Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

Gesundheitsreform droht Behinderte in Sozialhilfe abrutschen zu lassen

Behindertenrat warnt

Der Parteien-Kompromiss zur Gesundheitsreform stößt beim Deutschen Behindertenrat (DBR) auf harsche Kritik. Die Einigung von Bundesregierung und Opposition sei "enttäuschend und schockierend", sagte der Koordinator des Verbandes, Detlef Eckert. Wegen der vorgesehenen hohen Zuzahlungen und Leistungskürzungen drohe vielen chronisch Kranken und Behinderten, in die Sozialhilfe abzurutschen. Ein Großteil von ihnen müsste ohnehin mit einem wirtschaftlichen Minimum auskommen.

"Wenn beispielsweise Rollstuhlfahrer ihre Taxifahrten zur Arztpraxis selbst zahlen müssten, würde dies die medizinische Versorgung drastisch verschlechtern", befürchtet Eckert. Auch die Zuzahlungen, die bei Arztbesuchen und für Medikamente vorgesehen seien, würden vermutlich viele abschrecken, überhaupt zum Arzt zu gehen. "Dann bleibt die Prävention auf der Strecke", betonte er.

Zurückhaltend bewertete Eckert das Zugeständnis der Verhandlungspartner, chronisch Kranke bei den Zuzahlungen mit maximal einem Prozent des Bruttoeinkommens zu belasten, während für alle anderen Versicherten zwei Prozent vorgesehen sind. "Das ist ein Bonbon, das nicht darüber hinwegtäuschen kann, das Patienten und Versicherte einseitig für die Kosten der Reform aufkommen müssen", sagte Eckert. Die geplante Gesundheitsreform sei keine Strukturreform, sondern würde lediglich Probleme verschieben. Zudem bezweifle er, dass dadurch die Beitragssätze nachhaltig gesenkt werden könnten.