450.000 Bürger in erster Testrunde befragt

Volkszählung

Rund 450.000 Bundesbürger bekommen zur Vorbereitung einer neuen Volkszählung ab der nächsten Woche Besuch von Mitarbeitern der Statistischen Landesämter. 555 Gemeinden seien zufällig für den Test ausgewählt worden, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, am Mittwoch in Berlin. Dieser gilt als Vorbereitung des "registergestützten Zensus", der im August per Gesetz verabschiedet worden war. Dabei handelt es sich um eine neue Form der Volkszählung, bei der insbesondere Daten aus Verwaltungsregistern genutzt werden. Auf die herkömmliche Befragung aller Einwohner kann dadurch verzichtet werden.

Der Test beginne am 5. Dezember und werde bis Mitte 2002 dauern, sagte Hahlen. Dabei gehe es vor allem darum, die Aussagekraft der Melderegister festzustellen. Die ausgewählten Personen werden unter anderem zu Familienstand und Wohnstatus befragt. Darüber hinaus werden in 222 der 555 Gemeinden die Eigentümer von 16.000 Gebäuden postalisch zu Haus und Wohnungen um Auskunft gebeten. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Fritz Rudolf Körper (SPD), bezifferte die Kosten des Tests auf 50 Millionen Mark.

Hahlen geht davon aus, dass 2003 eine Auswertung vorliegen wird. Auf deren Grundlage würden dann Empfehlungen für die Politik erarbeitet. Körper und Hahlen betonten, der Test sei prinzipiell "ergebnisoffen". Unter Umständen werde das Volkszählungsverfahren nach Auswertung der Ergebnisse überarbeitet oder müsse ganz ad acta gelegt werden. Hahlen verwies aber auf gute Erfahrungen mit der neuen Methode in nordischen Ländern. Bei positivem Ausgang des Tests soll die Volkszählung 2003 oder 2004 stattfinden.