Sittenwidrigkeit wird aufgehoben
Bundestag billigt Gesetz zur Entdiskriminierung von Prostituierten
Damit haben sie Ansprüche auf Umschulung und Wiedereingliederung in den normalen Arbeitsmarkt sowie auf Leistungen der gesetzlichen Gesundheitsversorgung sowie Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Im Strafgesetzbuch werden die Teile gestrichen, die bisher die Förderung von Prostitution auch ohne Ausbeutung der Prostituierten unter Strafe stellten.
Frauen- und Familienministerin Christine Bergmann sagte, das Gesetz beende eine "scheinheilige Doppelmoral". Die Dienste der Prostituierten werden nach Angaben der Ministerin bundesweit täglich 1,2 Millionen mal in Anspruch genommen. Bergmann betonte aber, Prostitution sei auch weiter kein normaler Beruf und damit nicht auf eine Ebene zu stellen mit anderen Jobs.
Die Berliner Prostituierten-Beratungsstelle "Hydra" hält das neue Gesetz für "richtungsweisend". Friederike Strack von "Hydra" kritisiert aber, dass Sperrbezirksverordnung und Werbeverbot bestehen bleiben. Stattdessen müsse bei der "Sexarbeit" immer noch mit Umschreibungen gearbeitet werden. Strack hofft, dass das Gesetz hier im Laufe der Zeit nachgebessert wird.
Ähnlich äußerten sich im Bundestag die Grünen-Abgeordnete Irmingard Schewe-Gerigk und die PDS-Familienexpertin Christina Schenk. Prostituierte müssten als "selbstbestimmt handelnde Werktätige" betrachtet werden, sagte Schenk.
Ablehnung gab es im Bundestag nur von der Union. Die CSU-Politikerin Maria Eichhorn sagte, mit der Aufhebung der Sittenwidrigkeit für die Tätigkeit von Huren werde Prostitution "verharmlost".
Die SPD-Abgeordnete Anni Brandt-Elsweier betonte dagegen, mit den Neuregelungen sei die Gesetzeslage nur dem Bewusstseinswandel in der Gesellschaft angepasst worden. Ein dramatischer Sittenverfall drohe daher nicht.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 19. Okt. 2001 unter:
nachrichtenStichworte:
« Globalisierungsgegner diskutieren über Ursachen des Terrorismus
Auch Beamte müssen Pflegeversicherungsvertrag abschließen »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Kleinwaffen sind kein Spielzeug
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
