Kommission für Nachhaltige Entwicklung sucht Konsequenzen aus Johannesburg

Nach dem Weltgipfel

Acht Monate nach dem UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg haben Regierungsvertreter und Aktivisten mit Beratungen über die Verwirklichung der Beschlüsse begonnen. Auf der 11. Sitzung des CSD, der Kommission für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen wollen die Teilnehmer die Realisierung und Überwachung der Weltgipfel-Beschlüsse in Angriff nehmen. Die wichtigste Ziele seien die Beseitigung von Hunger und Armut, der Schutz der Umwelt und ihrer Ressourcen sowie das Ende des Raubbaus an der Natur durch umweltschädliche Produktion und Konsum. Deutschland ist unter anderen neben den USA, Japan, Frankreich und Großbritannien eines von 53 Mitgliedsländern der Kommission.

Rauchen in New York wird teuer

Strafe bei blauem Dunst

Für Raucher und Bar- beziehungsweise Restaurantbetreiber in der Stadt New York, die diese nach wie vor zur Zigarette greifen lassen, könnte es ab dem heutigen Mittwoch teuer werden. Ab dem Zeitpunkt ist mit saftigen Strafen zu rechnen. Wurden in der ersten Phase nach dem Inkraft-Treten des Rauchverbots im März noch Routine-Checks durchgeführt, wird es ab jetzt für die Betreiber bei einer erstmaligen Übertretung eine Strafe von 200 bis 400 Dollar geben. Bei einem zweiten Verstoß heiße es 500 bis 1.000 Dollar zahlen, bei einem dritten Verstoß werde die Strafe mit 1.000 bis 2.000 Dollar noch saftiger. Erfolge der dritte Verstoß innerhalb eines Jahres, könne der Besitzer sogar seine Lizenz verlieren. Im Vergleich dazu würden Ratten in Betriebsküchen mit 200 bis 2.000 Dollar geahndet.

Starkes Ost-West-Gefälle bei Domains

Internet

Bei den sechs Millionen deutschen de-Domains gibt es nach wie vor ein starkes West-Ost-Gefälle. Wie die deutsche Registrierungsstelle DENIC mitteilte, liegt die Domainzahl im Osten nur bei etwa der Hälfte des Bundesdurchschnitts. Die neuen Bundesländer verzeichnen laut der Erhebung zwar immer noch hohe Zuwachsraten von mehr als 20 Prozent, dies allerdings von einem deutlich niedrigeren Niveau aus als im Westen. Insgesamt sei die Zahl der .de-Domains im vergangenen Jahr um 17 Prozent angestiegen.

Online-Tourismus gewinnt

Verreisen

Der Online Tourismus entwickelt sich positiv. Trotz des insgesamt schwachen Jahres können Reiseveranstalter Umsatzsteigerungen von 100 Prozent verzeichnen. Der Vorteil der Online-Angebote liege nach Angaben des Münchner Unternehmensberaters Ulysses in der raschen Änderung von Kundenwünschen. Das Unternehmen hatte Online-Tourismusreport 2002 Reiseveranstalter, Anbieter und Transportunternehmen in 65 Staaten befragt. Online-Reiseveranstalter waren damit die klaren Gewinner der gesamten Reisebranche.

Konkurrenz für Reuters und Co

Allianz regionaler Agenturen

Die auf Wirtschafts- und Finanznachrichten spezialisierten Agenturen AFX News, Xinhua Financial Networks und CBS MarketWatch wollen gemeinsam den internationalen Größen Reuters, Bloomberg und Dow Jones Konkurrenz machen. Die drei regional starken Nachrichtenagenturen haben sich unter dem Namen World Business News (WBN) zu einer globalen Allianz zusammengeschlossen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Damit hofften sie den Kunden ein deutlich billigeres Angebot für professionelle Wirtschafts- und Finanznachrichten liefern zu können als die etablierte Konkurrenz. Die drei Allianzpartner sollen als eigenständige Unternehmen erhalten bleiben.

Mädchen in Indien noch immer benachteiligt

Kinderarbeit

Die indische Kampagne gegen Kinderarbeit hat in der Hauptstadt Neu Delhi das Jahr gegen die Ausbeutung von Mädchen ausgerufen. 26 indische Mädchen aus verschiedenen Landesteilen überreichten heute Premierminister Vajpayee eine Deklaration, in der die Zentralregierung und die Regierungen der Bundesstaaten aufgefordert werden, für die Umsetzung der Schulpflicht zu sorgen und das Verbot von Kinderarbeit wirksam durchzusetzen. In Indien gehen 85 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren nicht zur Schule, davon rund 50 Millionen Mädchen. Auch zwei Drittel der etwa 50 Millionen arbeitenden Kinder sind Mädchen.

Bedarf an Wissenschaftsjournalisten steigt

Life Sciences

In Zukunft wird der Bedarf an wissenschaftsjournalistischer Berichterstattung stark steigen. Das prognostiziert eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Über 60 Prozent der befragten Journalisten rechneten mit einem weiteren Anstieg des Publikum-Interesses, insbesondere für die so genannten "Life Sciences". Mehr als 90 Prozent der Journalisten seien der Überzeugung, dass "Life-Sciences"-Themen wie Ernährung, Gesundheit, Medizin, Gen- und Biotechnologie künftig zentrale Themenfelder würden. Diese würden für die Leser-Blatt-Bindung als wichtig eingeschätzt.

Regulierungsbehörde erhöht Telefonpreise im Ortsnetz

Rückschlag für Wettbewerb

Die Reglierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat dem Wettbewerb im Telefonsektor am Dienstagabend einen schweren Schlag versetzt: Konkurrenten der Deutschen Telekom müssen ab 1. Juli für die Zuführung von Ortsnetz-Gesprächen zu ihrem Netz bis zu 45,5 Prozent mehr bezahlen als bisher. Damit sind zumindest in der Nebenzeit keine Angebote mehr möglich, die billiger sind als die Telekom-Tarife. Alleine die so genannten Interconnection-Entgelte und die Mehrwertsteuer sind mindestens so hoch wie die Endkunden-Tarife der Telekom. Die Regulierungsbehörde setzte sich damit über in großer Zahl vorgetragene Bedenken hinweg, eine solche Regelung widerspreche sowohl dem deutschen, als auch dem europäischen Recht.

Dorschbestand in Neufundland erholt sich nicht

Überfischung

Trotz zehnjähriger Pause hat sich der Bestand an Dorschen in den Fischgründen vor der Küste Neufundlands und im Golf von St. Lawrence nicht erholt. Die Regierung in Ottawa hat aus diesem Grund einen weiteren Fangstopp angekündigt, berichtet das Magazin Enviromnent News Service. Die Fischgründe stellten im Jahr 2000 einen wirtschaftlichen Wert von rund 14,5 Millionen Euro dar, zehn Jahre zuvor lieferten sie noch Erträge von mehr als 102 Millionen Euro. Die kanadische Regierung hat daher angekündigt, dass sie mit einem Hilfsfonds den Gemeinden, die vom Ende der Dorschfischerei betroffen sind, helfen werde. Knapp 28 Millionen Euro wolle die Regierung in den kommenden zwei Jahren an Entwicklungshilfe zahlen. Unter anderem sollen arbeitslos gewordene Fischer umgeschult werden. Darüber hinaus würden Wissenschaftler die Gründe für den massiven Schwund der Dorschbestände erforschen. Umweltschützer kritisierten den Entschluss als „zu spät gefasst".

Bundestagsabgeordnete kommen zum Picknick an die Saalemündung

Saale-Elbe-Kanal

Informationen und Aktionen zum geplanten Saale-Elbe-Kanal gibt es am 1. Mai ab 15 Uhr direkt an der Saalemündung bei Barby, 1 km südlich der Elbfähre. Zu Gast sind u.a. die Bundestagsabgeordneten Undine Kurth (Bündnis 90/ Grüne) und Ulrich Kasparick (SPD). Beide Abgeordnete sprachen sich klar gegen die Kanalbaupläne aus und stehen den Bürgern für Gespräche zur Verfügung.

Bilanz von fünf Jahren Stromwettbewerb: Verbraucher sind betrogen worden

Bund der Energieverbraucher

Der Bund der Energieverbraucher hat nach fünf Jahren Wettbewerb auf dem Strommarkt Bilanz gezogen. Die Energieversorger hätten die Liberalisierung missbraucht, um den Wettbewerb zu verhindern und den Haushaltskunden überhöhte Preise abzuverlangen. Zusammenschlüsse der grossen Stromversorger zu E.on, RWE und EnBW und Vattenfall hätten den Wettbewerb behindert. Zahlreiche Beteiligungen an Stadtwerken hätten deren Eigenständigkeit beschnitten. Und die Stadtwerke selbst hätten wettbewerbsbedingte Einkaufsvorteile nicht an ihre Kunden weitergegeben.

Tipps für Heuschnupfenopfer

Allergiker

Jetzt kommt wieder die Heuschnupfenzeit. An warmen sonnigen Tagen produzieren Buchen, Birken sowie Gräser und Getreide extrem große Pollenmengen, die vom Wind kilometerweit getragen werden. Diese Pollen rufen bei sensibilisierten Menschen allergische Reaktionen hervor. Rund 17 Prozent der Deutschen leiden unter Pollenallergie. Und viele wissen gar nicht, dass hinter dem jährlichen Frühsommerschnupfen eine ernstzunehmende Erkrankung steckt.

Kaspisches Ölpipelineprojekt verletzt OECD-Leitsätze

Umweltschützer reichen Beschwerde ein

Der Konzern BP steht im Zentrum einer Beschwerde, die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aus sechs Ländern wegen Verstoßes gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen einreichen. Beim jährlichen Forum der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erklärt Heike Drillisch von der Entwicklungsorganisation WEED in Paris: "BP und seine Konsortialpartner beim Pipelineprojekt Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) verstoßen klar gegen Grundregeln der Unternehmensverantwortung." In Deutschland reichen urgewald, WEED, Germanwatch und der BUND bei der "Nationalen Kontaktstelle" im Bundeswirtschaftsministerium die OECD-Beschwerde gegen die Deutsche BP als Teil des BP-Konzerns ein.

Hilfsorganisationen bauen Gesundheitsversorgung wieder auf

Irak

Die in der Aktion Deutschland Hilft (ADH) zusammengeschlossenen Hilfsorganisationen weiten ihren humanitären Einsatz im Irak aus. "Vorrangiges Ziel der Hilfsorganisationen ist es jetzt, die irakische Gesundheitsversorgung zu stabilisieren und weiter auszubauen", so Janina Niemietz-Walter, Sprecherin der ADH. "Noch immer ist das Infektionsrisiko durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Impfstoffe und Desinfektionsmittel für die Bevölkerung, besonders auch für die Kinder, außerordentlich hoch."

Karlsruhe: Rechte leiblicher Väter per Gesetz stärken

Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht fordert den Gesetzgeber zur Stärkung der Rechte leiblicher Väter auf. Nach einem am Dienstag vom Ersten Senat in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss ist der Ausschluss leiblicher, aber eben nicht rechtlicher Väter vom Umgangsrecht und von der Anfechtung einer Vaterschaftsanerkennung teilweise verfassungswidrig. Demnach muss ein leiblicher Vater den Umgang mit einem von ihm gezeugten Kind erstreiten können, wenn zwischen ihm und dem Kind eine sozial-familiäre Beziehung zeitweise bestanden hat. (Az: 1 BvR 1493/96 und 1 BvR 1724/01)

Internet-Plattform Mut-gegen-rechte-gewalt gestartet

Fremdenfeindlichkeit

Die neue Internet-Plattform will die Zivilcourage gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland stärken. Beim Start der Website des Magazins "Stern" und der Amadeu Antonio Stiftung am Dienstag in Berlin sagte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD), der Kampf gegen rechte Gewalt müsse ein ständiges Anliegen der Gesellschaft sein. Entsprechende Projekte dürften "keine Eintagsfliege" sein, warnte die Ministerin, unter deren Federführung das Aktionsprogramm der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie" läuft.

Vierer-Gipfel will europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion

EU-Verteidigungspolitik

Deutschland will gemeinsam mit Frankreich, Belgien und Luxemburg die Bildung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion vorantreiben. Auf entsprechende konkrete Vorschläge verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der vier Länder am Dienstag bei einem Treffen in Brüssel. Die vier Staaten schlagen konkret die Schaffung eines europäischen Lufttransportkommandos bis Juni 2004 vor. Gemeinsame europäische Fähigkeiten sollen zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen sowie auch zur Ausbildung entwickelt werden. Zudem sollen eine Kriseneingreiftruppe, eigene Planungskapazitäten sowie militärische Teams geschaffen werden, die innerhalb 24 Stunden bei humanitären Katastrophen zum Einsatz kommen können.

65 Tage Ungewissheit über 31 entführte Sahara-Touristen

Terrorismus

31 europäische Touristen sind in der südalgerischen Sahara verschwundenen. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen stehe die algerische Regierung in "äußerst schwierigen und langwierigen Verhandlungen" mit den Entführern über die Freilassung der Geiseln. Algier und Berlin würden aber "aus Prinzip" kein Lösegeld zahlen oder "irgendwelche anderen Zugeständnisse machen", versicherten Sicherheitsexperten. Es sei auch nach wie vor nicht klar, ob die Entführer - wahrscheinlich terroristische Islamisten - tatsächlich Lösegeld oder möglicherweise die Freilassung von beispielsweise in Deutschland inhaftierten Gesinnungsgenossen verlangen.

Zwei Drittel der irakischen Ernte vernichtet

Leben nach dem Krieg

Nur rund ein Drittel der Frühjahrsernte im Irak sollen durch den Krieg unversehrt geblieben sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine erste Erhebung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Wie die Organisation am heutigen Montag bekanntgibt, basieren die Daten auf Berichten von Mitarbeitern im Irak. Die FAO warnt in einer Stellungnahme aber, dass das Schicksal der Winter-Getreideernte - rund 1,2 Millionen Tonnen Weizen und Gerste - weiterhin ungewiss ist.

Umweltminister wollen mehr Sicherheit bei Tankern

G8-Treffen

Die Umweltminister der G8-Staaten haben eine Verbesserung der Ausstattung für Tankschiffe gefordert. Grund für die seit Jahren diskutierte Maßnahme war der Untergang der "Prestige" vor der spanischen Atlantikküste im Vorjahr. Aus dem Wrack treten immer noch Tonnen von Öl aus, berichtet BBC-Online. Nach Angaben von Korrespondenten seien bei den Gesprächen erneut die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Europa und den USA über das Kyoto-Protokoll zu Tage getreten. Die Politiker forderten die International Maritime Organisation (IMO) auf, zusätzliche Fonds zu schaffen, um die Opfer der Ölkatastrophen zu entschädigen.