WALD UNTER KLIMASTRESS

Forstroboter im Klimawandel: ForestBots aus Wolfenbüttel

Ein kettengetriebener Roboter setzt mit seinem Greifarm einen Setzling. Ein zweiter Forstroboter transportiert eine Pflanzenschale.Im Klimawandel setzen Hitze, Dürre und Borkenkäferbefall den Wäldern zu und haben im Harz und anderswo große Kahlflächen hinterlassen. In Wolfenbüttel erprobt die Ostfalia zwei elektrische Forstroboter, die das Pflanzen von Setzlingen auf solchen Flächen unterstützen sollen.

Die vierte Bundeswaldinventur zeigt die Größenordnung der Herausforderung: Zwischen 2017 und 2022 sank der Kohlenstoffvorrat im deutschen Wald um 41,5 Millionen Tonnen beziehungsweise drei Prozent. In diesem Zeitraum gab der Wald mehr Kohlenstoff ab, als er aufnahm. Das ist ein bundesweiter Befund, keine Messung zur Wirkung von ForestBots. Vor diesem Hintergrund koordiniert die Fakultät Maschinenbau der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel das Forschungsprojekt: Ein Roboter soll Setzlinge auf geschädigten Flächen pflanzen, ein zweiter Material nachliefern. [1] [8]

Note

Klimasignal, keine Projektbilanz

Die Inventurzahl beschreibt den deutschen Wald im Zeitraum 2017 bis 2022. Sie belegt weder eine Wirkung der ForestBots-Technik noch eine CO2-Bindung durch das Projekt. [8]

Klimawandel im Wald: Hitze und Dürre verändern die Ausgangslage

Wälder sind vom Klimawandel betroffen und zugleich wichtig für den Klimaschutz. Das Umweltbundesamt beschreibt die Hitze- und Dürrejahre 2018 bis 2020 sowie 2022 als deutliche Belastung: Wärme und Trockenheit schwächten Bäume; in der Folge nahmen unter anderem Schäden durch Schadinsekten zu. Auf großen Schadflächen wird Wiederbewaldung dadurch zu einer personell und finanziell anspruchsvollen Aufgabe. [9]

ForestBots setzt an einem eng begrenzten Teil dieser Aufgabe an: Das Projekt entwickelt Technik, die Setzlinge auf geschädigten Flächen pflanzen und Material nachliefern soll. Es ist damit vor allem ein Vorhaben zur Anpassung an veränderte Wald- und Arbeitsbedingungen. Ob Roboter solche Arbeit erleichtern, muss sich erst in den Versuchen zeigen.

Warning

Noch kein Nachweis für Klimaschutzwirkung

Die Projektbeschreibung belegt bislang weder vermiedene Treibhausgasemissionen noch Anwuchserfolg, zusätzliche Kohlenstoffbindung oder flächendeckende Einsatzreife. Ein Forstroboter allein macht einen Wald nicht klimaresilient. [1] [2]

Vom Borkenkäfer zur Kahlfläche: Was der Klimawandel im Harz zeigt

Der Harz ist in Deutschland das bekannteste Beispiel dafür, wie im Klimawandel aus Trockenstress eine Flächenkrise wird. Nach dem NGO-Online-Beitrag zum Waldsterben im Harz trafen die Dürrejahre ab 2018 auf große Fichtenbestände, die über Jahrhunderte außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets gepflanzt worden waren. Im Nationalpark Harz sind demnach über 90 Prozent der alten Fichtenforste abgestorben; in den angrenzenden Landes- und Kommunalwäldern entstanden über 30.000 Hektar Schad- und Kahlflächen. [6]

Der Borkenkäfer ist dabei weniger die Ursache als der Verstärker. Ein einzelner Käfer kann einen gesunden Baum nicht überwinden. Erst wenn Dürre die Harzabwehr der Fichte geschwächt hat, lockt ein Pionierkäfer mit Botenstoffen Artgenossen an, bis die Abwehr des Baumes erschöpft ist. Der Buchdrucker (Ips typographus) gilt als bedeutendste Fichten-Borkenkäferart; heiße Sommer verkürzen seine Entwicklungszeit, sodass in einem Jahr mehrere Generationen schlüpfen können. [6] [11]

Schema der Kausalkette: Fichten-Reinbestände, Dürre und Hitze, Borkenkäfer-Massenvermehrung, Wiederbewaldung. ForestBots setzt nur beim Pflanzschritt der Wiederbewaldung an.

Von der Dürre zur Wiederbewaldung: ForestBots betrifft nur den letzten Schritt der Kette.

Kausalkette im Harz und der Ansatzpunkt von ForestBots
StufeAuslöserFolgeRolle von ForestBots
AusgangslageFichten-Reinbestände, teils außerhalb des natürlichen VerbreitungsgebietsGleichaltrige, labile Bestände [6]Keine
KlimaimpulsDürre und Hitze ab 2018, SturmschädenTrockenstress, die Harzabwehr der Fichte bricht ein [6] [9]Keine
Biologische ReaktionBorkenkäfer-MassenvermehrungAbsterben der Altbäume, Schad- und Kahlflächen [6] [11]Keine
WiederbewaldungNaturverjüngung oder gezielte PflanzungNeue Mischbestände [6]Nur der Pflanzschritt, wo die Forstplanung Pflanzung vorsieht [1]

Note

Der Harz ist Referenzfall, kein Einsatzgebiet

ForestBots testet auf forstlichen Versuchsflächen in Südostniedersachsen. Der Harz dient in diesem Beitrag als Vergleichsbeispiel für die Folgen von Dürre und Borkenkäferbefall. Eine Erprobung der Roboter im Harz ist in den Projektangaben nicht genannt. [1] [3]

Dazu passt eine Unterscheidung, die im Harz besonders sichtbar ist. Im Nationalpark Harz gilt der Prozessschutz: Totholz bleibt in der Naturdynamikzone liegen, gepflanzt wird dort nicht. In den angrenzenden Wirtschaftswäldern räumen Forstbetriebe befallenes Holz und bauen den Wald planmäßig um, auch durch Pflanzung standortheimischer Laubbäume. [6] Für Pflanztechnik kommen daher von vornherein nur Flächen mit forstlichem Pflanzbedarf in Frage, nicht Schutzgebiete mit Naturentwicklung.

Wie die Forstroboter Bäume pflanzen sollen

ForestBots setzt nicht auf eine einzelne große Forstmaschine, sondern auf einen kleinen Verbund zweier autonomer mobiler Roboter, kurz AMR. Der erste Geräteträger soll mit einem Pflanzwerkzeug und einem kollaborativen Industrieroboter arbeiten. Der zweite Roboter bringt Pflanzmaterial aus einem Lager am Rand der Fläche nach und versorgt den ersten mit Setzlingen. Sensoren und eine gemeinsame Kommunikationsstelle sollen dafür sorgen, dass die Fahrzeuge Informationen zu Position, Magazinfüllstand und Arbeitsablauf austauschen. [1] [2]

Der Ablauf bleibt dabei zunächst teilautomatisiert. Die Ostfalia beschreibt, dass ein Mensch den ersten Roboter per Funk über die Fläche führt. Der zweite soll ihn bei Bedarf selbstständig anfahren und als Shuttle zwischen Pflanzfläche und Lager pendeln. Auch das Aufsetzen der Pflanzcontainer ist weiterhin eine Aufgabe für Mitarbeitende. ForestBots erprobt also ein Zusammenspiel von Mensch und Maschine – keinen menschenleeren Wald und keine vollständig autonome Serienlösung. [2]

Die beiden Roboter im Vergleich
MerkmalRoboter 1: PflanzerRoboter 2: Shuttle
AufgabeSetzt Setzlinge auf der FlächeBringt Pflanzmaterial aus dem Lager nach
AusstattungPflanzwerkzeug und kollaborativer IndustrieroboterTransportplattform, Sensorik
SteuerungWird von einem Menschen per Funk über die Fläche geführtFährt Roboter 1 bei Bedarf selbstständig an
DatenaustauschPosition, Magazinfüllstand und Arbeitsablauf über eine gemeinsame KommunikationsstelleWie Roboter 1 [1] [2]

Das Projekt soll auf forstlichen Versuchsflächen in Südostniedersachsen zeigen, ob sich solche Abläufe unter realen Bedingungen umsetzen lassen. Die Landwirtschaftskammer bringt dafür forstfachliche Informationen, Kontakte, Versuchsflächen und Pflanzgut ein. Ostfalia entwickelt unter anderem Pflanzaggregat, Wechselplattform und den kollaborativen Roboter; die HAWK arbeitet an Navigation, Lokalisierung und Steuerung. [1] [3]

Wer an ForestBots arbeitet

Verbundpartner und ihre Aufgaben
BeteiligteBeitrag zum Projekt
Ostfalia Hochschule, Fakultät MaschinenbauKoordiniert das Verbundprojekt. Prof. Dr.-Ing. Andreas Ligocki arbeitet an Konstruktion und Mobilmaschinen; Prof. Dr.-Ing. Holger Brüggemann vertritt den Schwerpunkt Robotik. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anja Krauth entwickelt das Pflanzaggregat.
HAWK GöttingenDas Team um Prof. Dr. Thomas Linkugel entwickelt Navigation, Lokalisierung und Steuerung der mobilen Roboter.
Landwirtschaftskammer NiedersachsenBringt forstfachliche Anforderungen, Pflanzgut, Kontakte und Versuchsflächen ein. Martin Hillmann wird auf der Projektseite als Projektleiter, Heike Gerdes als Projektkoordinatorin genannt.
Weitere PraxispartnerZum Kreis der assoziierten Partner zählen unter anderem Agria-Werke, Niedersächsische Landesforsten, mehrere Realgemeinden und Forstverwaltungen sowie Forest Solutions Woicke. [2] [3]

Eine zusätzliche Verbindung zur Praxis beschreibt die Stiftung Zukunft Wald: Studierende der Ostfalia hätten auf einer von der Stiftung bereitgestellten Schulwaldfläche in Lengede erste Vorversuche zur Bodenöffnung durchgeführt. Die Fläche sollte ab November selbst zu einem Schulwald werden. Die Stiftung begleitet damit praktische Erprobungen; sie wird auf der Ostfalia-Projektseite jedoch nicht als formeller Verbundpartner aufgeführt. [4]

Der Projektkoordinator: Andreas Ligocki

Andreas Ligocki ist in Wolfenbüttel geboren und hat Maschinenbau an der Technischen Universität Braunschweig studiert. Seine Promotion über das Wasserstrahlschneiden landwirtschaftlicher Güter schloss er 2004 mit „summa cum laude“ ab. Danach arbeitete er in der Vorentwicklung von Halmgut-Erntemaschinen bei CLAAS und übernahm später die Entwicklungs- und Konstruktionsleitung für Hydrauliksysteme. 2010 nahm er den Ruf an die Ostfalia an. [7]

Sein Forschungsprofil verbindet mobile Maschinen, Hydraulik und digitale Umweltmesstechnik. Die Hochschule ordnet seine Arbeit unter „Grüner Maschinenbau“ ein; seit dem Wintersemester 2025/26 gehört er zu den Forschungsprofessuren der Ostfalia. Ligocki ist als Ansprechpartner für ForestBots genannt. Die Entwicklung des Pflanzaggregats ist zugleich Aufgabe der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Anja Krauth – das Projekt ist Teamarbeit. [1] [7] [10]

Warum ein kleiner Roboter für den Wald interessant sein könnte

Auf Schadflächen können abgestorbene Bäume und herabfallende Äste die Arbeit gefährlich machen. Gleichzeitig sind große, schwere Maschinen nicht für jeden Einsatzort geeignet. Die Projektbeschreibung setzt deshalb auf kleine Raupenfahrzeuge und einen vergleichsweise geringen Bodendruck. Nach Angaben der Ostfalia wiegt die geplante Maschine weniger als eine Tonne; große Forstmaschinen könnten bis zu 40 Tonnen wiegen. Das ist eine Projektangabe und noch kein unabhängiger Vergleich der tatsächlichen Bodenwirkungen im Einsatz. [1]

Wenn die Versuche erfolgreich sind, könnte ein Roboterschwarm einzelne Pflanz- und Transportarbeiten erleichtern und Forstpersonal auf schwer zugänglichen Flächen unterstützen. Ob er tatsächlich Zeit spart, den Boden schont oder wirtschaftlich betrieben werden kann, muss sich erst im Feld zeigen. Genau dafür sind die Erprobung und die Zusammenarbeit mit forstlichen Praxispartnern wichtig.

Klimaanpassung ist mehr als das Pflanzen von Bäumen

Ein Pflanzroboter entscheidet nicht, welcher Wald an einem Standort wachsen soll. Baumartenwahl, natürliche Verjüngung, Boden- und Wasserhaushalt, Wildverbiss und Pflege bleiben forstliche Aufgaben. Die Bundeswaldinventur zeigt zugleich, dass Pflanzung nicht überall der Ausgangspunkt ist: 91 Prozent des jungen Waldes entstanden laut Inventur durch Naturverjüngung, also ohne gesonderte Saat oder Pflanzung. ForestBots kann deshalb allenfalls dort ein Werkzeug sein, wo Fachleute eine gezielte Pflanzung für sinnvoll halten. [8]

Naturverjüngung und gezielte Pflanzung: Wo Technik überhaupt ansetzt
KriteriumNaturverjüngungGezielte Pflanzung
Typischer RahmenProzessschutz, zum Beispiel in der Naturdynamikzone des Nationalparks Harz; Fachleute setzen auch im Wirtschaftswald darauf [6] [8]Waldumbau im Wirtschaftswald nach forstlicher Planung [6]
Baumarten (Beispiel Harz)Pioniergehölze wie Eberesche und Birke, später Mischbaumarten [6]Gezielte Mischung, zum Beispiel aus Buche, Eiche und Tanne [6]
AufwandGering, Entwicklung läuft eigendynamischHöher: Pflanzung, Verbissschutz und Anwachspflege [6]
Rolle von ForestBotsKeineMöglicher Baustein für den Pflanzschritt [1] [2]

Tip

Erst prüfen, ob gepflanzt werden muss

Natürliche Verjüngung ist in vielen Fällen der Ausgangspunkt. Technik für die Pflanzung ist dort interessant, wo die forstliche Planung einen konkreten Bedarf sieht – nicht als Standard für jede Schadfläche. [8]

Auch die Anpassung der Wälder an den Klimawandel ist umfassender als die Wahl eines Pflanzroboters. Das Umweltbundesamt hebt unter anderem den Wasserhaushalt, standortgerechte Baumarten, genetische Vielfalt und strukturreiche Mischwälder hervor. Die Technik kann einen Arbeitsschritt unterstützen; sie kann weder die waldbauliche Planung noch die langfristige Pflege ersetzen. [9]

Welche Baumarten zu einem wärmeren und trockeneren Standort passen, erläutert der NGO-Online-Beitrag zu den Baumarten im Klimawandel [5]. Wie Waldschäden und Wiederbewaldung im Harz verlaufen, zeigt der Beitrag zum Waldsterben im Harz [6]; die biologischen Hintergründe liefert das Lexikon zum Borkenkäfer im Wald [11]. Der Kriterien-Check zu Baumpflanzungen von NGO Online ordnet die Qualität und Grenzen solcher Aktionen ein. Der Harz ist ein regionales Vergleichsbeispiel – kein ausgewiesenes Einsatzgebiet von ForestBots.

Die zentrale Klimafrage an das Projekt lautet daher nicht nur, wie schnell ein Roboter Setzlinge in den Boden bringt. Entscheidend ist, auf welchen Flächen die Technik gebraucht wird, wie die Forstpraxis den Pflanzplan festlegt und ob die jungen Bäume unter den Bedingungen vor Ort dauerhaft anwachsen. Diese Fragen gehören zu den Punkten, die die Projektpartner in Feldversuchen und gemeinsam mit den Forstleuten klären müssen.

Ein Forschungsprojekt, kein fertiger Forstservice

ForestBots wird mit einer Million Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Förderlinie „Digital GreenTech – Umwelttechnik trifft Robotik“ gefördert. Im Mittelpunkt steht zunächst der Prototyp: Die Roboter, das Pflanzwerkzeug, die Software und die Kommunikation zwischen den Geräten müssen zusammenarbeiten und sich in einer anspruchsvollen Waldumgebung bewähren. [1] [2]

Für Waldbesitzer und Forstbetriebe ist deshalb vorerst entscheidend, welche Ergebnisse die Versuche liefern: Wie zuverlässig pflanzt das Aggregat unterschiedliche Setzlinge? Wie gut kommen die Fahrzeuge mit unebenem Boden, Hindernissen und wechselnden Bedingungen zurecht? Wie viel menschliche Betreuung braucht der Ablauf? Und wachsen die gesetzten Bäume später tatsächlich an? Die Projektseiten beschreiben diese Fragen als Entwicklungs- und Erprobungsaufgabe; belastbare Ergebnisse zur Serienreife oder zum Anwuchserfolg sind dort noch nicht veröffentlicht.

Stand der Erprobung: Was belegt ist und was offen bleibt
FrageStand laut veröffentlichten Projektangaben
Teilautomatisierter Ablauf mit zwei RoboternKonzept beschrieben, Erprobung auf Versuchsflächen vorgesehen [1] [2]
Zuverlässigkeit des PflanzaggregatsOffen, wird in Versuchen geklärt
Geländegängigkeit und BodenwirkungProjektangabe: Gewicht unter einer Tonne; kein unabhängiger Vergleich im Einsatz [1]
Anwuchserfolg der gesetzten BäumeKeine Ergebnisse veröffentlicht
Klimaschutzwirkung (vermiedene Emissionen, CO2-Bindung)Nicht belegt
Serienreife und WirtschaftlichkeitNicht belegt, Entwicklungsprojekt

ForestBots ist damit kein Ersatz für naturnahe Waldentwicklung und keine fertige Antwort auf die Waldkrise. Das Projekt testet einen konkreten technischen Baustein: ob ein koordiniertes Team kleiner Maschinen die Pflanzarbeit sicherer und praktikabler machen kann. Ob daraus ein nützliches Werkzeug für den Waldumbau wird, entscheidet sich nicht im CAD-Modell, sondern auf den Versuchsflächen und an den jungen Bäumen danach.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist ForestBots? Ein Forschungsverbund unter Koordination der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel (Fakultät Maschinenbau), gemeinsam mit der HAWK Göttingen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er entwickelt einen teilautomatisierten Pflanzprozess mit zwei vollelektrischen, geländegängigen Robotern. [1] [2] [3]
  • Warum gibt es das Projekt? Im Klimawandel haben Dürre, Hitze und Borkenkäferbefall große Schadflächen hinterlassen, deren Wiederbewaldung personell und finanziell anspruchsvoll ist. Der Harz ist das bekannteste Beispiel dafür. [6] [9] [11]
  • Was kann der Roboter leisten? Er soll den Pflanzschritt unterstützen: ein Roboter pflanzt, ein zweiter liefert Setzlinge nach. Ein Mensch führt den Pflanzroboter per Funk. [2]
  • Was ist klimapolitisch einzuordnen? ForestBots dient vor allem der Klimaanpassung. Eine Klimaschutzwirkung oder bezifferte CO2-Bindung ist nicht belegt. [1] [2]
  • Wann ist Pflanzung überhaupt nötig? 91 Prozent des jungen Waldes entstanden laut Bundeswaldinventur durch Naturverjüngung. [8]
  • Wie weit ist das Projekt? Prototypen-Phase mit geplanter Erprobung in Südostniedersachsen, ohne veröffentlichte Ergebnisse zu Anwuchs oder Serienreife. [1] [2]
ForestBots auf einen Blick (Stand der Angaben: 01.10.2026)
MerkmalAngabe
ProjektForestBots – Nachhaltige Schwarmintelligenz für die automatisierte Wiederaufforstung [2]
ArtForschungs- und Entwicklungsprojekt (Verbund)
KoordinationOstfalia Hochschule, Fakultät Maschinenbau, Wolfenbüttel [1]
VerbundpartnerHAWK Göttingen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen [2] [3]
Förderung1 Million Euro, Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Förderlinie „Digital GreenTech – Umwelttechnik trifft Robotik“ [1] [2]
TechnikZwei vollelektrische autonome mobile Roboter (AMR): Pflanzer und Shuttle [2]
GewichtUnter einer Tonne (Projektangabe der Ostfalia) [1]
ErprobungForstliche Versuchsflächen in Südostniedersachsen [1] [3]
AutonomiegradTeilautomatisiert; Mensch führt den Pflanzroboter per Funk [2]
Nicht belegtKlimaschutzwirkung, Anwuchserfolg, Serienreife

Häufige Fragen zu ForestBots

Was ist ForestBots?

ForestBots ist ein Forschungsverbund, der einen teilautomatisierten Prozess zum Pflanzen von Setzlingen mit zwei vollelektrischen, geländegängigen Robotern entwickelt und erprobt. Die Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel koordiniert das Projekt. [1] [2]

Wer ist an ForestBots beteiligt?

Die Ostfalia Hochschule koordiniert das Projekt. Verbundpartner sind außerdem die HAWK Göttingen und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Hinzu kommen assoziierte Partner aus Forstwirtschaft, Kommunen und Praxis. [2] [3]

Sind die Forstroboter schon autonom im Wald unterwegs?

Das Projekt arbeitet an autonomen und teilautonomen Funktionen. Nach der Ostfalia-Projektbeschreibung wird der erste Geräteträger zunächst von einem Menschen per Funk geführt; der zweite soll Materialtransporte teilweise selbstständig übernehmen. ForestBots ist ein Entwicklungsprojekt, keine bereits verfügbare Serienmaschine. [2]

Bekämpft ForestBots den Klimawandel?

Das Projekt soll die Wiederbewaldung geschädigter Flächen unterstützen und ist damit vor allem der Klimaanpassung zuzuordnen. Ein messbarer Beitrag zur Verringerung der Erderwärmung oder eine bezifferte CO2-Bindung ist in den veröffentlichten Projektangaben nicht belegt. [1] [2]

Wie hängen Borkenkäfer und Klimawandel zusammen?

Dürre und Hitze schwächen Fichten, sodass sie dem Borkenkäfer weniger Harz entgegensetzen können. Der Käfer löst die Krise nicht allein aus, sondern verstärkt sie: Er nutzt geschwächte Bäume, und heiße Sommer begünstigen mehrere Käfergenerationen pro Jahr. Mehr dazu im Lexikon zum Borkenkäfer im Wald. [9] [11]

Warum gibt es im Harz so viele Kahlflächen?

Im Harz trafen mehrere Dürrejahre ab 2018 auf große Fichtenbestände, die teils außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets der Fichte standen. Zusammen mit dem Massenbefall durch Borkenkäfer starben viele Altbäume ab. Die Ursachenkette beschreibt der Beitrag zum Waldsterben im Harz. [6]

Kann ein Roboter nach Borkenkäferbefall aufforsten?

Teilweise. ForestBots soll einen Arbeitsschritt unterstützen, das Pflanzen von Setzlingen und die Materiallogistik auf Schadflächen. Welche Baumarten wo wachsen sollen, ob gepflanzt oder natürlich verjüngt wird und wie die Fläche gepflegt wird, entscheiden weiterhin Forstleute. Belastbare Ergebnisse zum Anwuchserfolg liegen noch nicht vor. [1] [2] [8]

Wird ForestBots im Harz eingesetzt?

Die veröffentlichten Projektangaben nennen forstliche Versuchsflächen in Südostniedersachsen, den Harz nicht als Einsatzgebiet. Im Nationalpark Harz gilt zudem der Prozessschutz, dort wird nicht gepflanzt. [1] [3] [6]

Wie schwer sind die Forstroboter?

Nach Angaben der Ostfalia wiegt die geplante Maschine weniger als eine Tonne; große Forstmaschinen könnten bis zu 40 Tonnen wiegen. Es handelt sich um eine Projektangabe, nicht um einen unabhängigen Vergleich der Bodenwirkung im Einsatz. [1]

Wie wird ForestBots gefördert?

Mit einer Million Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, im Rahmen der Förderlinie „Digital GreenTech – Umwelttechnik trifft Robotik“. [1] [2]

Ab wann gibt es die Roboter im Forstbetrieb?

Die veröffentlichten Projektangaben nennen keinen Markttermin. ForestBots ist ein Entwicklungsprojekt; Ergebnisse zu Serienreife und Wirtschaftlichkeit sind dort nicht veröffentlicht. [1] [2]

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DL

Redaktionelle Leitung & Recherche: Detlev Lengsfeld

Detlev Lengsfeld leitet die redaktionelle Recherche bei NGO-Online. Als Wirtschafts- und Fachjournalist widmet er sich der Aufbereitung komplexer wissenschaftlicher Studien, AWMF-Leitlinien und gesundheitsökonomischer Themen. Seine Beiträge entstehen durch sorgfältige Kuration evidenzbasierter Quellen, um Lesern verlässliche Orientierung im Bereich der mentalen und somatischen Gesundheit zu bieten.

[1](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27) Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften: „Ostfalia-Fakultät Maschinenbau koordiniert das Verbundprojekt ForestBots“, 23.03.2026. URL: https://www.ostfalia.de/hochschule/nachrichten/nachricht/23-03-2026_innovative-technik-fuer-nachhaltige-waldentwicklung (abgerufen am 01.10.2026).
[2](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24) Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften: „ForestBots – Nachhaltige Schwarmintelligenz für die automatisierte Wiederaufforstung“. URL: https://www.ostfalia.de/maschinenbau/forestbots (abgerufen am 01.10.2026).
[3](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8) Landwirtschaftskammer Niedersachsen: „Forest Bots – Nachhaltige Schwarmintelligenz für die automatisierte Wiederaufforstung, Teilprojekt 3“. URL: https://www.lwk-niedersachsen.de/lwk/projekte/590_Forest_Bots (abgerufen am 01.10.2026).
[4]Stiftung Zukunft Wald: Beitrag „Projekt ForestBots“, LinkedIn. URL: https://de.linkedin.com/posts/stiftung-zukunft-wald_projekt-forestbots-activity-7475140668202536961-2XQZ (abgerufen am 01.10.2026).
[5]NGO Online: „Baumarten im Klimawandel: Gemeine Fichte vs. Rotbuche im Vergleich“. URL: https://www.ngo-online.de/lexikon/fichte-buche-vergleich (abgerufen am 01.10.2026).
[6](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16) NGO Online: „Waldsterben im Harz: Ursachen, Waldwandel & Mitmach-Guide“, Artikel 101790, 15.08.2026. URL: https://www.ngo-online.de/artikel/waldsterben-harz-ursachen-wiederbewaldung-101790/ (abgerufen am 05.10.2026).
[7](1, 2) Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften: Profil und Vita von Prof. Dr.-Ing. Andreas Ligocki. URL: https://www.ostfalia.de/andreas-ligocki (abgerufen am 01.10.2026).
[8](1, 2, 3, 4, 5, 6, 7) Bundeswaldinventur: „Zusammenfassung“ und „Klimaschützer Wald“, vierte Bundeswaldinventur 2022. URLs: https://www.bundeswaldinventur.de/vierte-bundeswaldinventur-2022/zusammenfassung und https://www.bundeswaldinventur.de/vierte-bundeswaldinventur-2022/klimaschuetzer-wald (abgerufen am 01.10.2026).
[9](1, 2, 3, 4, 5) Umweltbundesamt: „DAS-Handlungsfeld Wald und Forstwirtschaft“, Monitoringbericht 2023 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. URL: https://www.umweltbundesamt.de/monitoring-zur-das/handlungsfelder/wald-und-forstwirtschaft (abgerufen am 01.10.2026).
[10]Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften: „Grüner Maschinenbau: Forschung an der Schnittstelle von Mobilität, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel“. URL: https://www.ostfalia.de/forschen/forschungsservice/hochschuleigene-forschungsfoerderung (abgerufen am 01.10.2026).
[11](1, 2, 3, 4, 5) NGO Online: „Borkenkäfer: Biologie, Schadbild und ökologische Rolle im Wald“, Lexikon. URL: https://www.ngo-online.de/lexikon/borkenkaefer/ (abgerufen am 05.10.2026).