Streubomben sind besonders heimtückische Waffen

Auch Bundeswehr hat sie

Streubomben, auch "Minikiller" genannt, sind besonders heimtückisch und reißen schwerste Wunden. Auch die Bundeswehr besitzt die international umstrittenen "Clusterbombs", Cluster Bomb Units (CBU), die eine Vielzahl von Sprengkörpern freisetzen können. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Montag in Berlin, dass die deutsche Luftwaffe und das Heer über mehrere tausend Streubomben verfügen.

Seit Juni 2001 sind nach Angaben des Bundeswehrsprechers bereits über 8000 Kleinbomben vernichtet worden. Wie viele der Bomben sich noch in den deutschen Arsenalen befinden, wollte der Sprecher nicht sagen. Auch das Auswärtige Amt erklärte, Streubomben seien "als solche" nicht völkerrechtlich geächtet. Kritiker verweisen allerdings darauf, dass Streubomben als "unterschiedslos wirkende Waffen" völkerrechtswidrig seien, da sie ganz besonders Zivilisten gefährden, verstümmeln und töten.

Die "Clusterbombs" wurden von den Amerikanern und Briten jetzt wieder im Irak-Krieg eingesetzt, zuvor schon in Afghanistan. In einem Behälter, der von einem Flugzeug abgeworfen wird oder an einem Fallschirm nieder schwebt, befinden sich durchschnittlich mehr als 200 kleinere Bomben, "Bombletten" genannt. Ihr Inhalt: Splitterbomben oder Minen. In einer bestimmten Höhe öffnet sich der Behälter und gibt seine todbringende Last frei.

Die Kleinbomben können mit ihrer großen Zahl messerscharfer Splitter mit einer Geschwindigkeit von Gewehrkugeln Menschen noch in hundert Meter Entfernung töten. Die Clusterbombe sprengt mit ihrer tödlichen Kraft eine Fläche in einem Radius von 150 mal 350 Meter regelrecht leer. Ein Geschoss kann eine Panzerung von zwölf Zentimetern durchschlagen. Nach Darstellung von Experten produzieren rund 20 Staaten Streubomben. Allein die USA sollen etwa 40 Typen von Streubomben herstellen.