Schweinehaltung nicht artgerecht

Tierhaltung

Der vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegte Entwurf einer Schweinehaltungsverordnung wird nach Einschätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht. Zwar müssten Ställe künftig mehr Platz, Licht und Möglichkeiten zum Spielen bieten, aber die Einzelhaltung von Sauen in Kastenständen werde nicht abgeschafft. Es fehle auch das Verbot von Betonspaltenböden und der Verstümmelung von Zähnen und Schwänzen.

„Wir begrüßen zwar, dass Frau Künast mit ihrem Entwurf über die Mindestanforderungen der EU-Richtlinie hinausgeht.“, so Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND. Die über 26 Millionen Schweine in Deutschland hätten mit den neuen Haltungsvorschriften jedoch noch keine durchgreifende Verbesserung ihrer Lage zu erwarten. Es werde sich kaum etwas daran ändern, dass die Tiere weiter den Vorgaben der industriellen Massenproduktion angepasst würden. Wenn Landwirtschaftsministerin Künast der Agrarwende neuen Schwung verleihen wolle, müsse sie hier noch nachbessern.

Der BUND fordert artgerechte Schweineställe, die für Futteraufnahme, Ruhe und Koten getrennte Bereiche haben. Außerdem seien angemessene Auslaufmöglichkeiten ins Freie notwendig, damit die Tiere sich beschäftigen können. Unter verbesserten Bedingungen würden die Schweine kaum Stress ausgesetzt. Das Kupieren der Schwänze und das Stutzen ihrer Zähne wären dann überflüssig.

Im ökologischen Landbau und beim Neuland-Verband würden bereits vorbildliche Richtlinien gelten, so Weiger. Damit die Verbraucher leichter erkennen könnten was sie kaufen, müssten alle tierischen Lebensmittel entsprechend ihrer Produktionsbedingungen künftig eindeutig gekennzeichnet werden. Der Handel, die Bauernverbände und die Centrale Marketinggesellschaft der Agrarwirtschaft müssten daher entsprechende Initiativen ergreifen.