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"Wirtschaftliche Ungerechtigkeit gibt Terroristen Nahrung"

Evangelische Kirche

Bei der 9. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ab Sonntag im bayerischen Amberg sollen Umrisse einer gerechten Weltwirtschaftsordnung aus kirchlicher Sicht entworfen werden. Im Prozess der Globalisierung dürfe die soziale Gerechtigkeit nicht ins Hintertreffen geraten, sagte der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Manfred Kock. Viele Unternehmen agierten aus Kostenerwägungen dort, wo sie die geringsten Einschränkungen durch Umwelt- und Sozialbestimmungen erwarteten. Auch globale Unternehmen hätten aber eine Verantwortung für die Welt. Die beiden großen Kirchen seien sich in dieser Haltung einig, wie in dem gemeinsamen Wort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" von 1997 deutlich geworden sei.

Auch die Konfliktherde, die hinter den Terroranschlägen vom 11. September stehen, fänden in wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten Nahrung, sagte Kock. Dies reiche aber als Erklärung nicht aus. Diejenigen, die den Terror steuern, seien nicht arm. Die Terroranschläge seien auch in der Bosheit und Sündhaftigkeit des Menschen begründet. Sie hätten aber besonders in denjenigen Teilen der arabischen Bevölkerung Beifall gefunden, die sich politisch und wirtschaftlich benachteiligt fühlten.

Ein wichtiges Thema seines Berichts an die EKD-Synode sei der Dialog mit dem Islam, kündigte Kock an. In vielen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen gebe es bereits seit langem Islambeauftragte. Zu einem offenen und kritischen Dialog mit den in Deutschland lebenden Moslems gebe es keine Alternative.

Vorwürfe an die Adresse der Kirche, sie sei im Dialog naiv gewesen, zeugten daher von Unkenntnis oder würden wider besseres Wissen erhoben. Für Moslems, die jetzt nach den Terroranschlägen angefeindet würden, müsse die Kirche einstehen, sagte Kock. Der Islam dürfe keinesfalls für den Terror pauschal haftbar gemacht werden, wie das einige Ausländerfeinde täten. "Wir müssen aufpassen, dass wir mit solchen Angriffen nicht Gegenhass bei den Muslimen erzeugen", warnte Kock.

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