headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Streit im Kampf gegen Arbeitslosigkeit

Arbeitsplätze

Die Gewerkschaften bieten den Arbeitgebern im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit einen "Pakt für Beschäftigung" an. Dieser beinhaltet eine Initiative für mehr Teilzeitarbeit und für eine drastische Senkung der Lohnnebenkosten. Von den Arbeitgebern wurden die Vorschläge am Dienstag umgehend als "Griff in die Kiste der Utopie" zurückgewiesen. Sie forderten ihrerseits einen Umbau der Sozialversicherungssysteme und einen Ausbau privater Zusatzversicherungen.

DGB-Chef Michael Sommer sprach sich für einen Freibetrag von 250 Euro im Monat aus, um die Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber unter 40 Prozent zu senken. Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttogehalt von 1000 Euro müsste dann nicht über 20 Prozent Sozialabgaben abführen, sondern nur 15,4 Prozent. Selbst bei einem Einkommen von 2500 Euro würde die Quote nur auf 18,5 Prozent steigen.

Auf diese Weise könne ein Zuwachs an Arbeitsplätzen "im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich" erreicht werden, zeigte sich Sommer überzeugt. Das entstehende Einnahmedefizit von 30 Milliarden Euro will der DGB über eine Anhebung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte finanzieren. Ferner soll es eine Steuer in Höhe von einem Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf alle Bruttoeinkommen und einem Prozent auf alle entnommenen Gewinne geben.

Weiter forderte Sommer die Arbeitgeber auf, "ihre Totalblockade gegen Teilzeitarbeit aufzugeben". Wenn etwas mehr als eine Million Arbeitnehmer ihre Arbeit um durchschnittlich 20 Prozent reduzieren würden, könnten 250 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Denkbar seien "solidarische 70, 80 oder 90-Prozent-Modelle", um die Arbeitszeit zu verkürzen, sagte er.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lehnte die Vorschläge als "realitätsfern" und "nicht umsetzbar" ab. Gerade die höher bezahlten Tätigkeiten seien nicht teilbar. Eine Umlage der Kosten für Sozialabgaben auf höhere Steuern werde zudem das Problem nicht lösen. "Jede Art von Steuererhöhung ist Gift für die Konjunktur", warnte Hundt.

Handwerkspräsident Dieter Philipp forderte als Alternative mehr Freiräume im Steuer- und Sozialbereich. Dieser würde den Firmen wieder Mut zu Investitionen machen. Aus Sicht der Industrie kann zudem nur mit Kürzungen der Ausgaben im Gesundheits- und Rentenbereich die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden.

Eine Neuauflage des Bündnis für Arbeit in dieser Wahlperiode wird derweil immer wahrscheinlicher. Sommer betonte, die Gewerkschaften wollten das Bündnis "sehr ernsthaft wiederbeleben". Allerdings müsse bei den Runden "tatsächlich etwas herauskommen" und mehr Beschäftigung entstehen. Handwerkspräsident Philipp betonte für die Arbeitgeberseite: "Wir werden nichts mehr verbal positiv begleiten, was nicht auch umgesetzt wird."

Die Union setzt nach Angaben von CDU-Chefin Angela Merkel auf betriebliche Bündnisse für Arbeit und forderte die Bundesregierung auf, für solche Initiativen Rechtssicherheit zu schaffen.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!