"Hybrid ist keine Lösung"

Drei-Liter-Auto für die Internationale Automobilausstellung

Zum Start der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt/Main präsentierte Greenpeace am Donnerstag vor den Toren der Messe erneut sein Niedrigverbrauchsauto "SmILE". Der Name SmILE steht für "Small, Intelligent, Light, Efficient" (klein, intelligent, leicht, effizient) - Kriterien, die nach Auffassung der Umweltschutzorganisation für die Entwicklung neuer Autos gelten müssen. Das Greenpeace-Auto besteht aus einem umgebauten Renault Twingo und verbraucht nach Angaben der Organisation auf Langstrecken 2,5 Liter pro 100 gefahrenen Kilometer. "Auf mehr als 40.000 Kilometern Probefahrt durch ganz Europa hat der SmILE seine Zuverlässigkeit und seinen niedrigen Verbrauch immer wieder bewiesen", schreibt Greenpeace. Das Konzept des Niedrigverbrauchsautos ist vor zehn Jahren entwickelt und in einem serienfähigen Prototyp, dem SmILE, vor neun Jahren erstmals vorgestellt worden.

"Die deutsche Autoindustrie verschläft einmal mehr die Zeichen der Zeit", meint Günter Hubmann von Greenpeace. "Ob Katalysator, Russfilter oder jetzt die Niedrigverbrauchstechnik - alles was die Umwelt entlastet und Arbeitsplaetze schafft, wird in den Vorstandsetagen seit Jahrzehnten verzögert oder ganz abgelehnt."

Auch die jetzt propagierte Hybridtechnik sei keine Lösung. Hier werde mit hohem Aufwand "eine komplizerte und wartungsintensive Technik auf den Markt gedrückt", die nur wenig Treibstoffersparnis bringen werde. Das liege am zusätzlichen Gewicht und an "der Tatsache", dass sich die Verbrauchsvorteile des Elektromotors nur im Stop- and Go-Betrieb auszahlten. "Es ist ein Trauerspiel, dass im Gegenzug die intelligente und bezahlbare Technik zur Halbierung des Spritverbrauchs seit zehn Jahren nicht genutzt wird."

Der SmILE habe einen Motor, der auf dem Prinzip der Reduzierung des Hubraums plus Hochaufladung der Verbrennungsluft beruhe, "Downsizing and Supercharging" genannt. Die Automobilindustrie habe es während der vergangenen zehn Jahre nicht geschafft, einen gleichwertigen Benziner auf den Markt zu bringen. Erst neuerdings habe der Volkswagen-Konzern das von Greenpeace vorgeschlagene Konzept "als den besseren Weg entdeckt" und in seinen neuen Golf GT - unter der Bezeichnung "TSI"- eingebaut.

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