Klimadepechen

BUND fordert US-Beitritt zum Kyoto-Klimaschutzprotokoll

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die USA und Kanada zur Unterzeichnung des Kyoto-Klimaprotokolls auf. Zwei entsprechende "Klimadepeschen" seien am Montag den Botschaften in Berlin übergeben worden, teilte der BUND mit.

Gerade die USA, die für ein Viertel der weltweiten Treibhausgase verantwortlich seien, dürften sich dem Klimaschutz nicht länger verweigern, betonte die Verbandsvorsitzende Angelika Zahrnt. Als deutliches Zeichen stellte die Umweltschutzorganisation am Brandenburger Tor in der Nähe der künftigen US-Botschaft eine sechs Meter hohe Freiheitsstatue mit dem Motto "Klimaschutz trotz Bush" auf.

Das Abkommen von Kyoto ist von 141 Staaten ratifiziert worden und tritt am Mittwoch in Kraft. Damit verpflichten sich die Mehrzahl der Industriestaaten, ihre Treibhausgasemissionen bis 2012 um gut fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern. Zahrnt betonte, dies reiche nicht aus. Vor allem die Industriestaaten müssten mehr tun: Bis 2020 müssten sie ihre Emissionen um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent senken.

Das Kyoto-Protokoll ist der erste völkerrechtlich verbindliche Vertrag zur Verringerung von Treibhausgasen, die für die Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortlich gemacht werden. Es war am 12. Dezember 1997 von 159 Ländern im japanischen Kyoto angenommen worden. Im März 2001 widerrief US-Präsident George W. Bush die Unterschrift seines Landes unter das Abkommen.

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