Kampagne gegen sexuelle Gewalt auf dem Oktoberfest

Aktion "Sichere Wies´n für Mädchen und Frauen"

Elf Sexualdelikte und fünfzehn Beleidigungen mit sexuellem Hintergrund weist die polizeiliche Kriminalstatistik für das letztjährige Oktoberfest aus; 2001 waren es 13 angezeigte Sexualdelikte. Die Dunkelziffer liegt jedoch weit höher: Fachkreise gehen von zehn bis zwanzig tatsächlichen Vergewaltigungen gegenüber einer angezeigten Vergewaltigung aus. Die drei Münchner Institutionen AMYNA, IMMA und Frauennotruf haben daher in Kooperation mit der Karlsruher Stiftung Hänsel + Gretel die Kampagne "Sichere Wies'n für Mädchen und Frauen" gestartet.

Viele ignorieren oder verharmlosen sexualisierte Gewalt auf der Wies´n. Die Verantwortung für die Taten wird häufig auf die Opfer abgewälzt. Die Aktion möchte daher ein deutliches Signal setzen: Sexualisierte Gewalt wird nicht geduldet!

Der in diesem Jahr erstmals installierte 'Security-Point' im Behördenhof des Oktoberfests dient als Beratungs- und Informationsstelle. Täglich von 17 bis 24 Uhr berät ein professionelles Team verunsicherte, bedrohte, belästigte oder vergewaltigte Mädchen und Frauen. Der Security-Point bietet als Schutzraum auch die Möglichkeit, auf eine vertraute Person zu warten und gewährleistet falls nötig Begleitung zu Taxi oder Polizei. Darüber hinaus informiert die Anlaufstelle über weitere Hilfsangebote.

Die Initiatorinnen möchten mit ihrer Kampagne die Problematik von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen deutlich vor Augen führen und konkrete Hilfe bieten. Die Aktion soll das Sicherheitsgefühl von Mädchen und Frauen erhöhen und Handlungsmöglichkeiten im Falle einer sexuellen Gewalttat aufzeigen. Sie dient dazu, die Wahrnehmung von Übergriffen bei allen Besuchern und Besucherinnen zu schärfen sowie zu Zivilcourage und solidarischem Handeln zu ermutigen. Übergeordnetes Ziel ist, die Öffentlichkeit für das Tabu-Thema sexuelle Gewalt zu sensibilisieren.