Junge Menschen wählen wieder

Wahlverhalten

Erst- und Jungwähler sind bei der vergangenen Bundestagswahl am 22. September 2002 wieder verstärkt zur Wahlurne gegangen. Die Wahlbeteiligung der unter 30-Jährigen stieg im Vergleich zur Bundestagswahl 1990 um 2,6 Prozentpunkte auf 70,3 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin zur Vorstellung der "endgültigen Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik der 15. Bundestagswahl" mit. Der seit 22 Jahren zu beobachtende Trend zur Wahlenthaltung bei dieser Altersgruppe habe sich damit nicht fortgesetzt.

Frauen bevorzugten den Angaben zufolge bei der Bundestagswahl die SPD. Männer stimmten dagegen eher für die Unions-Parteien. Während bundesweit SPD und CDU/CSU mit jeweils 38,5 Prozent der Zweitstimmen gleich abschnitten, lag die Union bei den Männern mit 39,2 Prozent um 2,5 Prozentpunkte vor der SPD. Bei den Frauen schnitt die SPD mit 40,2 Prozent um 2,4 Prozentpunkte vor der Union ab.

Die SPD erreichte ihr bestes Zweitstimmenergebnis mit 41,3 Prozent bei weiblichen Jungwählern zwischen 18 und 24 Jahren. Ihr schlechtestes Ergebnis fuhr die Partei dagegen mit 34,4 Prozent bei Männern zwischen 25 und 34 Jahren ein. Die Union hatte ihre bestes Zweitstimmenergebnis mit 46,4 Prozent bei den über 60-jährigen Männern. Ihr schlechtestes erreichte sie bei Frauen der jüngsten Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren (30,7 Prozent).

Insgesamt stellten die Wahlforscher fest, dass die SPD in allen Altersgruppen ähnlich stark vertreten war. Für die Union stimmten überproportional ältere Wähler. FDP und die Grünen wurden von jüngeren Wählern bevorzugt. Beide Parteien profitierten auch am meisten vom so genannten Stimmensplitting.