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"Arbeitslosenstatistik nicht aussagefähig"

Immer mehr Ältere sind offenbar auf "Hartz IV" angewiesen


02. Mai 2008

[ngo/ddp] Das Armutsrisiko für ältere Menschen in Deutschland hat nach einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) deutlich zugenommen. Seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II ("Hartz IV") im Januar 2005 sei die Zahl der älteren Hilfebedürftigen bis Ende vergangenen Jahres um mehr als 22 Prozent und damit fast doppelt so stark gestiegen wie bei den anderen Altersgruppen, berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf die DGB-Erhebung. "Das ist ein bedrückendes Ergebnis, vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels", sagte der Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik im DGB-Bundesvorstand, Wilhelm Adamy.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte die Lage dieser Altersgruppe zuletzt als überdurchschnittlich positiv bewertet. Tatsächlich meldeten sich 2007 immer weniger der 50- bis 64-Jährigen arbeitslos.

Die Statistik sei für sich allein aber nicht aussagefähig, sagte Adamy. Betrachte man die Entwicklung der Zahlen der "Hartz IV"-Empfänger, ergebe sich ein anderes Bild: Von November 2006 bis November 2007 sei die Zahl dieser Hilfeempfänger wegen des Aufschwungs um 3,8 Prozent auf rund 5,1 Millionen gesunken. In der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen sei sie im selben Zeitraum aber um 3,3 Prozent auf gut 1,2 Millionen gestiegen. "Das Verarmungsrisiko der Älteren steigt deutlich", sagte Adamy. Heute sei jeder elfte Erwerbsfähige im Alter zwischen 15 und 64 Jahren auf diese staatliche Fürsorge angewiesen.

Im Osten liege die Quote der Älteren, die auf Hilfe durch "Hartz IV" angewiesen sind, mit fast 13 Prozent doppelt so hoch wie im Westen. Berlin führt laut Zeitung diese Armutsstatistik mit einer Hilfequote von 14,4 Prozent an, gefolgt von Sachsen-Anhalt (14,2 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (13,9). Am niedrigsten sei die "Hartz-IV"-Quote der 50- bis 64-Jährigen in Bayern (4,3 Prozent) und Baden-Württemberg (4,3).

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