Holzkonzern zahlt Schmiergelder in Afrika

Wald

Der deutsch-schweizerische Holzkonzern Danzer soll Schmiergelder an Beamte in Zentralafrika und in Kamerun gezahlt haben. Das berichtet die Umweltorganisation Greenpeace. Darüber hinaus kaufe die Danzer Tochterfirma Interholco wissentlich Holz von der kamerunischen Firma MMG, die Holz unerlaubt einschlage. Greenpeace beruft sich dabei auf einen firmeninternen Bericht über eine Dienstreise zu den Partnerfirmen in Afrika, der von einem der beiden Interholco Geschäftsführer, René Giger, geschrieben sei und Greenpeace vorliege.

"Firmen wie Danzer sind auf Profit um jeden Preis aus", meint dazu Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer. "Sie machen sich mitschuldig an der Zerstörung der afrikanischen Urwälder." Die Danzer-Gruppe zähle mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro zu den weltweit größten Herstellern von Hartholzfurnieren.

Giger schreibe in seinem firmeninternen Bericht, dass ihm bezüglich Schmiergeld, sogenanntes Bakschisch, in Afrika drei Philosophien auffielen: "In Douala (Kamerun) wird man erpresserisch genötigt, Bakschisch in Hunderttausenden von FF (Francs) zu gewähren und zahlt diese auch grosszügig. In Kongo (Kinshasa) versucht Herr H. (Mitarbeiter einer Tochterfirma Danzers) zurückhaltend zu sein, ist aber trotzdem, wo notwendig, bereit zu bezahlen." Bei der Danzer-Tochterfirma IFO sei man bei Androhung von Strafgeldern "schon bereit, diese mit einem Cadeaux (Geschenk) zu erledigen."

Aus dem Bericht gehe hervor, dass die Danzer- Tochterfirma Interholco AG wissentlich von Firmen wie MMG in Kamerun Holz kaufe, die illegal Holz einschlagen würden. In einem Brief von Interholco an Greenpeace heiße es dagegen: "Interholco lehnt es selbstverständlich ab, von Gesellschaften Holz zu kaufen, die illegalen Holzeinschlag betreiben".

"Der Fall Danzer ist ein Beispiel mehr dafür, dass wir endlich ein Gesetz gegen den Import von Holz aus illegalen Quellen und Urwaldzerstörung brauchen", so Pfotenhauer. Der Umweltministerrat der EU hatte gestern der Kommission empfohlen, Möglichkeiten für eine Änderung der Gesetzeslage zu prüfen, aber keine konkreten Maßnahmen gegen den Import von Holz aus illegalen Quellen beschlossen. Verbraucher sollten daher beim Kauf von Holzprodukten unbedingt auf das Siegel des FSC für Holz aus ökologisch und sozial verantwortungsbewusster Waldbewirtschaftung achten.