indien
Aktuelle Bestandszahlen: Rund 1.700 Tiger auf dem Subkontinent. / WWF lobt Schutzbemühungen.
Mehr Tiger in Indien
Nach einer aktuellen Bestandsschätzung hat sich die Zahl der Tiger in Indien seit 2007 um etwa 300 Tiere auf insgesamt rund 1.700 erhöht. Die Umweltschutzorganisation WWF bezeichnete die am Montag veröffentlichten Daten als äußerst ermutigend und lobte die Schutzbemühungen. "Indien erntet heute den Erfolg jahrelanger Arbeit", freut sich Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. "Der Zuwachs zeigt, dass es auch in einem aufstrebenden und dicht besiedelten Schwellenland möglich ist, Naturreservate für große Beutegreifer wie den Tiger zu bewahren." Das Schutzgebietmanagement durch die Behörden habe sich deutlich verbessert und die einzelnen Tiger-Regionen seien mit Wildtierkorridoren verbunden worden, um einen Austausch der bisher voneinander isolierten Inselpopulationen zu gewehrleisten, so der WWF-Experte.
IRENA
Indien tritt Weltagentur für Erneuerbare Energien bei
Als 76. Staat ist nun auch Indien der am 26. Januar in Bonn gegründeten Weltorganisation International Renewable Energy Agency (IRENA) beigetreten. Damit vertritt und unterstützt die Organisation weltweit Staaten mit insgesamt mehr als zweieinhalb Milliarden Menschen. "Dies ist ein überragender, von niemandem vorhergesehener Erfolg", sagte der Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien ( Eurosolar), Hermann Scheer, am Donnerstag (5. Februar) in Berlin. "Eines nicht allzu fernen Tages, wenn die fossilen und atomaren Energien verbraucht und vollständig abgelöst sind, werden alle Menschen auf dieser Erde die Erneuerbaren Energien nutzen. Es ist damit zu rechnen, dass bis zur ersten Zusammenkunft aller IRENA-Mitgliedsstaaten im Juni in Ägypten etliche weitere Regierungen beitreten", so Scheer.
Münchener unter den Todesopfern
Mehr als 100 Tote bei Anschlägen in Bombay
Unter den nach offiziellen Angaben mehr als 100 Toten der Terroranschläge im indischen Bombay ist auch ein Deutscher. Dabei handelt es sich um einen Münchner Medienunternehmer, der sich auf der Flucht tödlich verletzte. Mehrere Bundesbürger wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes verletzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilten die Anschläge am Donnerstag scharf. Das Außenministerium riet derweil von Reisen nach Bombay sowie nach Kaschmir, Jammu und in den Distrikt Kandhamal ab.
Wind, Photovoltaik, Biomasse & Wasser
Indien will 250.000 Dörfer mit erneuerbarer Energie versorgen
Nach Angaben des deutschen Umweltministeriums hat sich Indien, der sechstgrößten Energiekonsument der Erde, ehrgeizige Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt. "Mittlerweile weltweit die Nummer Vier im Ausbau der Windenergie", setze Indien sowohl im industriellen Bereich als auch in abgelegenen Regionen auf eine "dezentrale Energieversorgung" auf Basis von Wind, Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft. Indien plane in den kommenden Jahren über 250.000 Dörfer mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
Schwerpunkt Indien
Terre des hommes zieht Bilanz über Wiederaufbau-Arbeiten nach "Tsunami"
Ein Jahr nach der Tsunami-Katastrophe in Asien, der am 26. Dezember 2004 rund 260.000 Menschen zum Opfer fielen, zog das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk Terre des hommes am Montag eine Zwischenbilanz seines Wiederaufbaus. "Wir haben 12,6 Millionen Euro Spenden für Nothilfe- und Wiederaufbauprogramme erhalten", sagte Pressesprecher Wolf-Christian Ramm. Rund 8,5 Millionen seien seither für Maßnahmen bewilligt worden, die derzeit liefen oder bereits abgeschlossen seien. Davon seien fünf Millionen in Indien eingesetzt worden, weitere drei Millionen in der indonesischen Provinz Aceh und knapp eine halbe Million in Thailand.
Wiederaufbau im Tsunami-Gebiet
Welhungerhilfe beklagt Preistreiberei auf Kosten der Tsunami-Opfer
Die Regierung des indischen Bundesstaats Tamil Nadu setzt die Preise für Häuserbau in den Tsunami-zerstörten Küstengebieten ohne Erklärung zu hoch an. Dies erklärt die Deutsche Welthungerhilfe am Donnerstag. Bisher seien Hilfsorganisationen in ihren Planungen von 1.000 bis 1.500 Euro für den Wiederaufbau eines Hauses ausgegangen. Nun habe die indische Regierung die Standards ohne sachliche Begründung so erhöht, dass sich die Kosten mit 2.700 Euro nahezu verdoppelt hätten.
Indien
Drei Jahre nach Massaker an Moslems sind Tausende Täter weiter frei
Fast drei Jahre nach den blutigen Ausschreitungen im westindischen Gujarat sind die Verantwortlichen noch immer auf freiem Fuß. Mehr als 2000 Menschen fielen der Gewalt am 27. Februar 2002 und an den folgenden Tagen zum Opfer. Insbesondere muslimische Frauen waren Ziel der Übergriffe. Mehrere hundert Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, schwer verstümmelt und, teilweise lebend, verbrannt. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht wirft Amnesty International (ai) der von der Hindu-nationalistischen BJP-Partei geführten Regierung von Gujarat und der damaligen indischen Bundesregierung vor, die Ausschreitungen zum Teil bewusst provoziert zu haben.
"Biopiraterie"
Monsanto-Patent auf indischen Weizen widerrufen
Das Europäische Patentamt (EPA) hat ein an die Saatgut-Firma Monsanto vergebenes Patent auf eine Weizensorte widerrufen. Monsanto hatte traditionelle indische Weizensorten zu "Nap Hal" gekreuzt. Umweltschützer und Bauernverbände hatten Einspruch gegen das Patent eingelegt, weil es sich um keine Erfingung handele. Die Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete das Vorgehen von Monsanto als "Biopiraterie" und nannte den Widerruf des Patentes einen "wichtigen Erfolg für die Landwirte in Indien".
Giftige Kleider
Bayer vergiftet Landarbeiter
Die TV-Journalistin Inge Altemeier hat in Indien skandalöse Fakten über die Praktiken des Chemiemultis Bayer ans Tageslicht befördert. Durch die Pestizide von Bayer werden ihren Recherchen zufolge im südindischen Baumwollgürtel Tausende Landarbeiter vergiftet. Laut Altemeier kommt es täglich zu Todesfällen. Monocrotophos heißt eines der Mittel, es wird von Bayer hergestellt und ist in Europa längst verboten. Die Landarbeiter werden nicht über die Risiken des Gifteinsatzes aufgeklärt. Die verwendeten Pestizide sind zum Teil Nervengifte, die früher als Chemiewaffen im Krieg eingesetzt wurden. Die Sprüher baden regelrecht in den Pestiziden und können sich auf Grund der Wasserknappheit nicht einmal richtig waschen. Auf der Intensivstation der größten Klinik in Warangal in Südindien kommen Baumwollbauern mit akuten Vergiftungen ins Krankenhaus. Allein im Krankenhaus in Warangal müssen demnach monatlich bis zu eintausend Fälle behandelt werden.
Akkreditierung
Offensive für den Ökolandbau in Indien kann beginnen
Seit Frühjahr 2004 ist der gemeinnützige Ökologische Landbauverband Naturland von der Agricultural and Processed Food Products Export Development Authority (APEDA) in Indien akkreditiert. Zusammen mit dem 2001 in Indien eröffneten Naturland Büro bietet der Verband, der rund 36.000 Ökobauern in aller Welt betreut, seinen Mitgliedern und Partnern in Indien ein komplettes Dienstleistungspaket. Die APEDA Akkreditierung ist die Voraussetzung für Naturland Mitglieder in Indien um Öko-Produkte exportieren zu können. Wichtig für Naturland Partner ist dies besonders für Öko-Tee, Öko-Kaffee und Öko-Gewürze.
Verstoß gegen geltendes Recht
Einspruch gegen Monsanto-Patent auf indischen Weizen
Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Dienstag Einspruch gegen ein weitreichendes Patent auf indischen Weizen des Saatgutkonzerns Monsanto erhoben. Das Patent bezieht sich auf natürliche genetische Anlagen, die auch in einem von indischen Bauern herkömmlich gezüchteten Weizen vorkommen. Das Europäische Patentamt (EPA) in München hatte das Patent (EP 445929) auf den Weizen im Mai 2003 erteilt. Die Umweltschützer befürchten, dass die Weiterzüchtung des besonders für Backwaren geeigneten Weizens durch den Konzern blockiert werden kann. Greenpeace wirft sowohl dem EPA als auch Monsanto vor, sich wissentlich über gesetzliche Grundlagen hinweggesetzt zu haben. Die indische Bauernorganisation Bharat Krishak Samaj (BKS) befürchtet eine Gefährdung der Ernährungssicherheit der Bevölkerung.
Globalisierung von Unten
Insider-Berichte vom Weltsozialforum in Bombay im Netz
Die globalisierungskritische Bewegung trifft sich vom 16. bis zum 21. Januar 2004 auf dem Weltsozialforum in Bombay (Indien). In verschiedenen Veranstaltungen setzen sich die Teilnehmenden mit Themen aus allen Bereichen der Gesellschaft auseinander, die durch die Globalisierung betroffen sind. In einem Online-Tagebuch liefert Andreas Lathan, vom Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) vom 17. Januar an, einen spannenden und informativen Blick hinter die Kulissen.
16. bis 21. Januar
Viertes Weltsozialforum in Bombay
Die globalisierungskritische Organisation Attac erwartet mehr als 75.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden vom 16. bis 21. Januar zum vierten Weltsozialforum. Die Vernanstaltung findet erstmals im indischen Mumbai (Bombay) statt. In mehr als 1000 Veranstaltungen werden Menschen aus rund 130 Ländern über Themen wie Globalisierung und Welthandel, Rassismus und Krieg, Landwirtschaft und die Rechte der Frauen diskutieren und alternative Konzepte entwickeln. Als Schwerpunkt setzt Attac Deutschland beim WSF auf die internationale Zusammenarbeit zu Themen wie Steuerflucht, Kapitalverkehr und Schuldenkrise zu verstärken.
Welternährungstag
Ökologischer Landbau gegen den Hunger in Südindien
Ökologischer Landbau hilft, den Hunger in der Welt zu lindern. Beleg für diese These sind viele Erfolgsprojekte, die Naturland - international tätiger Ökologischer Landbauverband mit 36.000 Mitgliedern weltweit - seit Jahren betreut. Aus Anlass des Welternährungstags am 16. Oktober 2003 stellt Naturland ein ganz besonderes Projekt vor: Im südindischen Kerala bauen 1.000 indische Bauern ihre eigene Teefabrik. Der Termin für die Eröffnung steht bereits fest - aber es werden dringend noch Spenden gebraucht, um das Projekt zu sichern.
Regionale Produkte verdrängt
US-Konzerne beeinflussen Behörden in Indien
Monsanto und andere US-amerikanische Konzerne sollen massiv indische Regierungskreise und wissenschaftliche Fachbehörden des Landes beeinflusst haben, um ihre Produkte auf den indischen Markt zu bringen. Dies behauptet der Wissenschaftler Dr. Pushpa Bhargava in einem Artikel vom 23. August in der indischen Zeitung "Economic and Political Weekly" nach Berichten des Deutscher Naturschutzrings (DNR). Bhargava sei einer der führenden Wissenschaftler in der indischen Biotechbranche und werde deshalb als glaubwürdig angesehen.
Für Verständigung
Nürnberger Menschenrechtspreis geht nach Indien und Pakistan
Der Internationale Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg geht dieses Jahr an zwei Menschenrechtsaktivisten aus verfeindeten Staaten. Die Inderin Teesta Setalvad und der Pakistani Ibn Abdur Rehman setzen sich seit Jahrzehnten für Frieden in ihren Ländern ein, wie die Stadt am Montag mitteilte.
Hintergrund
Indien ist wichtigster wirtschaftlicher Partner Deutschlands in Asien
Indien ist einer der wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Partner Deutschlands in Asien. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern hat seit Beginn der indischen Reformpolitik 1991 eine rasche Aufwärtsentwicklung genommen. Im Jahr 2001 wurde der vorläufige Höchststand mit 4,8 Milliarden Euro erreicht. Um bilaterale Handels- und Investitionsfragen kümmert sich vor allem die Deutsch-Indische Wirtschaftskommission, die Anfang der achtziger Jahre gegründet wurde. Der größte Anteil der rund 13.000 Computerspezialisten, die durch die "Green Card"-Initiative nach Deutschland kamen, stammt aus Indien.
Kinderarbeit
Mädchen in Indien noch immer benachteiligt
Die indische Kampagne gegen Kinderarbeit hat in der Hauptstadt Neu Delhi das Jahr gegen die Ausbeutung von Mädchen ausgerufen. 26 indische Mädchen aus verschiedenen Landesteilen überreichten heute Premierminister Vajpayee eine Deklaration, in der die Zentralregierung und die Regierungen der Bundesstaaten aufgefordert werden, für die Umsetzung der Schulpflicht zu sorgen und das Verbot von Kinderarbeit wirksam durchzusetzen. In Indien gehen 85 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren nicht zur Schule, davon rund 50 Millionen Mädchen. Auch zwei Drittel der etwa 50 Millionen arbeitenden Kinder sind Mädchen.
Indien
Experten kritisieren Regierung wegen Förderung grüner Gentechnik
In Indien wächst der Widerstand gegen den Einsatz von genmanipulierten Samen in der Landwirtschaft, berichtet die Nachrichtenagentur IPS. Auslöser der derzeitigen Kontroverse sind die Schwierigkeiten beim Anbau genetisch modifizierter Baumwollpflanzen. Nachdem es in den westlichen Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat sowie im benachbarten Madhya Pradesh zu spektakulären Ernteausfällen bei der vom US-Agrarmulti Monsanto hergestellten GM-Baumwollvariante gekommen war, ist der Vertrieb des umstrittenen Samens inzwischen im südlichen Bundesstaat Karnataka verboten.
Indien/Uttar Pradesh
Journalist von Unbekannten erschossen
Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh ist am 14. April der Journalist Paritosh Pandey von Unbekannten ermordet worden. "Der Tod von Pandey steht offenbar im Zusammenhang mit seiner Recherche über organisiertes Verbrechen", meint Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen. "Gehen die Täter straflos aus, löst das weitere Verunsicherung und Angst bei Kollegen in der Region aus".
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