Leben ohne Krankenversicherung

Medizinische Betreuung für Nichtversicherte in Köln eröffnet

Die Malteser Migranten Medizin hat am 2. Juni 2005 in Köln eine medizinische Beratungsstelle für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz eröffnet. Durch dieses Angebot möchten die Malteser vornehmlich die Not von Flüchtlingen ohne Aufenthaltsrecht im Kölner Raum lindern; beraten und behandelt werden jedoch auch Deutsche, die nicht krankenversichert sind. "Wir haben vor vier Jahren mit der Malteser Migranten Medizin in Berlin begonnen. Der Zulauf war von Anfang an gewaltig. Nun glauben wir, dass es Zeit ist, in einer weiteren Großstadt die vielfältigen Probleme von Menschen ohne Krankenversicherung aufzufangen", sagt Angelika Haentjes-Börgers, Abteilungsleiterin Migration der Malteser. Dabei sei häufig nicht nur medizinische Hilfe notwendig, sondern eine allgemeine soziale Beratung, praktische Hilfe, wie etwa bei der Versorgung von Neugeborenen oder bei der Einkleidung.

Das Projekt in Köln sieht vor, auf dem Gelände des Malteser Krankenhauses St. Hildegardis Räumlichkeiten für die medizinische Erstuntersuchung zu nutzen. Es wird ein Wartezimmer, ein Sprech- und Behandlungszimmer zur Verfügung gestellt. Ein Arzt wird anfänglich einen Tag pro Woche in der Beratungsstelle arbeiten. Unterstützt wird er von einer ehrenamtlichen Helferin, so dass auch muslimische Frauen während der Sprechstunde eine Ansprechpartnerin haben. Die medizinische Beratungsstelle ist mit allen notwendigen Geräten zur Untersuchung und Erstdiagnostik ausgerüstet, wie etwa Stethoskop, Blutdruckmessgerät und Waage, wobei sie ausdrücklich nicht als Praxis konzipiert wurde.

Telefon, Fax, Computer stehen zur Verfügung, um mit einem Netzwerk aus niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern, Hebammen und Apotheken in Verbindung treten zu können. Auch Johannes Freiherr Heereman, Geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes, begrüßt die Eröffnung der Beratungsstelle in Köln: "Engagement für Menschen ohne Krankenversicherung ist nicht nur ein gutes Beispiel dafür, wie christliche Nächstenliebe in der alltäglichen Praxis aussehen kann, es ist auch eine Mahnung an den Staat, Respekt und Toleranz im Sinne der Menschenwürde auszuüben." Weitere Beratungsstellen der Malteser Migranten Medizin in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen sind geplant.

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