Kinderschutzbund kritisiert Politik: vor allem Kinder leiden unter Armut

Armut in Deutschland

Die Armut bleibt ein drängendes Problem in Deutschland und betrifft gerade auch die Kinder. Nach Ansicht des Kinderschutzbundes ist die Kinderarmut sogar das "größte soziale Problem in Deutschland". Dabei sei die "Untätigkeit des Staates skandalös" sagte Bundesgeschäftsführer aus Anlass des "Internationalen Tag der Beseitigung der Armut" am Mittwoch. Auch das Diakonische Werk beklagt die soziale Ausgrenzung der Betroffenen. Armut führe zum Verlust der sozialen Kontakte, die Menschen würden von der Lebensweise ihrer Umgebung ausgeschlossen, sagte Präsident Jürgen Gohde.

Wichtig sei deshalb, dass für die Betroffenen in unserer Gesellschaft ein Klima der Offenheit und Hilfsbereitschaft entstehe. Sie müssten ermutigt werden, ihr Leben wieder aktiv zu gestalten. Sehr bedeutend im Kampf gegen die Armut seien auch die Schuldnerberatungsstellen, die durch direkte und individuelle Hilfe sehr erfolgreich arbeiten könnten, sagte Gohde. Entscheidend sei dabei aber die psychosoziale Unterstützung der Betroffenen.

Wilken betonte, gerade Kinder nähmen ihre Armut und Ausgrenzung deutlich wahr. Sie seien oft von Minderwertigkeits- und Schamgefühlen belastet. Sie hätten oft kein eigenes Zimmer und keinen Platz zum Spielen oder könnten keine Freunde einladen. Eine Teilnahme an Klassenreisen sei meist auch nicht möglich. Aus dieser Isolation entstünden wiederum schlechte schulische Leistungen und damit eine mangelhafte berufliche Qualifikation. Arbeitslosigkeit und damit ein "Teufelskreis" der Armut seien so vorprogrammiert, klagte der Experte.