Bevölkerung in der Region Chocó leidet unter Krieg

Brief der Klimkampagne an kulumbianischen Präsidenten

Die Bevölkerung in der kolumbianischen Region Chocó - vorwiegend indianische und schwarzkolumbianische Gemeinschaften - leidet massiv unter den Kriegshandlungen zwischen der Guerilla Farc und Paramilitärs. Bei einem einzigen Angriff am 2. Mai sind 117 Menschen getötet, 19 schwer verletzt und weitere 95 Personen leicht verletzt worden. Ein großer Teil der Überlebenden flüchtete daraufhin in die Wälder. Auf Hilfe und Versorgung durch den kolumbianischen Staat warten sie vergeblich.

Die Mitgliederversammlung des "Klima-Bündnis der europäischen Städte mit den indigenen Völkern der Regenwälder" hat kurz vor den Präsidentschaftswahlen einen offenen Brief an den amtierenden Präsidenten der Republik Kolumbien, Andrés Pastrana Arango, gerichtet. Darin fordert sie ihn auf, alle Schritte zu unternehmen, "die für einen demokratischen Staat möglich sind, damit die indianischen und afrokolumbianischen Gemeinschaften in Frieden leben können".

Das Autonomieprojekt "Plan des Lebens", das die Dorfgemeinschaften im Chocó kulturell und wirtschaftlich stärken soll, hat durch die Maschinengewehr- und Bombenangriffe aus Flugzeugen und Hubschraubern einen herben Rückschlag erlitten. Die Klima-Bündnis-Gemeinden im österreichischen Bundesland Vorarlberg unterstützen seit 1999 das Autonomieprojekt, dessen Ziele eine umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsweise, sozialer Frieden und Gerechtigkeit sind.

Die Geschäftsführerin des Klima-Bündnis, Gotelind Alber, appelliert an die kolumbianische Regierung die Verantwortung für "die Einhaltung der Menschenrechte und der in der Verfassung anerkannten Rechte der indigenen Völker" zu übernehmen und Hilfe für die Opfer im Chocó zu leisten. Deroffene Brief kann im Internet unterstützt werden.