Greenpeace fordert routinemässige Kontrolle von Fleisch und Knochen

Antibiotika in Putenfleisch

Nachdem das Antibiotikum Tetracyclin in Knochen von Puten- und Kälberprodukten nachgewiesen worden sind, hat Greenpeace heute die Bundesländer aufgefordert, Fleisch und Knochen routinemässig auf Antibiotika-Rückstände zu kontrollieren. Zudem muss wissenschaftlich untersucht werden, inwiefern die Antibiotika durch Kochen oder Braten vom Knochen ins Fleisch gelangen. Auch ist bisher unklar, ob sich die Antibiotika aus den Knochen in daraus erzeugter Fleischbrühe oder Gelatine wieder finden.

"Es darf kein Normalzustand bleiben, dass Masttiere Antibiotika erhalten," sagt Manfred Krautter von Greenpeace. "Zum einen kann der Mensch durch Krankheitserreger, die gegen Antibiotika widerstandsfähig sind, gefährdet werden. Zum anderen sind Gefährdungen durch Rückstände im Sonntagsbraten oder der Kuchen-Gelatine nicht auszuschliessen. Antibiotika, die für die Behandlung von Menschen bedeutsam sind, müssen aus der Tiermast verschwinden. Der Einsatz aller anderen Antibiotika in der Tiermast muss massiv reduziert werden - zum Beispiel durch mehr Platz pro Tier und weniger Masttiere im Stall. Lebensmittelhandel und Landwirtschaft müssen der Massentierhaltung endlich den Rücken kehren."

Greenpeace hatte am vergangenen Freitag Laborergebnisse veröffentlicht, die Antibiotika-Rückstände in nach Deutschland importierten Putenkeulen der italienischen Firma A.I.A. aufwiesen. Nach Walmart und Kaufhof hat am Montag auch die Handelskette Tengelmann gegenüber Greenpeace schriftlich erklärt, alle Putenprodukte von A.I.A. aus den Regalen zu nehmen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe auch von Antibiotika-Funden in Kalbsknochen und Kalbfleisch.