Ungenutzte Potenziale
"Erneuerbare Energien machen Atomkraft überflüssig"
2005 habe die Branche der Erneuerbaren ihren Umsatz um 30 Prozent auf 16 Milliarden Euro gesteigert und über 160.000 Menschen beschäftigt. "Sie überholte mit ihrem Anteil am Endenergieverbrauch erstmals die Atomenergie und stellt nun mehr als 10 Prozent der Stromproduktion", schreibt der Verband.
Das Potenzial der Erneuerbare Energien reiche dank neuer Technologien aus, um nicht nur die Atomenergie, sondern auch die fossile Energie zu ersetzen. Diese historische Chance sei in vielen wissenschaftlichen Szenarien belegt worden. Der Verband verweist auf die bereits 1981 von einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages erarbeiteten Alternativen zur Atomenergie und auf ein Szenario von 2002 über die Zukunft der Energieversorgung, die die Möglichkeit einer Vollversorgung Deutschlands mit Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 aufgezeigt habe.
"Durch den zügigen weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien werden Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken definitiv überflüssig", meint Geschäftsführerin Irm Pontenagel. Erneuerbare Energien würden laufend billiger, "durch Massenproduktion der Anlagen und weitere technische Optimierungen". Atomare und fossile Energien hingegen würden wegen der steigenden Förderkosten und Umweltschäden sowie wegen des "wachsenden technischen und militärischen Sicherheitsaufwands" laufend teurer. Die heutigen Mehrkosten für Erneuerbare Energien seien die Voraussetzung für gesicherte, billige und umweltschonende Energie in der Zukunft.
Für Erneuerbare Energien spreche auch "ihre einzigartige Einführungsgeschwindigkeit": Solar- und Windkraftanlagen seien in wenigen Tagen installierbar, der Bau eines fossilen Großkraftwerkes dauere dagegen mehrere Jahre und der eines Atomkraftwerks mehr als ein Jahrzehnt. Auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) habe seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland ein breiter Ausbau aller Quellen Erneuerbarer Energien initiiert werden können, schreibt EUROSOLAR. "Bei lediglich gleich bleibenden Zubauraten" werde daher das ursprünglich von der Bundesregierung für 2020 angestrebte Ausbauziel von 20 Prozent Anteil Erneuerbarer Energien an der Stomversorgung bereits 2012 erreicht. Dies signalisiere bereits für das Jahr 2020 weit höhere Anteile, nicht zuletzt durch den möglichen Beitrag geothermischer Stromerzeugung, die "grundlastfähig" sei.
Der Solarverband fordert die Bundesregierung auf, die eingeleitete Politik zur Breiteneinführung Erneuerbarer Energien "konsequent fortzusetzen und weiter auszubauen". Insbesondere solle der Einsatz von Stromspeichertechnologien gefördert und "administrative Hindernisse" abgebaut werden.
Der Verband fordert ferner "weitergehende Initiativen" für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und für die Nutzung stromsparender Geräte. Die "immer noch vorhandenen steuerlichen und rechtlichen Privilegien der Atomenergie" sollten hingegen beendet werden.
Für einen "umgehenden Ersatz atomarer Kraftwerkskapazitäten" durch Anlagen Erneuerbarer Energien sprächen insbesondere die unlösbare Frage der "Entsorgung" von radioaktivem Atommüll, das Reaktorunfallrisiko, die Verbreitung von Atomwaffen durch Nutzung der Atomenergie und die - bei weltweit gleich bleibendem Verbrauch - auf etwa 50 Jahre begrenzten Uranreserven.
EUROSOLAR setzt sich seit mehreren Jahren für die Gründung einer "Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien" ein. Diese solle als Gegengewicht zur Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) und "zur einseitig die Atomenergie und fossilen Energien fördernden" Internationalen Energieagentur (IEA) dienen.
Die durch den EURATOM-Vertrag "privilegierte Sonderstellung der Atomenergie in der EU" sollte nach Auffassung des Verbandes beendet werden. Die Atomkraftwerksbetreiber sollten gesetzlich zu verpflichtet werden, ihre steuerfreien Rückstellungen festverzinslich anzulegen. Diese Rückstellungen sollten "ausschließlich für die atomare Entsorgung" aktiviert werden dürfen. Weiterhin fordert der Verband, eine "Atombrennstoffsteuer" und eine für alle Atomkraftwerke dem Risiko angemessene Haftpflichtversicherung einzuführen.
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Am 24. Feb. 2006 unter:
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