Gläserner Verbraucher

Verbraucherzentrale warnt vor Fragebögen zur Datensammlung

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt davor, die Fragebögen einer "Konsumentenbefragung" auszufüllen. So fänden Verbraucher in diesen Tagen mehrseitige Fragebögen der Firma Schober Consumer Information im Briefkasten. Wer die zahlreichen Fragen auf dem fünf Seiten langen Bogen beantworte, müsse zukünftig mit einer Flut von Werbebriefen und -angeboten rechnen, da die gesammelten Daten ausgewertet und an Unternehmen verkauft würden, so die Verbraucherzentrale. Die sehr detaillierten, teilweise intimen Fragen hätten allerdings nichts mit anerkannter Marktforschung zu tun. Im Gegensatz zu seriösen Marktforschungsinstituten, die ihre Daten anonym erfassen und verwerten, gehe es in der Lifestyle-Konsumentenbefragung ausschließlich um die Erhebung und Verwertung personenbezogener Verbraucherdaten.

"Plazieren Sie Ihre Warenproben genau dort, wo konkretes Kaufinteresse besteht. Im Rahmen der Lifestyle-Befragung ist das möglich", wirbt Schober selbst für seine "Lifestyle MarketBase". Mehr Informationen über Kunden gebe es nirgendwo.

Schon in den vergangenen Jahren ist die Datensammelwut des Unternehmens aufgefallen. Nun locke das Unternehmen mit der Verlosung eines Camcorders und einer Mini-Hifi-Anlage zur Beantwortung der Fragen, so die Verbraucherschützer. "Wer sich auf die Beantwortung der vielen detaillierten Fragen einlässt, wird durch die Lifestyle-Konsumentenbefragung nicht nur für die Firma Schober zum gläsernen Verbraucher, sondern kann davon ausgehen, dass sämtliche Daten auch personenbezogen ausgewertet und weiter verkauft werden", so Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale.

Betroffene müssten dann unter Umständen über Jahre hinweg mit einer Flut von Werbung im Briefkasten, am Telefon oder auf anderem Weg rechnen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät daher, sich nicht von den Gewinnmöglichkeiten locken zu lassen und kritisch zu prüfen, ob persönliche Daten für den Adressenhandel genutzt werden sollen.

Wer zuviel von der ganzen Werbung hat, kann der Nutzung oder Übermittlung seiner Daten zu Werbezwecken oder für die Markt- und Meinungsforschung widersprechen. Ein solcher Widerspruch ist allerdings gegenüber jedem Unternehmen einzeln erforderlich. Auch kann jedermann kostenlos Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten verlangen - und zwar in der Regel einschließlich der Angabe, woher die Firma die Daten erhalten hat. Ein Widerspruch auch bei dieser Stelle stoppt dann irgendwann die Werbeflut.

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