Bundesrat verlangt massive Verbesserungen bei Tiertransporten

EU-Tiertransporte-Verordnung

Der Bundesrat hat am Freitag erhebliche Verbesserungen im Vorschlag der Europäischen Kommission für eine neue Tiertransporte-Verordnung verlangt. So verlangte die Länderkammer beispielsweise, die maximal zulässige Transportdauer auf acht Stunden zu begrenzen - nach dem EU-Vorschlag sollen nach neunstündiger Fahrt zwölf Stunden Pause eingelegt werden, danach kann der Transport aber im gleichen Rhythmus auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. Auch verlangten die Ländervertreter eine Streichung der Exporterstattungen. Statt lebende Tiere zu transportieren, solle dies lieber mit dem Fleisch passieren. Tierschützer begrüßten die Stellungnahme des Bundesrates.

Die Empfehlungen des Bundesrates sähen weitgehende Verbesserungen für den Schutz der Tiere beim Transport vor und kritisieren den Entwurf der EU-Kommission in den richtigen Punkten. Der Vorschlag der EU werde zu keiner grundlegenden Verbesserung des Tierschutzes führen, so die übereinstimmende Meinung des Bundesrates und der Tierschutzorganisation Vier Pfoten zu dem Verordnungsentwurf.

Nach Vorschlag der EU-Kommission müssen die Tiere während der Pausen nicht abgeladen werden. Der Bundesrat befürchtet die Zunahme von Missständen, wenn dabei nicht sicher gestellt wird, dass tatsächlich alle Tiere in einem Fahrzeug Futter und Wasser erhalten und sich ausruhen können. Auch müssten die hygienischen und klimatischen Mindestanforderungen eingehalten werden. "Zur Zeit gibt es noch kein Belüftungssystem, dass einen mehrstöckigen Transporter zwölf Stunden lang ununterbrochen auf allen Ebenen klimatisch regulieren kann, während das Fahrzeug steht", berichtet Michaela Braun von Vier Pfoten. Die Organisation fordert ein Zeitlimit, "das Pausen überflüssig macht". Auch der Bundesrat fordert, nach spätestens acht Stunden müsse der Transport zu Ende sein. Zudem dürften die Tiere erst kurz vor der Abfahrt eingeladen und müssten umgehend nach Ankunft wieder ausgeladen werden. Sollten doch Pausen vorgesehen werden, müssten die Tiere abgeladen, gefüttert und getränkt werden, fordert Braun.