Leben nach dem Krieg

Zwei Drittel der irakischen Ernte vernichtet

Nur rund ein Drittel der Frühjahrsernte im Irak sollen durch den Krieg unversehrt geblieben sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine erste Erhebung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Wie die Organisation am heutigen Montag bekanntgibt, basieren die Daten auf Berichten von Mitarbeitern im Irak. Die FAO warnt in einer Stellungnahme aber, dass das Schicksal der Winter-Getreideernte - rund 1,2 Millionen Tonnen Weizen und Gerste - weiterhin ungewiss ist.

Es wird erwartet, dass die nördlichen Regierungsbezirke (Erbil, Dohuk Sulaimaniya) nicht mehr als 30 und 35 Prozent der geschätzten 1,7 Millionen Tonnen Getreideernte für dieses Jahr produzieren werden. Verlaufe die Ernte im Norden nach Plan, könne laut FAO die Nahrungsmittelknappheit durch die Produktion von etwa 500.000 Tonnen Weizen und Gerste verringert werden. Die selbe Menge müsste andernfalls importiert werden.

Weniger klar sei die Situation in den 18 südlichen und zentralen Regierungsbezirken, insbesondere in den Getreideanbau- Regionen im Süden Bagdads zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris. In dieser Region werde gewöhnlich ein weiteres Drittel der irakischen Getreideernte kultiviert. Für eine Abschätzung des Ernteausfalls von Weizen, Gerste und Reis sei es hier allerdings noch zu früh. Schwierigkeiten wären gut möglich, da diese Region im Gegensatz vom Norden des Landes zur Gänze von einer Bewässerung abhängig sei und diese wiederum von Elektrizität und Brennstoff für das Pumpennetzwerk, so die FAO. Die gestiegenen Brennstoffpreise belasteten nun die stark mechanisierte Agrarstruktur des Iraks. Mit der Einstellung der Kampfhandlungen hätten sich beispielsweise die Benzinpreise auf einem um 50 bis 75 Prozent höheren Niveau eingependelt.

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