Tierschutz
Vorsicht Autofahrer: Krötenwanderung im Flachland hat bundesweit begonnen
Nach dem vorläufigen Ende der langen Frostperiode legen jetzt auch im Raum Berlin die Amphibien los. Dort sind vielerorts die Zäune noch nicht aufgestellt, da der Boden in der vorigen Woche noch hart gefroren war und die Amphibienschützer vom NABU ihre Zaunbauversuche aufgeben mussten. Als nun plötzlich die ersten Grasfrösche liefen, brachte das auch die Naturschützer auf Trab. Alle verfügbaren Aktiven sind im Einsatz, um schnell die zahlreichen Berliner Krötenzäune zu installieren. Lediglich im äußersten Osten der Republik und in den höheren Lagen ist der Startschuss noch nicht gefallen.
Trotz bundesweit mehrerer hundert Amphibienzäune sowie Krötentunneln und nächtlich gesperrter Nebenstraßen müssten die Tiere laut NABU immer noch unzählige Straßen völlig ungeschützt überqueren. Dabei liefen die Amphibien nicht nur Gefahr, von Autoreifen zerquetscht zu werden. Messungen im Windkanal haben gezeigt, dass Autos auch einen so genannten Strömungsdruck ausüben, dessen Stärke direkt mit der Fahrgeschwindigkeit steigt und der zum tödlichen Verhängnis für die Amphibien werden kann.
Bereits bei moderaten 50 Stundenkilometern ist der Druck auf die weichen Amphibienkörper fast immer tödlich. "Slalom fahrend die Kröten und Frösche sozusagen zwischen die Reifen zu nehmen, hilft leider überhaupt nicht", fasst NABU-Amphibienexperte Andreas Krone die neuen Erkenntnisse zusammen: "Erst bei einem Abbremsen auf ungefähr 30 Stundenkilometer haben die Tiere wieder eine gute Überlebenschance."
Im Internet bietet der NABU unter Sonderseiten mit aktuellen Nachrichten zum Fortgang der Laichwanderungen sowie eine bundesweite Schutzzaun-Übersicht und naturkundliche Hintergrundinfos an.
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