Kommission für Nachhaltige Entwicklung sucht Konsequenzen aus Johannesburg

Nach dem Weltgipfel

Acht Monate nach dem UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg haben Regierungsvertreter und Aktivisten mit Beratungen über die Verwirklichung der Beschlüsse begonnen. Auf der 11. Sitzung des CSD, der Kommission für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen wollen die Teilnehmer die Realisierung und Überwachung der Weltgipfel-Beschlüsse in Angriff nehmen. Die wichtigste Ziele seien die Beseitigung von Hunger und Armut, der Schutz der Umwelt und ihrer Ressourcen sowie das Ende des Raubbaus an der Natur durch umweltschädliche Produktion und Konsum. Deutschland ist unter anderen neben den USA, Japan, Frankreich und Großbritannien eines von 53 Mitgliedsländern der Kommission.

Online-Tourismus gewinnt

Verreisen

Der Online Tourismus entwickelt sich positiv. Trotz des insgesamt schwachen Jahres können Reiseveranstalter Umsatzsteigerungen von 100 Prozent verzeichnen. Der Vorteil der Online-Angebote liege nach Angaben des Münchner Unternehmensberaters Ulysses in der raschen Änderung von Kundenwünschen. Das Unternehmen hatte Online-Tourismusreport 2002 Reiseveranstalter, Anbieter und Transportunternehmen in 65 Staaten befragt. Online-Reiseveranstalter waren damit die klaren Gewinner der gesamten Reisebranche.

Konkurrenz für Reuters und Co

Allianz regionaler Agenturen

Die auf Wirtschafts- und Finanznachrichten spezialisierten Agenturen AFX News, Xinhua Financial Networks und CBS MarketWatch wollen gemeinsam den internationalen Größen Reuters, Bloomberg und Dow Jones Konkurrenz machen. Die drei regional starken Nachrichtenagenturen haben sich unter dem Namen World Business News (WBN) zu einer globalen Allianz zusammengeschlossen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Damit hofften sie den Kunden ein deutlich billigeres Angebot für professionelle Wirtschafts- und Finanznachrichten liefern zu können als die etablierte Konkurrenz. Die drei Allianzpartner sollen als eigenständige Unternehmen erhalten bleiben.

Mädchen in Indien noch immer benachteiligt

Kinderarbeit

Die indische Kampagne gegen Kinderarbeit hat in der Hauptstadt Neu Delhi das Jahr gegen die Ausbeutung von Mädchen ausgerufen. 26 indische Mädchen aus verschiedenen Landesteilen überreichten heute Premierminister Vajpayee eine Deklaration, in der die Zentralregierung und die Regierungen der Bundesstaaten aufgefordert werden, für die Umsetzung der Schulpflicht zu sorgen und das Verbot von Kinderarbeit wirksam durchzusetzen. In Indien gehen 85 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren nicht zur Schule, davon rund 50 Millionen Mädchen. Auch zwei Drittel der etwa 50 Millionen arbeitenden Kinder sind Mädchen.

Regulierungsbehörde erhöht Telefonpreise im Ortsnetz

Rückschlag für Wettbewerb

Die Reglierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat dem Wettbewerb im Telefonsektor am Dienstagabend einen schweren Schlag versetzt: Konkurrenten der Deutschen Telekom müssen ab 1. Juli für die Zuführung von Ortsnetz-Gesprächen zu ihrem Netz bis zu 45,5 Prozent mehr bezahlen als bisher. Damit sind zumindest in der Nebenzeit keine Angebote mehr möglich, die billiger sind als die Telekom-Tarife. Alleine die so genannten Interconnection-Entgelte und die Mehrwertsteuer sind mindestens so hoch wie die Endkunden-Tarife der Telekom. Die Regulierungsbehörde setzte sich damit über in großer Zahl vorgetragene Bedenken hinweg, eine solche Regelung widerspreche sowohl dem deutschen, als auch dem europäischen Recht.

Bilanz von fünf Jahren Stromwettbewerb: Verbraucher sind betrogen worden

Bund der Energieverbraucher

Der Bund der Energieverbraucher hat nach fünf Jahren Wettbewerb auf dem Strommarkt Bilanz gezogen. Die Energieversorger hätten die Liberalisierung missbraucht, um den Wettbewerb zu verhindern und den Haushaltskunden überhöhte Preise abzuverlangen. Zusammenschlüsse der grossen Stromversorger zu E.on, RWE und EnBW und Vattenfall hätten den Wettbewerb behindert. Zahlreiche Beteiligungen an Stadtwerken hätten deren Eigenständigkeit beschnitten. Und die Stadtwerke selbst hätten wettbewerbsbedingte Einkaufsvorteile nicht an ihre Kunden weitergegeben.

Tipps für Heuschnupfenopfer

Allergiker

Jetzt kommt wieder die Heuschnupfenzeit. An warmen sonnigen Tagen produzieren Buchen, Birken sowie Gräser und Getreide extrem große Pollenmengen, die vom Wind kilometerweit getragen werden. Diese Pollen rufen bei sensibilisierten Menschen allergische Reaktionen hervor. Rund 17 Prozent der Deutschen leiden unter Pollenallergie. Und viele wissen gar nicht, dass hinter dem jährlichen Frühsommerschnupfen eine ernstzunehmende Erkrankung steckt.

Kaspisches Ölpipelineprojekt verletzt OECD-Leitsätze

Umweltschützer reichen Beschwerde ein

Der Konzern BP steht im Zentrum einer Beschwerde, die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aus sechs Ländern wegen Verstoßes gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen einreichen. Beim jährlichen Forum der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erklärt Heike Drillisch von der Entwicklungsorganisation WEED in Paris: "BP und seine Konsortialpartner beim Pipelineprojekt Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) verstoßen klar gegen Grundregeln der Unternehmensverantwortung." In Deutschland reichen urgewald, WEED, Germanwatch und der BUND bei der "Nationalen Kontaktstelle" im Bundeswirtschaftsministerium die OECD-Beschwerde gegen die Deutsche BP als Teil des BP-Konzerns ein.

Karlsruhe: Rechte leiblicher Väter per Gesetz stärken

Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht fordert den Gesetzgeber zur Stärkung der Rechte leiblicher Väter auf. Nach einem am Dienstag vom Ersten Senat in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss ist der Ausschluss leiblicher, aber eben nicht rechtlicher Väter vom Umgangsrecht und von der Anfechtung einer Vaterschaftsanerkennung teilweise verfassungswidrig. Demnach muss ein leiblicher Vater den Umgang mit einem von ihm gezeugten Kind erstreiten können, wenn zwischen ihm und dem Kind eine sozial-familiäre Beziehung zeitweise bestanden hat. (Az: 1 BvR 1493/96 und 1 BvR 1724/01)

Vierer-Gipfel will europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion

EU-Verteidigungspolitik

Deutschland will gemeinsam mit Frankreich, Belgien und Luxemburg die Bildung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion vorantreiben. Auf entsprechende konkrete Vorschläge verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der vier Länder am Dienstag bei einem Treffen in Brüssel. Die vier Staaten schlagen konkret die Schaffung eines europäischen Lufttransportkommandos bis Juni 2004 vor. Gemeinsame europäische Fähigkeiten sollen zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen sowie auch zur Ausbildung entwickelt werden. Zudem sollen eine Kriseneingreiftruppe, eigene Planungskapazitäten sowie militärische Teams geschaffen werden, die innerhalb 24 Stunden bei humanitären Katastrophen zum Einsatz kommen können.

Umweltminister wollen mehr Sicherheit bei Tankern

G8-Treffen

Die Umweltminister der G8-Staaten haben eine Verbesserung der Ausstattung für Tankschiffe gefordert. Grund für die seit Jahren diskutierte Maßnahme war der Untergang der "Prestige" vor der spanischen Atlantikküste im Vorjahr. Aus dem Wrack treten immer noch Tonnen von Öl aus, berichtet BBC-Online. Nach Angaben von Korrespondenten seien bei den Gesprächen erneut die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Europa und den USA über das Kyoto-Protokoll zu Tage getreten. Die Politiker forderten die International Maritime Organisation (IMO) auf, zusätzliche Fonds zu schaffen, um die Opfer der Ölkatastrophen zu entschädigen.

Journalismus setzt mehr auf Presse- und Agenturmeldungen als Ersatz

Dreiländer-Umfrage zeigt Auswirkungen der Wirtschaftsflaute

In Zeiten von Sparmaßnahmen in Unternehmen und Medien nimmt der Einfluss von Pressemitteilungen und PR-Agenturen auf von Journalisten produzierte Medieninhalte zu. Gleichzeitig sinkt aber auch die Chance einer Pressemitteilung die Aufmerksamkeit eines Journalisten zu erhaschen, wenn sie nicht qualitativ einwandfrei und übersichtlich aufgearbeitet ist. Das sind zwei Ergebnisse einer schriftlichen Dreiländer-Umfrage des PR-Agenturnetzwerks ECCO Public Relations in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die Analyse wurden insgesamt 485 Journalisten (von 2.700 versandten Fragebögen; Rücklaufquote 18 Prozent) von einer deutschen, österreichischen und schweizerischen Agentur befragt.

100-Milliarden-Treuhänderfonds für Asbest-Geschädigte in den USA

Rechtsstreit soll beigelegt werden

Unter dem wachsenden Druck, die Asbest-Rechtsstreitkrise in den USA zu lösen, arbeiten Klägeranwälte, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften, Gewerkschaften und Senatoren einen Plan für einen nationalen 100 Milliarden-Dollar-Treuhänderfonds aus. Mit diesem sollen die Schadensansprüche jener Arbeiter getilgt werden, die nach dem Hantieren mit krebsauslösenden asbesthaltigen Materialien krank wurden. Asbest wurde jahrelang in der Industrie und vom Militär eingesetzt. Wird das aus langen dünnen Fasern bestehende Mineral Asbest eingeatmet, kann dies zu Rippenfell- und Lungenkrebs sowie zur Asbeststaublunge führen. Nachdem diese gesundheitlichen Risiken bekannt wurden, kam es zu einer Klageflut, die 60 US-Unternehmen in den Bankrott getrieben hat.

Rating-Agentur stellt Zahlungen für WestLB-Pipeline in Ecuador ein

Zeichen für Kreditunwürdigkeit

Die renommierte internationale Rating-Agentur Moody's gab jetzt bekannt, dass sie ab sofort ihr Rating für die von der Düsseldorfer WestLB finanzierte OCP-Pipeline einstellt. Als Begründung führt Moody's "die unzureichenden finanziellen und operativen Informationen" von OCP an. "Dies ist ein höchst ungewöhnlicher Vorgang", kommentierte Heffa Schücking von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald. "Es kommt fast nie vor, dass Rating-Agenturen ihre Ratings einstellen, es sei denn, ihnen liegen Hinweise auf schwerwiegende Ungereimtheiten vor." Für die Finanzierer des OCP-Projekts - allen voran die WestLB - ist der Wegfall des Ratings für ihre 900 Millionen US-Dollar Investition auf jeden Fall ein Desaster. Die Rating-Agenturen sind die wichtigste unabhängige Überprüfungsinstanz im internationalen Kredit- und Anleihengeschäft. Wenn sie das Vertrauen in eine Firma verlieren, gilt sie nicht mehr als kreditwürdig.

Call by Call im Ortsnetz startet Freitag

Teils erhebliche Einsparungen

Am Freitag fällt das letzte Monopol im deutschen Telefonmarkt: Das Ortsnetz. Hier konnte der Verbraucher - außer über den Umweg mit frei tarifierbaren 0190-0-"Mehrwertdienste"-Nummern - bislang noch nicht vom beliebten Call-by-Call-Verfahren profitieren. Beim Call-by-Call wählt der Anrufer vor der Rufnummer eine meist fünfstellige Call-by-Call-Vorwahl und führt das Gespräch so über einen alternativen Anbieter statt über die Deutsche Telekom. Verbraucher dürfen sich auf spürbare Einsparungen freuen.

Protest bei Hewlett Packard und Papiergroßhändlern

Finnischer Urwald in Papier und Verpackungen

Gegen die Verwendung von finnischem Urwaldholz in Papier und Pappe protestierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag vor der Zentrale der Firma Hewlett Packard (HP) in Böblingen sowie vor Filialen deutscher Papiergroßhändler. Vor der HP-Zentrale forderten Aktivisten in drei Meter hohen Baum-Kostümen auf einem Transparent "Hewlett Packard: Sag Nein zur Urwaldzerstörung". Denn die Verpackungen von HP-Druckern enthielten Holz aus gefährdeten Urwäldern. Bereits am Mittwoch begannen Proteste der Greenpeace-Aktivisten beim Papierhändler Schneider + Söhne, die am Donnerstag bei Papier Union und Deutsche Papier in mehreren deutschen Städten fortgesetzt wurden. Alle drei Händler kaufen nach Angaben von Greenpeace von dem Konzern Stora Enso in Finnland Papier, für das die letzten Urwälder des Landes zerstört würden. Bundesverbraucherministerin Renate Künast soll auf der Forstminister-Konferenz Ende des Monats für den Schutz der Urwälder einsetzen.

Schröder und SPD sollen Verbraucher vor Gentechnik schützen

EU gefährdet gentechnikfreie Landwirtschaft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine Partnerverbände von Friends of the Earth Europe haben die Europäische Kommission scharf kritisiert, weil sie mit Gentechnik-Lobbyisten Runde Tische organisiere, anstatt Bauern und Verbraucher zu schützen. Es müsse eine Regelung beschlossen werde, die klar regele, wer für Verschmutzungen mit gentechnisch verändertem Saatgut hafte. Bundeskanzler Gerhard Schröder und die SPD sollten ihre industriefreundliche Haltung aufgeben und Verbraucher und Umwelt schützen.

Globalisierungskritiker schicken Sonderzug zum G8-Gipfel

Zwei Jahre nach Genua

Mit einem Sonderzug durch Deutschland mobilisieren zahlreiche Gruppen, darunter das globalisierungskritische Netzwerk Attac, zu Protesten gegen den nächsten G8-Gipfel, der vom 1. bis 3. Juni im französischen Evian stattfindet. Der Zug soll am 28. Mai in Berlin starten und über Magdeburg, Hannover, Bielefeld, Dortmund, Bochum, Essen, Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz, Frankfurt/M., Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg und Genf fahren; die Rückfahrt ist für den 2. Juni vorgesehen.

Weg frei für Kirch-Übernahme durch US-Milliardär Saban

Kauf ohne Auflagen genehmigt

Der Weg für die Übernahme der ehemaligen Kirch-Gruppe durch den US-Milliardär Haim Saban ist frei. Das Bundeskartellamt hat das Geschäft erwartungsgemäß ohne Auflagen genehmigt. Das bedeutet grünes Licht für die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG sowie des Film- und TV-Rechtehandels der KirchMedia durch die Saban Capital Group. Da Saban noch nicht auf dem deutschen Markt aktiv ist, sei eine "Entstehung oder Verstärkung marktbeherrschender Stellungen" durch die Übernahme nicht zu erwarten, so das Bundeskartellamt.

Täglich sterben in Afrika 3.000 Kinder an Malaria

Billiges Medikament wirkt nicht mehr

Chloroquin, das billigste und meistgenutzte Medikament gegen Malaria, hat in den meisten Teilen Afrikas seine Wirksamkeit verloren. Die Kindersterblichkeit durch Malaria steigt in vielen besonders schwer betroffenen Regionen an. Durchschnittlich 3.000 afrikanische Kinder sterben täglich an der Tropenkrankheit. Zu diesen alarmierenden Ergebnissen kommt der erste umfassende Bericht zu Malaria in Afrika, den das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF am Freitag gemeinsam mit der WHO vorstellen wird.