Atomkraftgegner wollen schärfere Grenzwerte
Unruhe nach neuem Leukämiefall bei Atomanlagen
Kinder und Embryos seien empfindlicher gegenüber radioaktiver Strahlung als Erwachsene, sagte der Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Initiative "ausgestrahlt", Jochen Stay, in Gorleben. Die derzeit gültigen Grenzwerte nähmen darauf aber keine Rücksicht. Stay verwies auf die im vergangenen Jahr veröffentlichte Kinderkrebs-Studie des Bundesamts für Strahlenschutz. Danach erkranken Kinder, die in der Nähe eines Atomkraftwerks wohnen, deutlich häufiger an Krebs als andere.
Verbesserungen im Strahlenschutz verlangte auch die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW. Familien in der Nähe von Atomkraftwerken müssten "verständlich und sachgerecht" über ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Kleinkindern aufgeklärt werden.
Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) erneuerte seine Forderung nach Abschaltung aller Atomreaktoren. "Es dürfen keine weiteren Kinder gefährdet werden", sagte Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Die Dauerbestrahlung durch Atomanlagen und das unlösbare Atommüll-Desaster seien nicht länger hinnehmbar.
Grünen-Politiker sprachen sich dafür aus, das AKW Krümmel endgültig stillzulegen. Seit einem Brand in der Transformatoranlage im Juni 2007 ist der Reaktor abgeschaltet. Am Sonntag wollen Atomgegner anlässlich des Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe in Krümmel demonstrieren. In ihrem Aufruf wenden sie sich gegen das geplante Wiederanfahren des Meilers.
Der Grund für die Häufung der Leukämiefälle in der Elbmarsch ist nach offizieller Darstellung der Landesregierungen in Kiel und Hannover unbekannt. Beide Bundesländer haben schon mehrfach Expertenkommissionen eingesetzt, um die Ursachen aufzuklären. Die Wissenschaftler kamen jedoch zu keinem einheitlichen Ergebnis. Eine Reihe von Wissenschaftler kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass es 1986 einen Unfall der Elbmarsch gegeben hat (ngo-online berichtete).
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Am 20. Apr. 2009 unter:
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