Erderwärmung - Folgen und Ursachen | 20 Jahren Aufklärung

Ökosystem - Studien über die Folgen globaler Erwärmung veröffentlicht

Das Pew Center on Global Climate Change hat einen Report bestehend aus mehr als 150 Studien über die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Frischwasserökosysteme und Feuchtgebiete veröffentlicht. Der für die nächsten 100 Jahre vorausgesagte Temperaturanstieg und wechselnde Wetterbedingungen würden signifikante Veränderungen der geographischen Verbreitung der Frischwasserfische, der Vermehrung vieler Wasserlebewesen sowie eine reduzierte Wasserqualität bewirken.

Für viele Wasserlebewesen ist die Wahl des Lebensraumes stark an die Temperatur gebunden. Deshalb reagieren sie sehr empfindlich auf wechselnde Klimabedingungen. Der Klimawandel könnte herrschende Verbreitungsmuster stören und fundamentale Ökosystemprozesse verändern. Das Resultat wären weit greifende ökologische Veränderungen.

Kaltwasserfische wie die Forelle und der Lachs müssten für gleichbleibende äußere Lebensbedingungen weiter in den Norden ziehen. Eine Erhöhung der Oberflächentemperatur um vier Grad Celsius bedeute eine Nordwärtsbewegung von 640 Kilometern. Durch den Temperaturanstieg wachsen mehr Algen und reduzieren den Anteil an gelöstem Sauerstoff im Wasser. Ein weiterer Punkt sei, dass in den kommenden 100 Jahren heute noch schneebedeckte Gebiete abschmelzten.

Das Pew Center wurde 1998 gegründet und ist seither bemüht, die Umweltbedingungen zu verbessern. Es arbeitet mit Unternehmen zusammen, um eine marktorientierte Lösung für die Reduktion von Treibhausgasen zu entwickeln. Das Center erstellt immer wieder Studien, um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren.

Am 14-02-2002

Zerstörung der Lebensräume durch den Menschen ist schuld

Mit schlimmen Zahlen wartet die UNO Umweltorganisation UNEP auf. Nach einem neuen Bericht ist knapp ein Viertel aller Säugetiere massiv vom Aussterben bedroht. Innerhalb der kommenden 30 Jahren werden diese Tiere vom Globus verschwunden sein, befürchtet die UNEP. Die Zerstörung der Habitate und globale Umweltverschmutzung setzen den Tieren extrem zu.

Der Verlust der Biodiversität wird durch die Zerstörung der Lebensräume der Tiere und durch die Bioinvasion fremder Spezies noch gesteigert, berichtet BBC-online. Hinzu kommen veränderte Lebensbedingungen durch globale Erwärmung. Nach Schätzungen der UNEP sind mehr als 11.000 Tier- und mehr als 5.000 Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Allein über 1.000 Säugetiere befinden sich auf der "roten Liste", jeder achte Vogel ist bedroht.

Unter den bedrohten Tieren befinden sich Spezies wie der sibirische Tiger, das schwarze Nashorn aber auch Tiere, die weniger bekannt sind wie der philippinische Adler und der asiatische Amur-Leopard. Der UN-Report stützt sich auf Aufzeichnungen der vergangenen 30 Jahre. Nach Berichten soll die Zerstörung des Lebensraumes in diesem Zeitraum mit gleichbleibender Intensität fortgeschritten sein. Insbesondere die Ausbreitung der menschlichen Siedlungen in Regenwälder, Feuchtbiotope und andere Wildnis-Gebiete sowie die Folgen von Industrialisierung haben dramatische Auswirkungen auf das Leben der Tiere und Pflanzen. Nach Ansicht der UNEP hätten einige der Probleme einfach gelöst werden können, wenn die Regierungen Verträge und Konventionen des Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 umgesetzt worden wären.

Am 22-05-2002

Protest gegen ESSO

"Testurteil: Besonders verantwortungslos". Das stand auf überdimensionalen Urkunden, die Greenpeace-Aktivisten am Samstag in 18 Städten vor ESSO-Tankstellen präsentierten. Unter anderem in Aachen, Augsburg, Bremerhaven und Dresden demonstrierten Greenpeace-Mitglieder gegen ESSO und seine umweltzerstörende Geschäftspolitik. Die Aktivisten verteilen Flugblätter, informieren Passanten und sammeln Unterschriften von Menschen, die mehr Verantwortung von ESSO für den Umweltschutz fordern.

"Es ist ein Skandal, wie sich ESSO gegen den Klimaschutz sperrt. Deswegen verleihen wir ESSO das Prädikat 'besonders verantwortungslos'", sagt Jörg Feddern, Ölexperte von Greenpeace. ESSO erwirtschaftet über 90 Prozent seiner Gewinne durch den Verkauf fossiler Energien wie Öl und Gas. Dadurch ist der Konzern wesentlich am bedrohlichen Klimawandel beteiligt. Greenpeace wirft ESSO zudem vor, systematisch alle internationalen Anstrengungen, die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen, zu untergraben. So trage der Konzern durch seine Lobbyarbeit maßgeblich dazu bei, dass sich US-Präsident George W. Bush bis heute weigert, das internationale Klimaschutzabkommen, das Kyoto-Protokoll, zu ratifizieren. "Es ist an der Zeit, dass globale Konzerne wie ESSO endlich auch globale Verantwortung übernehmen. Gewinnmaximierung darf nicht auf Kosten von Mensch und Natur gehen," sagt Feddern.

Ein weiteres Beispiel für die Verantwortungslosigkeit von ESSO sei das Verhalten des Konzerns beim Tankerunglück der 'Exxon Valdez' 1989. Die von einem US-Gericht auf ursprünglich 5 Milliarden US-Dollar festgesetzte Strafzahlung hat ESSO in langjährigen Prozessen immer wieder angegriffen. Das Verfahren läuft, der Konzern bietet den Betroffen 20 Millionen US-Dollar Entschädigung. Das sind 0,4 Prozent der eigentlichen Strafzahlung.

Greenpeace fordert Esso auf, in erneuerbare Energien zu investieren und so Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg müssten Politiker im August dafür sorgen, dass künftig Großkonzerne länderübergreifend für ihre Umweltverbrechen zur Verantwortung gezogen werden können. Greenpeace-Kampagnen gegen die Konzernpolitik von Esso laufen zur Zeit weltweit.

Am 05-08-2002

Neue Erkenntnisse im Reisanbau

Reispflanzen, die höhere Erträge bringen, scheiden auch weniger Methan in die Umwelt aus. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der niederländischen Wageningen Universität und dem Fraunhofer Institut bei Versuchen am internationalen Rice Research Institute auf den Philippinen gekommen. Die Forscher wollen mit diesem Wissen eine Optimierung des Reisanbaus erreichen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Bei Experimenten im Gewächshaus konnten die Wissenschaftler feststellen, dass die Pflanzen, die Kohlenstoff kanalisieren und zur Bildung von Blüten nutzen, weniger Treibhausgase in die Luft setzen.

Der wichtigste Faktor sei dabei die Bildung von Ähren, die sich von der Blüte bis hin zum Korn entwickeln. Mit diesem Wissen könnten nach Ansicht von Ronald Sass, Forscher an der Reis-Universität in Houston und Ralph Cicerone von der Universität in Irving/Kalifornien neue Reispflanzen gezüchtet werden, die höhere Produktivität und eine geringere Treibhausgas-Produktion aufweisen. Die großen Probleme seien eine Verringerung der Ähren durch die globale Erwärmung.

Reisfelder sind neben Großtierfarmen die wichtigsten Produzenten von Methan. Methan ist neben dem CO2 das zweit wichtigste Treibhausgas und zu 20 Prozent für die globale Erwärmung mitverantwortlich. Zehn Prozent der globalen Methanproduktion stammt aus der Reisproduktion. Reis ist aber für die Hälfte der Erdbevölkerung das wichtigste Grundnahrungsmittel. Die Ausbeute eines Reisfeldes variiere sehr stark: Manche Felder liefertn bis zu acht Tonnen Reis pro Hektar, andere nur drei. Andere Forscher wie etwa Robin Matthews von der britischen Cranfield Universität stehen der ganzen Sache aber sehr kritisch gegenüber, berichtet BBC-online. Die Experimente im Glashaus wären zwar aufschlußreich, eine Umsetzung in der reellen Welt sei aber kaum möglich, da die Situation unter freiem Himmel viel komplexer ist. Es gebe noch eine Vielzahl anderer Faktoren,die beim Reisanbau zu beachten sind

Reispflanzen, die höhere Erträge bringen, scheiden auch weniger Methan in die Umwelt aus. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der niederländischen Wageningen Universität und dem Fraunhofer Institut bei Versuchen am internationalen Rice Research Institute auf den Philippinen gekommen. Die Forscher wollen mit diesem Wissen eine Optimierung des Reisanbaus erreichen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Bei Experimenten im Gewächshaus konnten die Wissenschaftler feststellen, dass die Pflanzen, die Kohlenstoff kanalisieren und zur Bildung von Blüten nutzen, weniger Treibhausgase in die Luft setzen.

Der wichtigste Faktor sei dabei die Bildung von Ähren, die sich von der Blüte bis hin zum Korn entwickeln. Mit diesem Wissen könnten nach Ansicht von Ronald Sass, Forscher an der Reis-Universität in Houston und Ralph Cicerone von der Universität in Irving/Kalifornien neue Reispflanzen gezüchtet werden, die höhere Produktivität und eine geringere Treibhausgas-Produktion aufweisen. Die großen Probleme seien eine Verringerung der Ähren durch die globale Erwärmung.

Reisfelder sind neben Großtierfarmen die wichtigsten Produzenten von Methan. Methan ist neben dem CO2 das zweit wichtigste Treibhausgas und zu 20 Prozent für die globale Erwärmung mitverantwortlich. Zehn Prozent der globalen Methanproduktion stammt aus der Reisproduktion. Reis ist aber für die Hälfte der Erdbevölkerung das wichtigste Grundnahrungsmittel. Die Ausbeute eines Reisfeldes variiere sehr stark: Manche Felder liefertn bis zu acht Tonnen Reis pro Hektar, andere nur drei. Andere Forscher wie etwa Robin Matthews von der britischen Cranfield Universität stehen der ganzen Sache aber sehr kritisch gegenüber, berichtet BBC-online. Die Experimente im Glashaus wären zwar aufschlußreich, eine Umsetzung in der reellen Welt sei aber kaum möglich, da die Situation unter freiem Himmel viel komplexer ist. Es gebe noch eine Vielzahl anderer Faktoren,die beim Reisanbau zu beachten sind

Am 20-08-2002

Johannesburg

Der Weltgipfel in Johannesburg hat nach Ansicht von Greenpeace in vielen wesentlichen Punkte versagt. Besonders die Weigerung, sich auf Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien zu einigen, sei ein Desaster für den Klimaschutz. Vor allem die USA und die Ölförderstaaten verhinderten feste Zielvorgaben. Daher begrüßt Greenpeace die soeben angekündigte "Initiative für Erneuerbare Energien" der EU und lateinamerikanischer Länder, die genaue Ziele, Zeitrahmen und Finanzierungswege festlegen will.

Die USA und die Ölstaaten haben gegen jede Vernunft zukunftsweisende Beschlüsse verhindert, sagte Greenpeace Sprecher Andreas Bernstorff. Für Fortschritte im globalen Umweltschutz gebe es jetzt nur noch einen Weg. Dies müsse man ohne die USA machen. Die neue Initiative der EU gehe in die richtige Richtung. Greenpeace begrüßt auch die heutige Entscheidung des Gipfels für verbindliche Regeln, mit denen Unternehmen für Umweltvergehen und Folgen von Unfällen verantwortlich und haftbar gemacht werden können.

Am letzten Tag der Konferenz protestiert Greenpeace gegen die schädliche Klimapolitik der Ölkonzerne. Auf dem von der Klimaerwärmung bedrohten Pasterze-Gletscher in Österreich entrollten 80 Greenpeace-Aktivisten "Climate change powered by Esso, Shell, BP". Auch in Durban in Südafrika stellten die Umweltschützer ihre Forderung: An einer Ölraffinerie befestigten sie auf einer Brücke mit Ölpipelines Banner und Flaggen mit der Aufschrift "Clean energy now" (Saubere Energie jetzt).

Während sich das Versagen des Gipfels in Energiefragen abzeichnete, bekam der Klimaschutz neuen politischen Schwung. Kanada, China, Russland und Indien sagten zu, das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz zu verabschieden. Damit seien die USA noch weiter isoliert. Jetzt müsse man nicht mehr lange warten, bis sich auch US-amerikanische Unternehmen von der umweltfeindlichen Politik ihrer Regierung abwenden. Erste Anzeichen gebe es, sagt Bernstorff. Letzte Woche rief der World Business Council for Sustainable Development, in dem 163 Großunternehmen zusammengeschlossen seien, gemeinsam mit Greenpeace zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls auf. Zu dem Rat gehören auch 25 US-Firmen.

Der Gipfel beschloss in seinem Aktionsplan, einer Milliarde Menschen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Grundbedürfnissen zu verschaffen. Alle anderen Ziele in den Bereichen Armutsbekämpfung, Handelsgerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaftens wurden verfehlt.

Am 04-09-2002

Waldschadensbericht

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) weisen mit der Vorstellung der bundesweiten Waldschadenserhebung auf die akute Gefährdung des Öko-Systems Wald hin. "Die Bekämpfung der Waldschäden und die Abwehr der Klimakatastrophe müssen Hand in Hand gegen", verlangte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. "Es ist bedauerlich, dass die Bundesregierung klammheimlich ihr bisheriges Ziel aufgegeben hat, die CO2-Emissionen bis 2005 um 25 Prozent zu verringern und nur noch eine 21 Prozent-Reduzierung anstrebt".

Die von DNR und SDW vorgelegte Bilanz der geschädigten Bäume in den einzelnen Bundesländern bleibt erschreckend hoch, zeigt aber nicht die ganze Wahrheit. Stickstoffemissionen aus dem ungebremst wachsenden Verkehr und durch Dünger und Gülle bei der Landwirtschaft setzen Waldböden und der Artenvielfalt zu. Gleichzeitig tragen sie auch zur globalen Klimaerwärmung bei. "Aus dem Waldsterben ist ein ,Vegetationssterben' geworden", sagte Hubert Weinzierl.

"Der Säuregehalt in den Waldböden hat sich in den letzten Jahrzehnten verhundertfacht. Die Feinwurzeln der Bäume sterben ab und der Wald kann keine Schadstoffe mehr aus dem Wasser herausfiltern", sagte SDW-Geschäftsführer Bernd Krebs. Dadurch ist aber die Qualität unseres Trinkwassers gefährdet. Giftige Stoffe wie Aluminium, Mangan und Nitrat gelangen ins Grundwasser. Auch die Artenvielfalt ist durch die Stickstoffbelastung bedroht. Pflanzen, die auf nährstoffarme Böden angewiesen sind, verlieren ihren Lebensraum.

DNR und SDW forderten die Bundesregierung auf, konsequente Maßnahmen zur drastischen Verringerung der Luftverschmutzung zu treffen. "Wir brauchen Politiker, die den Mut haben, den Auto-, LkW- und Flugverkehr endlich entschieden einzudämmen und die auf Verkehrsvermeidung und auf den öffentlichen Verkehr setzen", sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Dazu trage die kontinuierliche Erhöhung der Mineralölsteuer bei. Wir müssen auf das 1 Liter-Auto setzen, so der DNR. Bei der Landwirtschaft sei vor allem die Massenviehhaltung auszudünnen, die in hohem Maße zu Ammoniakstickstoff beitrage.

Am 11-12-2002

Globale Erwärmung

Das Jahr 2002 ist seit Beginn der Wetteraufzeichungen 1860 das zweitwärmste. Die globale Oberflächentemperatur lag im Durchschnitt 2002 um rund 0,50 Grad Celsius über dem Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990. Diese Daten spiegelten den Trend der stetigen Erwärmung des Erdklimas wider, so der Jahresbericht der World Meteorological Organization. Der Treibhauseffekt habe sich in den vergangenen 25 Jahren deutlich beschleunigt, heißt es in einer Aussendung.

Die zehn wärmsten Jahre gab es demnach seit 1987, neun davon seit 1990. Die durchschnittlichen Oberflächentemperaturen seien seit 1900 um 0,6 Grad Celsius angestiegen. Unklar sei, ob die Wetterextreme 2002 wie Hitzewellen und Dürre in Asien und Überschwemmungen in Mitteleuropa mit der zunehmenden Erwärmung in Zusammenhang stehen. Nach Ansicht der Wissenschaftler dürfte die Rückkehr des El-Nino-Phänomens zum Teil für die Klima-Extreme im Pazifikraum verantwortlich sein. Das Wetterphänomen sei laut Forschern die Folge des Treibhauseffekts, ausgelöst durch Kohlendioxid und andere Gase.

Am 18-12-2002

Forschung

Amerikanische Biologen berichten in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature, dass Wildtiere mit Migrationen auf die globale Erwärmung reagieren. Nach den Aufzeichnungen der beiden Forscherteams sei das ein Hinweis auf eine Klimaänderung. Viele Spezies veränderten ihre Lebensgebiete, um kühlere oder höher gelegene Lebensbereiche zu finden. Nach Aufzeichnungen der Forscherin Camille Parmesan von der Universität in Texas in Austin haben sich die Tiere mit 6,1 Kilometer pro Dekade Richtung Norden bewegt. Insgesamt hat das Forscherteam rund um Parmesan mehr als 1.700 Tierarten untersucht.

Der Frühling ziehe global gesehen um 2,3 Tage pro Dekade früher ein. Das habe Auswirkungen auf Zugvögel und auf die vorverlegte Brutzeit verschiedener Tierarten.

Ein zweites Forscherteam um Terry Root von der kalifornischen Stanford Universität hat bei Untersuchungen festgestellt, dass die Migration von Tieren, die in höheren Lagen oder weiter im Norden leben, besonders signifikant ist. Dort sei die Änderung der Temperaturen besonders groß. Roots Analyse folgt 143 Einzelstudien von über 1.400 Spezies, die verschiedene Informationen über Tierarten und globale Erwärmung umfasst. Nach den Ergebnissen der Untersuchungen gebe es bereits deutliche Zeichen von Veränderungen. Diese treten von Mollusken bis hin zu Säugetieren und von Gräsern bis hin zu Bäumen auf. "Das ist ein Beweis, dass eine globale Erwärmung bereits jetzt einen großen Einfluss auf die Umwelt hat", so der Forscher.

Durch die rapiden Temperatursteigerungen und andere Stresseffekte wie etwa die Zerstörung des natürlichen Habitats veränderten die gesamten ökologischen Abläufe zwischen den einzelnen Lebewesen. Dazu zähle zum Beispiel die Migration. Die Veränderungen könnten auch zum Aussterben einiger Spezies führen, warnt der Forscher.

Andere Forscher vertreten die Ansicht, dass die Klimaänderung eine natürliche Erscheinung sei und damit nicht eindeutig erklärbar.

Am 06-01-2003

Erderwärmung

Das Eis der Arktis ist schon seit mindestens 150 Jahren auf dem Rückzug. Zu diesem Ergebnis kommen der WWF und das Norwegische Polar Institut (NPI) in einer neuen Untersuchung. Die Forscher zogen dafür die Aufzeichnungen längst verstorbener Polarforscher und Entdecker zu Rate und rekonstruierten auf der Basis dieser Quellen die Ausdehnung des arktischen Eises in verschiedenen Epochen. Auf 6000 Landkarten lasse sich das langsame aber stetige Abschmelzen des Eises nachvollziehen, so die Forscher.

Bislang hätte man sich bei der Beobachtung von Klimaveränderungen vor allem auf Satellitenbilder gestützt. Zur Rekonstruktion der klimatischen Bedingungen in der Vergangenheit greifen die Wissenschaftler auf Computermodellierungen oder so genannte Eiskernbohrungen zurück. Die WWF-Studie werte nun erstmals die Klimabeobachtungen früherer Epochen systematisch aus. Die Forscher analysierten hierzu unter anderem. Logbücher von Seefahrern und Walfängern. Hierin hätten die Kapitäne schon seit mehr als 500 Jahren Wetterbedingungen und besondere Vorkommnisse, etwa das Auftauchen von Walen oder Eisbergen festgehalten. Auf dieser Basis lasse sich die Veränderung des Eises im arktischen Meer bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Das neue Archiv ermögliche es, die Folgen des Klimawandels besser zu verstehen , erläutert Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Als ältestes Dokument seien die Aufzeichnungen von Sir Hugh Willoughby von 1553 in die Untersuchung eingeflossen.

Mehr als 15 Jahre hätten die Arktisforscher an der Zusammenstellung der Daten gearbeitet, so der WWF.

Am 25-02-2003

Kurzes Leben für Langstreckenzieher

Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben festgestellt, dass Anzahl und Anteil der Langstreckenzieher bereits dramatisch zurückgegangen sind. Eine weitere Abnahme sei zu erwarten, befürchten die Forscher. Besonders die Langstreckenzieher unter den Zugvögeln, die Europa im Herbst verlassen und südlich der Sahara im tropischen Afrika überwintern, seien durch die globale Klimaveränderung stark bedroht. Infolge der wärmeren Winter in der Bodenseeregion hätten sowohl Anzahl als auch Anteil der Langstreckenzieher wie Rauchschwalbe, Wendehals oder Gartenrotschwanz dramatisch abgenommen.

Gleichzeitig seien Zahl und Anteil von Kurzstreckenziehern, die im Mittelmeerraum überwintern, und Standvögeln gesteigen. "Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass die zunehmend wärmeren Winter für die Langstreckenzieher eine größere Bedrohung darstellen als für andere Vogelgruppen", schreiben Nicole Lemoine und Katrin Böhning-Gaese in der neuen Ausgabe von "Conservation Biology".

Ihre Ergebnisse, die die Wissenschaftlerinnen auch bei dem Workshop "Bird migration in relation to climate change" vom 13. bis 16. März in Konstanz vorstellen, zeigten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen und Veränderungen bei den Vogelgemeinschaften. Der erwartete weitere Temperaturanstieg werde voraussichtlich noch einen weiteren Rückgang bei den Langstreckenziehern verursachen.

Warum diese Vogelgruppe besonders unter der Klimaerwärmung leidet, lasse sich vermutlich mit dem Futterangebot erklären. "Standvögel müssen mit den hiesigen Bedingungen im Winter auskommen", erläutert Böhning-Gaese. Die Hälfte bis drei Viertel der Population sterbe über den Winter. Im Frühjahr könnten die überlebenden Tiere das dann reichliche Futterangebot

nicht nutzen, so dass Zugvögel, die aus ihrem Winterquartier zurückkommen, ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden würden. Durch höhere Wintertemperaturen hätten Standvögel eine größere Überlebenschance, dadurch verringert sich das Futterangebot im Frühjahr und für die

zurückkehrenden Zugvögel steht weniger zur Verfügung. Dies erkläre auch, weshalb Südosteuropa mit seinen kalten Wintern viele Langstreckenzieher beherbergt, während im Nordwesten unseres Kontinents, etwa in Irland, nur wenige zu finden seien.

Bei ihren Untersuchungen hätten Lemoine und Böhning-Gaese auf die Klimadaten für die Zeiträume 1979-1981 und 1989-1992 im Bodenseeraum zurückgegriffen, so die Wissenschaftler. Dabei zeige sich für den jeweils kältesten Wintermonat ein Temperaturanstieg um 2,4 Grad, während Temperatur und Niederschläge im Frühjahr nahezu unverändert blieben. Berechnungen, wie sich die Vogelpopulationen aufgrund des Temperaturanstiegs verändert haben könnten, stimmten mit den tatsächlich vorliegenden Daten zu den Bestandsveränderungen überein.

Dass die Langstreckenzieher, die bis zu ihrem Winterquartier 3.000 oder 4.000 Kilometer zurücklegen, auch durch andere Ereignisse in ihrer Zahl dezimiert werden, schließen die Forscherinnen nicht aus. In Afrika werde der Lebensraum durch die höhere Bevölkerungsdichte und Überweidung eingeschränkt, die Bekämpfung von Heuschreckenplagen verringere das Nahrungsangebot zusätzlich. Um so wichtiger sei es, dass die Vögel bei ihrer Rückkehr nach Europa eine intakte Kulturlandschaft vorfänden, die ihnen eine größere Überlebensrate sichere. "Streuobstwiesen wären für diese Vögel sicherlich sehr viel besser als eine intensive landwirtschaftliche Nutzung der Flächen mit Düngemittel- und Pestizideinsatz", so

Böhning-Gaese.

Am 13-03-2003

Subventionsabbau beim Flugverkehr

Weil Billigflieger der Bahn zunehmend Konkurrenz machen, will Bundesumweltminister Jürgen Trittin für fairen Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug sorgen, sagte er im neuen GREENPEACE MAGAZIN: "Die Steuergeschenke für den Luftverkehr sind ein alter Subventionszopf, den es abzuschneiden gilt." So soll etwa die Mehrwertsteuerbefreiung für innerdeutsche Flüge und ins europäische Ausland aufgehoben werden. Zugleich will Trittin sich weiter für eine europaweit einheitliche Kerosinsteuer stark machen. Weil der Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug vor allem über den Preis laufe, solle bei der Bahn zugleich der Mehrwertsteuersatz gesenkt werden. Während Bahnkunden für eine Fahrkarte im Fernverkehr zur Zeit noch den vollen Mehrwertsteuersatz zahlten, werde durch die Steuernovelle "der Satz auf sieben Prozent reduziert", erklärte Trittin.

Trotz sparsamerer und leiserer Motoren sei der Flugverkehr eine der schnellst wachsenden Quellen von Treibhausgasen und atmosphärischen Schadstoffen, warnte der Minister im Interview. Auch moderne Flugzeuge erzielten im Vergleich zu Pkws nur gute Verbrauchswerte, wenn sie "bis zum letzten Platz besetzt sind und lange Strecken fliegen". Im Hinblick auf die Umweltbelastung könnten aber "weder Auto noch Flugzeug mit der Bahn konkurrieren".

Zur Frage, wie die Bahn wieder mehr Kunden gewinnen könne, sagte der Umweltminister, sie könne "sicher noch etwas kundenfreundlicher werden." Die Billig-Airlines seien aber in Hinblick auf Pünktlichkeit, Service und Durchschaubarkeit der Preissysteme "kein Vorbild". "Dagegen ist die Bahn transparent und zuverlässig", so Trittin.

Am 02-05-2003

Mehr Grün

Das NASA-Department of Energy hat anhand von globalen Untersuchungen festgestellt, dass die Erde in den vergangenen Jahren deutlich grüner geworden ist. Mit der globalen Erwärmung hätten es die Pflanzen leichter sich auf dem blauen Planeten auszubreiten, berichtet das NASA-Goddard Space-Flight-Center. Klimaveränderungen haben nach Ansicht der Forscher auch zu veränderten Lebensbedingungen geführt: Mehr Wasser, Hitze und Sonneneinstrahlung in Gegenden, in denen eine dieser Voraussetzungen zu schlechtem Pflanzenwuchs geführt haben, hätten zu einer neuen Vegetation geführt. In der Zwischenzeit wachsen Pflanzen auch in solchen Gebieten, die bisher nur geringe Vegetationsdichten aufwiesen. Ob die Ergebnisse positiv oder negativ zu bewerten sind, können die Forscher jedoch noch nicht sagen.

"Die Studie sieht die globale Erwärmung als Hauptgrund für die Zunahme des Wachstums", so Studienleiter Ramakrishna Nemani von der Universität von Montana in Missoula. Im Zeitraum 1980 bis 2000 wurden die höchsten Temperaturen gemessen: Drei El-Nino-Perioden (1982-83, 1987-88 und 1997-98) sowie Veränderungen der tropischen Regenperioden und Monsum-Dynamik konnten die Forscher feststellen. Auch die globale CO2-Zunahme von 9,3 Prozent trage zum Pflanzenwuchs bei.

Auch frühere Studien von Ranga Myneni von der Boston University und Compton Tucker vom NASA-Goddard-Space-Flight- Center hätten ergeben, dass die Wachstumszeit und die Biomasse von Waldgebieten in der Subarktis deutlich zunahm. Charles Keeling von der Scripps Insititution for Oceanography in La Jolla, Kalifornien warnt jedoch vor verfrühten Hoffnungen. "Niemand weiß, ob das Phänomen auf kurzfristige klimatische Zyklen oder langfristigen globalen Klimaänderungen zurückzuführen ist", so Keeling.

Miteinzubeziehen in die Rechnung sei auch das Bevölkerungswachstum von 4,45 Miiliarden im Jahr 1980 auf 6,08 Milliarden im Jahr 2000. "Das ist eine Steigerung von 36 Prozent. Dieses Faktum überschattet das Wachstum der Vegetation", erklärt der Forscher. Die globale Erwärmung habe weitreichende klimatische Veränderungen gebracht: so verschwanden über weiten Teilen Amazoniens die Nebelwolken, in Indien wurde der Eintritt des Monsun verlässlicher.

Nemani und sein Forschungsteam haben aus Satellitendaten eine globale Karte mit der "Netto-Primär-Produktion" von Pflanzen (NPP), der Vegetation und der Absorption der Sonneneinstrahlung erstellt. NPP ist die Differenz zwischen dem CO2, das von den Pflanzen absorbiert wird, und dem CO2, das die Pflanzen wieder abgeben. NPP ist die Grundlage für Lebensmittel, Fasern und Brennstoffe pflanzlicher Herkunft. Nach Schätzungen der Experten nutzen Menschen etwa 50 Prozent der globalen NPP.

Am 06-06-2003

Globale Erwärmung

Die Kosten für Schäden durch Überflutungen in Küstenregionen werden sich nach Angaben der australischen CSIRO Forschungseinrichtung in den kommenden 50 Jahren verdoppeln. Schuld an den katastrophalen Schäden ist nach Angaben der australischen Forschungsorganisation die Bevölkerungszunahme und daraus resultierend die globale Erwärmung und der Anstieg des Meeresspiegels. Zunehmen werde aber nicht nur die Überschwemmungsgefahr, sondern auch die Zahl der "Jahrhundertunwetter". Tauchten solche Unwetter früher einmal in 100 Jahren auf, wird sich diese Frequenz ändern. Die Experten rechnen damit, dass solche Stürme alle 40 Jahre auftreten können.

Debbie Abbs und Kathy McInnes vom Csiro Atmospheric Research haben die Einflüsse vom steigenden Meeresspiegel und der Zunahme der Bevölkerung hochgerechnet. Demnach würden in Zukunft auch Gebiete, die bisher nicht als Flut- oder hochwassergefährdet galten, immer mehr gefährdet sein. "Dabei werden die Territorien immer größer werden", so Abbs. Flutwellen richteten bereits heute in Australien mehr Schäden an als alle anderen Naturereignisse. Die Forscherin sieht dabei aber noch andere Faktoren, die katastrophale Wirkungen auf die Umwelt haben: Wechsel in der Intensität der Niederschläge werden für zusätzliche Zerstörungen sorgen. "Nach Schätzungen werden solche Regenfälle um bis zu 30 Prozent zunehmen", erklärt Abbs.

In der Zwischenzeit gehen die meisten Forscher davon aus, dass der Meeresspiegel bis 2055 um bis zu 40 Zentimeter ansteigen wird. Auch über die Zunahme der Niederschläge und die Häufigkeit von tropischen Wirbelstürmen scheinen sich die Forscher einig zu sein. Als besonders gefährdet gelten die Küstenabschnitte in tropischen und warmen Gegenden. In Australien seien das zum Beispiel der Abschnitt der Gold-Coast (im Nordosten Australiens), die Gebiete um Perth und Melbourne.

Am 13-06-2003

Lebensraum zerstört

Die Weltnaturschutz-Organisation (IUCN) will nun auch den Gemeinen Delphin (Delphinus delphis) im Mittelmeer in die Rote Liste gefährdeter Arten als "stark gefährdet" ("endangered") aufnehmen. Bis vor kurzem kamen Gemeine Delfine im Mittelmeer relativ häufig vor, doch in den vergangenen Jahren erfolgte ein dramatischer Rückgang der Mittelmeerpopulation. Ihr Verbreitungsgebiet werde kleiner, in manchen Teilen des Mittelmeeres seien sie gänzlich verschwunden. Das berichtet die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS). Eine aktuelle Studie über die Situation Gemeiner Delphine komme zum Schluss, dass der Rückgang mit der stark fortschreitenden Zerstörung des Lebensraumes in den vergangenen 30 bis 40 Jahren zu tun habe.

"Die Hauptursache ist Nahrungsknappheit, die vor allem durch die Überfischung verursacht wird. Hinzu kommt die generelle Zerstörung des Lebensraumes" sagt Giovanni Bearzi, Präsident des italienischen Tethys Research Institutes und Gastprofessor an der Universität von Venedig. Andere Faktoren, die zu dem Rückgang geführt haben, sieien unter anderm Meeresverschmutzung, die durch Schadstoffe verursachte Schwächung des Immunsystems und geringere Fortpflanzungsrate bei den Delfinen, sowie die Tötung der Meeressäuger in Fischernetzen. Es werde befürchtet, dass veränderte Umweltbedingungen, zum Beispiel die globale Klimaerwärmung, die Situation für die Delphine noch verschlechtern wird.

Umfassende Erhebungen über die Situation des Gemeinen´Delfins und sämtlicher Bedrohungsfaktoren in unterschiedlichen Gebieten sollen nun Fundament eines Schutzmaßnahmenkataloges sein. Das Übereinkommen zum Schutz von Walen und Delphinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS) hat in Zusammenarbeit mit der WDCS und der Organisation Schutz der Meeressäuger (ASMS), ein Schutzprojekt ermöglicht, das vom Tethys Research Institute koordiniert wird.

"Die ACCOBAMS-Vertragsstaaten sind sich einig, dass dringende Maßnahmen zur Reduktion der Fischereiaktivitäten sowie die Erhaltung der Lebensräume notwendig sind, um das Aussterben des Gemeinen Delphins im Mittelmeer zu verhindern" erläutert Marie-Christine Van Klaveren, Vorsitzende des ACCOBAMS - Sekretariates in Monaco. Die Ergebnisse aus zehn Jahren Forschung an Gemeinen Delphinen gäben deutlich Auskunft darüber, dass die Reduktion der industriellen Fischereiaktivitäten sowohl den Delfinen als auch der Fischerei, zu Gute kommen werde.

Am 26-08-2003