Gewalt ist tot

Ursache unklar

Zwei Jahre nach einem Neonazi-Überfall auf einen Jungen aus Pömmelte in Sachsen-Anhalt ist das Kind aus noch ungeklärter Ursache verstorben. Der 14-jährige Kevin starb bereits am 28. Dezember 2008 bei einer Winterfreizeit im thüringischen Tambach-Dietharz (Kreis Gotha), wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt am Freitag (9. Januar) sagte. Ein gerichtsmedizinisches Gutachten soll den Angaben zufolge in vier Wochen vorliegen. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt.

Der Schüler lebte bis zu seinem Tod in einer betreuten Wohneinheit einer Jugendeinrichtung in Bernburg (Salzlandkreis). Zum Zeitpunkt des Überfalls am 9. Januar 2006 war der damals zwölf Jahre alte Junge in einem Kinderheim in Pömmelte untergebracht.

Aus fremdenfeindlichen Motiven hatten damals drei 16-Jährige und ein 20 Jahre alter Mann den Jungen über eine Stunde lang grausam gequält. Das Opfer erlitt laut einem Gutachten 34 Verletzungen. Die rechten Schläger wurden am 22. Mai 2006 vom Amtsgericht Schönebeck zu Jugendstrafen von dreieinhalb und zwei Jahren verurteilt, zwei Täter erhielten Bewährungsstrafen.