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Deutschland hat europaweit die meisten Insolvenzen

Konjunktur

Deutschland hat im vergangenen Jahr einen neuen Pleitenrekord aufgestellt und steht damit an der Spitze aller europäischen Länder. Mit einem Plus von 66,4 Prozent auf 82 400 Fälle verzeichnete die Bundesrepublik den stärksten Zuwachs, wie die Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform berichtete. Der größte Teil der Insolvenzen entfiel den Angaben nach auf überschuldete Privatpersonen, die nach dem seit 1999 geltenden Verbraucherinsolvenzrecht ebenfalls Zahlungsunfähigkeit anmelden können. Mit 44 700 hat sich diese Zahl 2002 im Jahresvergleich nahezu verdreifacht. Darin enthalten sind aber auch sonstige Insolvenzen wie beispielsweise von Gesellschaftern eines zahlungsunfähig gewordenen Unternehmens.

Die Zahl der Betriebsinsolvenzen stieg um 16,4 Prozent auf 37 700. In diesen Betrieben waren 590 000 Menschen beschäftigt. Stärker kletterte die Zahl der Firmenpleiten nur in Portugal, der Schweiz, Spanien und Finnland. Unter den zehn größten europäischen Insolvenzen befinden sich sieben deutsche Firmen.

Angeführt wird die europäische Megapleiten-Liste vom Frankfurter Baukonzern Holzmann, auf Platz zwei folgt der Oberhausener Maschinenbaukonzern Babcock-Borsig. Die Plätze drei und vier belegen die Münchner KirchMedia und die Frankfurter Gontard und Metallbank. Auf dem sechsten Platz liegt der Bötzinger Automobilzulieferer Peguform und auf den Plätzen neun und zehn rangieren zwei weitere deutsche Unternehmen: der Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier aus

Oberpfaffenhofen und der Baustoffhändler Mühl aus Thüringen. Für das laufende Jahr rechnet die Creditreform für Deutschland mit einer weiteren Verschlechterung der Lage: Erwartet werden bis zu 90 000 Gesamtinsolvenzen, davon bis zu 42 000 Firmenpleiten.

Als Gründe für die stetig steigenden Firmeninsolvenzen sieht Creditreform neben der anhaltend schlechten Konjunktur vor allem die schlechte Ausstattung insbesondere kleiner und mittelgroßer Firmen mit Eigenkapital sowie die fehlende Zahlungsmoral vieler Kunden. Zudem habe die Insolvenzwelle einen "Teufelskreis" in Gang gesetzt, der nur schwer zur durchbrechen sei, warnte

Creditreform-Hauptgeschäftsführer Helmut Rödl. Die zurückhaltend gewordenen Banken vergäben weniger Kredite, was weitere Firmen in Schwierigkeiten bringe, so dass die Zahl der Insolvenzen erneut steige. Das aber mache die Banken noch zurückhaltender.

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