Kritik am Bundesamt für Strahlenschutz wegen Atommüll-Endlager Gorleben

Welche Behörden und Wissenschaftler tragen die Schuld?

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg übt heftige Kritik am Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und an der Bundesregierung. "Die Asse II hätte niemals Atommülldeponie werden dürfen, räumen das BfS und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ein. Die Havarie der Asse II war jedoch schon lange absehbar." Die Frage, welche Institutionen und Wissenschaftler - frühen Warnungen und Bedenken zum Trotz - absehbare Wassereinbrüche in dem Kalibergwerk in Abrede gestellt hätten, muss nach Auffassung der Bürgerinitiative endlich geklärt werden. Dass das Bundesamt sich mit dem Argument bedeckt halte, man wolle keine Schuldzuweisungen, sei nicht länger nachvollziehbar und wecke Misstrauen, denn die Glaubwürdigkeit jener Institutionen und Wissenschaftler sei dahin. "Schließlich hatten etliche Institute und Institutionen sowohl der Asse II einen Persilschein ausgestellt als auch für den Salzstock Gorleben plädiert, trotz der Laugenaufschlüsse bei den Tiefbohrungen in den 80er Jahren und auch bei den Laugenzuflüssen beim Abteufen der Schächte in den 90er Jahren", so ein Sprecher der Bürgerinitiative.

Die Bürgerinitiative wandte sich nun mit einem Schreiben an die Bundesbehörde: "Wir möchten Sie deshalb bitten, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, welche Behörden und Wissenschaftler sowohl für die Asse II als auch für Gorleben als Atommülldeponie plädiert haben. Wir fordern Sie erneut auf, uns darzulegen, welche Gründe die Vorläufer-Behörde des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Mitte der 80er Jahre anführte, um 'Parallelbohrungen' zu Gorleben durchzuführen, also nicht mehr allein auf Gorleben zu setzen".

"Unbeantwortet" ist nach Darstellung der Bürgerinitiative auch die Frage geblieben, wer für "den Maulkorb" politisch verantwortlich gewesen war, den die Bundesregierung zu jener Zeit der Physikalisch-Technische Bundesanstalt verpasst habe, "um kritische Äußerungen über Gorleben zu unterbinden".

Schließlich möchte die Initiative wissen, ob es stimmt, "dass die Untersuchungen der Laugenzuflüsse in Gorleben nicht nur der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die sich in der Asse II 'verbrannt hat', und der TU Clausthal, sondern auch der GSF, also der Asse II- Betreiberin, oblagen".

"Vorausgesetzt, unsere Information stimmt, dann muss zwingend eine Neubewertung der Laugenzuflüsse in Gorleben vorgenommen werden", fordert die Bürgeriniative, die sich gegen ein atomares Endlager in Gorleben einsetzt.