Milosevic klagt gegen Auslieferung

Jugoslawien

Der frühere jugoslawische Staatschef Slobodan Milosevic will heute gegen seine Auslieferung an das UN-Kriegsverbrechertribunal vor dem Verfassungsgericht in Belgrad klagen. Die Klage könnte Milosevics Auslieferung um mindestens zwei Wochen verzögern. Ohne die Stimmen der Minister aus Montenegro hatte das jugoslawische Kabinett am Samstag den Weg für die Auslieferung von Expräsident Slobodan Milosevic an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag geebnet.

Die jugoslawische Regierung hatte mit der Mehrheit ihrer serbischen Mitglieder ein entsprechendes Dekret verabschiedet, das die Auslieferung jugoslawischer Bürger an das UN-Tribunal erlaubt. Das zehnköpfige Verteidigerteam von Milosevic hält das Dekret für rechtswidrig und betrachtet es als einen Akt der Rechtsbeugung.

Der im Herbst vergangenen Jahres gestürzte Milosevic sitzt seit dem 1. April in einem Belgrader Gefängnis in Untersuchungshaft. Ihm werden Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Vor dem Haager UN-Tribunal ist Milosevic wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.